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    MittelrheinBürgerinitiative Pro Brücke reagiert auf Kritik: Laute Töne nicht immer wirksam

    Nachdem die Querelen in der Bürgerinitiative (BI) Pro-Brücke durch den Rücktritt von Vorstandsmitglied Hans-Josef Kring und Zuschriften mehrerer Mitglieder an unserer Zeitung öffentlich wurden, meldet sich nun der aus dem Urlaub zurückgekehrte Vorsitzende Bernd Zorn zu Wort. Er warnt eindringlich vor einer Spaltung der Brückenbefürworter. In einer Vorstandssitzung soll baldmöglichst das weitere Vorgehen besprochen und die Mitglieder umgehend darüber informiert werden.

    Nach einer Kundgebung der Bürgerinitiative Pro Brücke auf der Panzerrampe bei St. Goarshausen-Wellmich haben rund 130 Menschen am 19. Februar 2016 die „Wellmicher Erklärung“ unterzeichnet. Viele BI-Mitglieder fühlen sich mittlerweile nicht mehr ausreichend vertreten.
    Nach einer Kundgebung der Bürgerinitiative Pro Brücke auf der Panzerrampe bei St. Goarshausen-Wellmich haben rund 130 Menschen am 19. Februar 2016 die „Wellmicher Erklärung“ unterzeichnet. Viele BI-Mitglieder fühlen sich mittlerweile nicht mehr ausreichend vertreten.
    Foto: Andreas Jöckel

    Zunehmend seien kritische Stimmen am bislang eingeschlagenen Kurs BI angesichts der aktuellen Diskussionen zum Bau der Mittelrheinbrücke laut geworden. Ein energischeres Auftreten gegenüber Landrat Marlon Bröhr und eine offensive Kommunikation nach innen und außen seien von einigen gefordert worden. „Wir nehmen die Kritik an und können die Menschen verstehen, die unsere öffentliche Zurückhaltung mit Zögerlichkeit gleichsetzen“, sagt Bernd Zorn. Man werde sich intensiv damit auseinandersetzen, wie man zukünftig die Aktivitäten und Handlungsfähigkeit der BI deutlicher und transparenter macht. Zorn stellt allerdings ebenfalls fest, dass die BI im Hintergrund zahlreiche inhaltstiefe Gespräche mit Entscheidungsträgern geführt habe, welche zur Versachlichung der oft hitzigen Diskussion beigetragen haben und konsequent das gemeinsame Ziel, nämlich den Bau der wichtigen Rheinquerung, verfolgten. Heftigere Töne seien kein Garant für das schnellere Erreichen dieses Ziels.

    "Alle wollen die Brücke"

    „Wir haben uns bewusst nicht in der emotional geführten öffentlichen Debatte in die erste Reihe gedrängt“. so Zorn. Die vergangenen Monate seien für alle Freunde der Mittelrheinbrücke nicht einfach und von starken Emotionen geprägt gewesen. In der BI habe man lange und intensiv über die richtige Vorgehensweise nachgedacht. Immer wieder sei kritisch der Vergleich mit öffentlichen Aktionen der Bürgerinitiative zu Zeiten der rot-grünen Landesregierung gezogen worden. Damals hatte die BI mit Demonstrationen und öffentlichen Erklärungen den schnellen Bau der Brücke angemahnt. „Dem Vergleich kann man unserer Ansicht nach jedoch nicht folgen, denn damals ging es darum, eine Landesregierung zur Wiederaufnahme der Brückenpläne zu bewegen, obwohl sie dies im Koalitionsvertrag ausgeschlossen hatte.“ Heute wollten alle Beteiligten nach eigenem Bekunden die Brücke, es werde lediglich um die juristische Frage des „Wie“ gestritten.

    "Keine Musterlösungen"

    „Bei festgefahrenen Ansichten gibt es leider keine Musterlösungen, die man so einfach aus der Tasche ziehen kann, um das Problem zu beseitigen. Wir haben uns für miteinander reden und nicht für übereinander urteilen entschieden. Fakt ist, dass auch durch teils heftige Attacken anderer bislang keine nennenswerte Bewegung in die Sache gekommen ist“, urteilt Zorn. Rechtsrheinisch, im Hunsrück und in Mainz habe die BI in den vergangenen Monaten immer wieder an unterschiedlichen Stellen auf Kompromissbereitschaft und gegenseitigen Respekt gedrängt. „Unsere Anstrengungen haben teilweise bewirkt, dass man sich aufeinander zubewegte. Möglicherweise haben wir versäumt, das als Erfolg zu vermelden. Wir haben mit unserem Tun allerdings nicht nach Applaus für die Bürgerinitiative gestrebt, sondern nach einer guten Lösung für die Menschen in unserer Heimat“, versichert der Vorsitzende. Nach Ansicht von Pro Brücke verpflichte eine Bürgerinitiative sogar der reine Wortsinn zum „initiativen“ arbeiten und zum aktiven anstoßen oder mitgestalten von Prozessen. Auch fungiere sie als öffentliches Sprachrohr, um mit starker Stimme die gemeinsamen Interessen zu kommunizieren.

    "Spaltung vermeiden"

    Zorn gesteht ein: „Die Menschen haben sicherlich zu Recht auf unsere Meinung gewartet und wurden enttäuscht. Das war nicht gut.“ Gleichzeitig sieht der BI-Vorsitzende jedoch auch die Gefahr, dass zu häufiges und zu lautes zu Wort melden dem Auftrag einer Bürgerinitiative entgegenlaufen kann. Lege man den Schwerpunkt auf reaktives Handeln in Form von heftigen Kommentaren auf aktuelle politische Entscheidungen in Leserbriefen und den sozialen Netzwerken, könne dies der Sache nachhaltig schaden. Für Zorn steht fest: „Das Allerletzte, was das Mittelrheintal jetzt braucht, ist eine Spaltung der Brückenbefürworter in `echte` oder `unechte` Unterstützer“. aj

    Die "Wellmicher Erklärung" vom Februar 2016

    Etwa 130 Menschen aus den Regionen rechts und links des Rheins haben im Februar 2016 in St. Goarshausen-Wellmich die sogenannte „Wellmicher Erklärung“ unterzeichnet.

    Darin wird die künftige Landesregierung aufgefordert, die im rot-grünen Koalitionsvertrag von 2011 gestoppten Pläne zum Bau einer Mittelrheinbrücke sofort wieder aufzunehmen.

    Grundsätzlich ging es schon damals um ein Projekt der beiden Landreise bei maximal möglicher Förderung durch das Land. Zum Start der Unterschriftenaktion hatte die Bürgerinitiative (BI) Pro Brücke zu einer Kundgebung an der Panzerrampe eingeladen, wo der Brückenschlag nach St. Goar-Fellen erfolgen soll. Dieser Einladung waren Bürger, Unternehmer, Vertreter von Kommunen und nicht zuletzt die Kandidaten zur Landtagswahl von SPD, CDU, FDP und Freien Wählern gefolgt. aj

    BI sendet Appell an die Vernunft: Mittelrheinbrücke jetzt realisieren!BI sendet Appell an die Vernunft: Mittelrheinbrücke jetzt realisieren!Kommentar: Klare Worte von Pro Brücke waren längst überfälligVorstandmitglied Kring tritt zurück: In der Bürgerinitiative Pro Brücke kriselt esMittelrheinbrücke: Drei Fraktionen klagen gegen Landrat Marlon Bröhrweitere Links
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