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    Bummeln in Bad Ems: Baargassenfest mit familiärer Atmosphäre

    „An den Stand der Kita Arche Noah gehe ich nicht mehr, das ist mir zu gefährlich!“, stellt Hildegard Stecher klar und nennt die „Gefahr“ auch gleich beim Namen: „Die Zimtplätzchen dort schmecken viel zu lecker.“ Wobei sich der Kuchen des Weltladens, wo sie heute wieder einmal alle Hände voll zu tun hat, natürlich auch nicht zu verstecken braucht. Genauso wenig wie all die anderen Köstlichkeiten, die sich zwischen der Drogerie Lappas am östlichen und der Sonnenapotheke am westlichen Ende dieser besonderen, mit bunten Wimpeln und Leuchtkegeln herausgeputzten 150 Meter aneinanderreihen.

    Das Baargassenfest besticht mit seiner familiären Atmosphäre.  Foto: Ulrike Bletzer
    Das Baargassenfest besticht mit seiner familiären Atmosphäre.
    Foto: Ulrike Bletzer

    Insider haben es vermutlich längst gemerkt: Hier dreht gerade das Baargassenfest seine siebte Runde. Und damit ein Straßen- oder, genauer gesagt, Straßenabschnittsfest, das weit mehr als nur leckeres Essen und Trinken in der Pipeline hat. „Hier gibt es immer was zu schauen“, begründen Ulrike Scheuermann und Herbert Perl aus Winden die Tatsache, dass sie bereits zum wiederholten Mal hierher gekommen sind. „Außerdem finden wir es wichtig, die Geschäfte zu unterstützen, die sich immer so viel Mühe geben.“

    In der Tat: Besondere Angebote signalisieren, ergänzt von pfiffigen Preis- und Rabattaktionen, dass es auch hier, ein wenig abseits von der Bad Emser Hauptgeschäftsstraße, attraktive Einkaufsmöglichkeiten gibt. Womit wir beim Ursprung dieser kultigen Veranstaltung wären: 2011 feierten die Gewerbetreibenden das Ende von Bauarbeiten, die rund ein Jahr lang einen Großteil der potenziellen Kundschaft ferngehalten hatten. Die spontane Aktion kam so gut an, dass man seither jedes Jahr pünktlich am dritten Septemberfreitag die Baargasse hochleben lässt. Und damit eine Örtlichkeit, die es eigentlich schon lange nicht mehr gibt. Vor 200 Jahren wurde die mittelalterliche „Badegasse“, später „Baargasse“ oder auch „Bargasse“, wo sich 22 Handwerksbetriebe dicht an dicht drängten, zum einen Teil der Römer- und zum anderen der Koblenzer Straße zugeschlagen.

    Doch zurück zum Fest, dessen Organisation seit der dritten Auflage beim Gewerbeverein Bad Ems plus gut aufgehoben ist: Insgesamt 22 Akteure hat der rührige Verein rund um seinen Schatzmeister Rüdiger Glodek dieses Mal an Land gezogen – 22 Akteure, von denen jeder seine eigene, individuelle Facette zum Gelingen dieses urgemütlichen Festes beiträgt. Darunter, wen überrascht es, zahlreiche „Wiederholungstäter“ – etwa die Metzgerei Wirges, die ihr Geschäft in der Baargasse zwischenzeitlich zwar aufgegeben hat, aber dennoch mit einem Essensstand vor Ort ist. Des drohenden Regens wegen habe die Metzgerei ihrem früheren Nachbarn, dem Weltladen, zwei Zelte geliehen, erzählt Hildegard Stecher: „Umgekehrt stellt ihr unser Hauseigentümer Strom zur Verfügung.“ Keine Frage: Gut nachbarschaftlich geht es hier zu – was beweist, dass der Festslogan „Von Freunden für Freunde“ mehr als nur ein gut klingender Werbespruch ist.

    „Die Atmosphäre hier ist familiär“, bestätigt Steffen Brings, als Besucher ebenfalls ein Wiederholungstäter. Und: „Ich komme regelmäßig zum Baargassenfest, weil ich hier viele Freunde und Bekannte treffe – auch solche, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Man sitzt zusammen, redet und verbringt eine schöne Zeit miteinander.“ Was den kommunikativen Aspekt betreffe, sei es von Vorteil, dass sich das Straßenfest auf einen Tag konzentriert, fügt Birk Utermark von der anderen Seite des Standes hinzu: „Dann kommen nämlich alle Emser auf einmal.“

    Alles wie immer also? Ja und nein, denn auch einige Neue sind dieses Mal dabei. Zum Beispiel die Schäferei Lars Kober, die sich zu Hause in Eisighofen der Zucht des Coburger Fuchsschafs verschrieben hat und an ihrem Stand Felle, Wurst und allerlei aus Wolle Gefertigtes verkauft. Logisch, dass der kleine Streichelzoo aus Schafen und Ziegen, den die Kobers mitgebracht haben, bei den Kindern genauso der Renner ist wie die geduldigen Reitponys von Hippolini-Lehrerin Katja Gasteyer gleich nebenan. Zum ersten Mal mit dabei sind auch die drei jungen Damen von der im März zur Fairtrade-School gekürten Realschule plus Bad Ems Nassau: Mia Oster, Aliah Schumacher und Lea Stark werben ebenso engagiert für die Idee des fairen Handels wie das Team des Weltladens, das sich über die Auszeichnung der Kaiser- und Kur- zur Fairtrade-Stadt freut.

    Auch in musikalischer Hinsicht erlebt das Baargassenfest eine Premiere: Erstmals sorgt, neben der Band S.A.M., Nico König aus Hömberg mit seinen mal fetzigen, mal balladesk angehauchten Songs für den richtigen Ton. Kurzum: Auch in seiner siebten Auflage gerät es zu einer runden Sache, dieses kleine, feine Fest, das es verstanden hat, sich seinen ungezwungenen Charakter zu bewahren.

    Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Bletzer

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