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    Emil Werner ausgezeichnet: Anerkennung für einen Taktgeber

    Emil Werner ist einst „in große Schuhe gestiegen“. So formulierte es Innenminister Roger Lewentz (SPD), als er ihm die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verlieh, und erinnerte so an den Moment, als der Geehrte als Nastättens Stadtbürgermeister 2001 antrat – als Nachfolger von Karl-Peter Bruch (SPD), der zugleich der Vorgänger von Lewentz im Ministeramt war.

    Emil Werner (5. von links) mit seiner Frau Margit Werner (daneben) im Kreise einiger Ehrengäste.  Foto: Stötzer
    Emil Werner (5. von links) mit seiner Frau Margit Werner (daneben) im Kreise einiger Ehrengäste.
    Foto: Stötzer

    Doch Emil Werner habe es dann geschafft „eine eigene Handschrift zu entwickeln“. Mit diesem Stil fungierte er bis zum vergangenen Jahr als Rathauschef, ehe er aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Seine Leistungen werden nun mit der Verdienstmedaille gewürdigt. „Es braucht Frauen und Männer, die in ihrem Wirkungskreis den Takt angeben“, erklärte Lewentz mit Blick auf Werner und dessen Arbeit.

    Die Stadt habe in Werners 15 Bürgermeisterjahren große Fortschritte gemacht und sei „ein Mittelzentrum, das diesen Namen wirklich verdient“. Nastätten wirke gar wie „der Mittelpunkt des Rhein-Lahn-Kreises“. Lewentz zählte einige Infrastrukturprojekte der jüngeren Vergangenheit auf und versäumte es nicht, dabei auch die umfangreichen Angebote in Sachen Gesundheit und Bildung zu beleuchten.

    In 15 Jahren seien in Nastätten 17 Millionen Euro investiert worden, wobei sich der städtische Schuldenstand lediglich um 2 Millionen Euro erhöht habe. Bei den Finanzen weise die Stadt einen guten Wert auf im Vergleich der Mittelzentren im Land. Dazu gibt es Werte, die sich nicht in Zahlen fassen lassen: Lewentz hob Werners „klare Haltung“ hervor in der Zeit, als Neonazis in seiner Stadt demonstrierten. Außerdem hat Emil Werner über sein Rathaus hinaus kommunalpolitische Verantwortung getragen. Denn er gehörte sowohl dem Kreistag als auch dem Nastätter Verbandsgemeinderat an, dort zuletzt als Fraktionsvorsitzender der SPD.

    Rund 30 Ehrengäste und Weggefährten waren daher bei der Ordensverleihung im Bürgerhaus zugegen. Musikalisch umrahmten Sarah Neuroth und Sarah Pohl aus der IGS die Feier.

    Emil Werner sei eine Persönlichkeit, „die beispielhaft für den Rhein-Lahn-Kreis und das Blaue Ländchen steht“, sagte Landrat Frank Puchtler (SPD). Der 68-Jährige habe stets „das Gespräch und eine gemeinsame Lösung gesucht“, betonte der Landrat in seiner Ansprache und fasste seine persönliche Einschätzung zusammen: „Emil Werner ist ein netter Mensch, und das ist das Entscheidende.“

    „Der Mensch und die Region standen bei Emil Werner immer im Vordergrund“, bekräftigte Jens Güllering (CDU) als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nastätten. Die Ehrung gelte somit jemandem, der sie wahrhaft verdient habe. Stadtbürgermeister Joachim Rzeniecki (CDU) schloss sich an und ging wie andere Redner auf die Rolle von Ehefrau Margit Werner ein: „Sie hat mindestens die Hälfte des Ordens verdient.“

    Er brauche jetzt auch eine starke Frau, meinte Emil Werner selbst. „Es hat keinen Spaß gemacht, aufzuhören“, blickte der frühere Postmitarbeiter auf sein Ausscheiden aus der Kommunalpolitik zurück. Aber große Wehmut kam nicht auf: „Ich sage einfach mal Danke“, so der Verdienstmedaillenträger nach den Reden. Thorsten Stötzer

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