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Rhein-Lahn

Festival soll ganze Lahnregion umfassen

Mit fast 50 Veranstaltungen wird in diesem Jahr eines der großen Projekte des Kultursommers zwischen Lahnstein und dem Limburger Stadtteil Dietkirchen entlang der Lahn stattfinden. Sieben Orte sind für die Konzerte, Lesungen, Vorträge und Wanderungen vorgesehen.

Die Lahn ist das verbindende Element. Der Veranstaltungsreigen zieht sich bis zur Lubentiuskirche im Limburger Stadtteil Dietkirchen.
Die Lahn ist das verbindende Element. Der Veranstaltungsreigen zieht sich bis zur Lubentiuskirche im Limburger Stadtteil Dietkirchen.
Foto: Uli Pohl

Rhein-Lahn – Mit fast 50 Veranstaltungen wird in diesem Jahr eines der großen Projekte des Kultursommers zwischen Lahnstein und dem Limburger Stadtteil Dietkirchen entlang der Lahn stattfinden. Sieben Orte sind für die Konzerte, Lesungen, Vorträge und Wanderungen vorgesehen.

Der Auftakt am 13. Mai ist jedoch in Kobern-Gondorf an der Mosel, denn der Titel der Reihe „Gegen den Strom“ hat seinen Ursprung in einer Legende über den Heiligen Lubentius. Dieser hatte im 4. Jahrhundert an der Lahn missioniert und wurde an der Mosel begraben. Sein Leichnam soll von einer Flut fortgespült und gegen den Strom lahnaufwärts bis Dietkirchen getrieben worden sein. Dort findet „Gegen den Strom“ am 2. Oktober seinen Abschluss. Das Land unterstützt das Vorhaben mit 25 000 Euro.

Das diesjährige Kultursommerthema „Gott und die Welt“ hat Organisator Diethelm Gresch derart angesprochen, dass er seiner seit drei Jahren in und um Kloster Arnstein verorteten Veranstaltungsreihe jetzt neue Dimensionen eröffnet. Zugleich will er damit den Anstoß für ein Kulturfestival an der Lahn geben, das in den kommenden Jahren von vielen Schultern getragen werden soll. Bislang ist der Theaterwissenschaftler Gresch die zentrale Figur. Unterstützt wird er von dem Verein „Peregrini“, in dem sich Freunde des mittelalterlichen Kloster- und Pilgerlebens zusammengeschlossen haben. Bestärkt wird er dabei von Professor Dr. Jürgen Hardeck, dem Geschäftsführer und künstlerischen Leiter des Kultursommers Rheinland-Pfalz, sowie dem Projektleiter Musik, Willi Becker. Hardeck plädiert dafür, dass sich gerade in ländlichen Gebieten kulturelle Netzwerke bilden, die gemeinsam Projekte durchführen (siehe nebenstehenden Artikel). Der Landtagsabgeordnete Frank Puchtler, der sich seit Jahren in Mainz für Greschs Kulturprojekte stark macht, meint: „Solch ein Festival passt gut in die Region und belebt sie.“ Um keine Konkurrenz zu bestehenden Kulturereignissen aufzubauen, hat Gresch den Juni weitgehend ausgespart. Dann nämlich findet in Bad Ems das ebenfalls vom Kultursommer geförderte Klangfest statt.

Für Gresch ist 2012 eine Testphase, für die er ein fertiges Konzept liefert. „Das ist eine Gelegenheit, die ganze Lahnregion unter ein Dach zu bekommen und zentral zu bewerben. Damit erhält man eine viel größere Aufmerksamkeit, als wenn jeder für sein Konzert einen eigenen Flyer macht“, sagt er.  Im kommenden Jahr wird der landesweite Kultursommer in Lahnstein eröffnet – ein idealer Auftakt für ein Kulturfestival an der Lahn, findet Gresch. Dieses könne dann jedoch nicht mehr rein ehrenamtlich organisiert werden. „Das geht in Zukunft nur professionell mit Büro und Sekretariat“, sagt er. Ob und wie das Projekt in den kommenden Jahren fortgesetzt werden kann, wird im Laufe der nächsten Monate diskutiert werden. Schon für dieses Jahr stellt der Kultursommer Rheinland-Pfalz Gresch seinen Projektleiter für den musikalischen Bereich, Willi Becker, zur Seite. Bei einigen Veranstaltungen kooperiert der Peregrini-Vorsitzende zudem mit dem Bistum Limburg.

Als Veranstaltungsorte sind neben dem offiziellen Auftakt in Kobern-Gondorf Lahnstein, Bad Ems, Dausenau, Nassau, Obernhof bzw. das Kloster Arnstein, Diez und Dietkirchen vorgesehen. „Arnstein bleibt das Zentrum. Dort finden die meisten Dinge statt“, sagt Organisator Gresch. Das Kultursommermotto fächert er deshalb auch im „Arnsteiner Kaleidoskop“ auf. Die drei geistlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung werden den vier weltlichen Tugenden Klugheit, Tapferkeit, Mäßigung und Gerechtigkeit gegenübergestellt. Daraus ergeben sich sieben Themen, die Gresch mit kulturellen Inhalten füllen wird. Das Spektrum der diesjährigen Reihe reicht von einer Lesung des Schriftstellers Martin Walser über Konzerte von Chören und Instrumentalisten bis hin zu einem Gespräch des Limburger Bischofs mit dem Gründer des Politik-Magazins Cicero, Wolfram Weimer. Trotz der Vielzahl von Veranstaltungen will Gresch seiner seit drei Jahren bewährten Linie treu bleiben. „Mit Ausnahme ganz weniger Veranstaltungen wird das Programm eintrittsfrei sein“, sagt er.

Eine Auswahl der Künstler und Wissenschaftler, die 2012 im Rahmen des Kulturfestivals an der Lahn auftreten werden: Schriftsteller Patrick Roth, Musiker Matthias Frey, Chor Limburger Domsingknaben, Schauspieler Moritz Stoepel, Kunsthistorikerin Professor Dr. Martina Pippal, Harfenensemble Annwn, Bariton Fabian Hemmelmann, Organist Robert Hugo, Schriftsteller Martin Walser, Gitarrist Kurt Hummel, Pianist Vadim Palmov, Kunsthistoriker Professor Dr. Eberhard König, Ensemble La Mouvance.

Carlo Rosenkranz

Bad Ems Lahnstein
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