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VG Loreley

Erste Unwetter-Bilanz: Verbandsgemeinde Loreley will Schutz optimieren

Nach den verheerenden Unwettern in den vergangenen Wochen hat die Verbandsgemeinde (VG) Loreley eine erste Zwischenbilanz gezogen. Die Kosten werden auf mehr als 1,6 Millionen Euro geschätzt.

Der starke Regen in den vergangenen Wochen ließ das Rinnsal entlang der L 334 zwischen Dahlheim und Wellmich zu einem reißenden Sturzbach ansteigen, der hier einen Teil der Straße wegspülte und ein Abwasserrohr freilegte. Foto: Mira Müller
Der starke Regen in den vergangenen Wochen ließ das Rinnsal entlang der L 334 zwischen Dahlheim und Wellmich zu einem reißenden Sturzbach ansteigen, der hier einen Teil der Straße wegspülte und ein Abwasserrohr freilegte.
Foto: Mira Müller

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Die Unwetterschäden der vergangenen Wochen werden derzeit in der Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Loreley aufgearbeitet. Bei der Bilanz werden auch Rückschlüsse gezogen, wie der Gewässerschutz künftig optimiert werden kann. Nach ersten, vorsichtigen Kostenschätzungen ist allein im öffentlichen Bereich von Schäden von mehr als 1,6 Millionen Euro auszugehen. Privatschäden sind dabei nicht eingerechnet.

VG-Bürgermeister Werner Groß, der bei vielen Feuerwehreinsätzen dabei war, spricht rückblickend von "Naturgewalten außerhalb jeder Normalität". Aus den Geschehnissen könne man gewisse Rückschlüsse ziehen und für Verbesserungen in der Zukunft sorgen: "Aber die Gefahr bei solchen Ereignissen auf null zu bekommen, ist einfach nicht möglich."

Lob für die Einsatzkräfte

Erste Überflutungen hatte es am Freitag, 27. Mai, in Braubach gegeben. Insgesamt waren die freiwilligen Feuerwehren in der VG von da an bis Montag, 6. Juni, bei 62 Einsätzen. Gefolgt waren unter anderem die Schlammlawinen in St. Goarshausen-Wellmich und Kestert sowie die Überflutung der Schule in Dahlheim am Sonntag, 29. Mai. Ein weiterer trauriger Höhepunkt waren die Überflutungen in Sauerthal am Sonntag, 5. Juni. Dass an vielen Stellen Schlimmeres verhindert wurde, ist laut Groß auch den Einsatzkräften zu verdanken: "Das Zusammenspiel zwischen Feuerwehren, Rettungskräften und Polizei mit Ortsbürgermeistern und VG-Verwaltung lief wie am Schnürchen. Hinzu kamen noch viele freiwillige Helfer unter den Anwohnern, die sofort mit anpackten, wo es nötig war."

Kostspieligste Brocken

Da die Gewitterwelle seit dem 6. Juni nur wenig nachgelassen hat, wird die Schadensbilanz in der VG weiter fortgeschrieben. Zu den kostspieligsten Brocken zählen bislang der Einsturz eines Bachgewölbes in der Burgenstraße in Kamp-Bornhofen (400.000 Euro) und die Ausspülung des Gewölbes an der ehemaligen Bergbauhalde in St. Goarshausen-Wellmich inklusive Wiederaufbau des Tennisplatzes (250.000 Euro). Ob das dortige Tennisheim direkt an dem Erdloch gerettet werden kann, ist noch unklar. Allein die Überflutung der Tiefenbachstraße in Sauerthal schlägt mit rund 150.000 Euro zu Buche.

Exaktes Bild erst nach Normalisierung

So summieren sich die vorläufig geschätzten Kosten für Räumarbeiten, Schadensregulierungen sowie Hangsicherungen, die Errichtung von Rückhaltebecken oder die Schaffung von Retentionsräumen in 14 Städten und Gemeinden von Braubach bis Sauerthal in der VG auf insgesamt 1.647.000 Euro. Ein exaktes Bild werden sich die Experten jedoch erst machen können, wenn sich die Lage wieder völlig normalisiert hat. "Dazu brauchen wir dringend einen angemessenen Zeitraum ohne größere Niederschläge", sagt Groß.

Exakte Kostenverteilung offen

Wie sich die Kosten genau auf Kommunen und Land verteilen werden, steht noch nicht fest. Unabhängig von den normalen Zuständigkeiten wie etwa für Gemeinde-, Kreis- oder Landesstraßen hat Werner Groß im Kreisausschuss um die Unterstützung Frank Puchtlers gebeten. Der Landrat soll in Zusammenarbeit mit den Gemeinden ausloten, inwieweit aufgrund von Elementarschäden auf Hilfe aus Mainz zurückgegriffen werden kann. Auch mit Innenminister Roger Lewentz ist Groß in Kontakt. Eventuell könne so auch privaten Härtefällen mit öffentlichen Mitteln geholfen werden.

Ortsbürgermeister pochen auf Komplettausbau der L334

Was die Schäden an der L334 zwischen Dahlheim und Wellmich betrifft, pochen Ortsbürgermeister auf einen Komplettausbau der Landesstraße. Auf Anfrage unserer Zeitung unterstreichen Edgar Rudolf (Prath) und Hans-Josef Kring (Lykershausen) ihre Forderung: "Durch das Unwetter hat sich erneut gezeigt, wie marode und schmal der tragende Unterbau ist." Die L334 sei nicht nur wichtig für den Schülertransport, sondern auch eine zentrale Verbindungsstraße für das Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Appell für mehr Engagement

Von Bilanzen und Kosten abgesehen, richtet VG-Chef Werner Groß nach den tagelangen Einsätzen der freiwilligen Feuerwehren, die unter Nachwuchsproblemen leiden, noch einen Appell an alle Einwohner: "Vielleicht erkennt ja der ein oder andere die Notwendigkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren – egal, ob als aktiver Feuerwehrmann oder als passiver Unterstützer in einem Förderverein. Denn der Katastrophenschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die uns alle angeht."

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