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St. Goarshausen

Bühnenstück: "Wer versteht hier Bahnhof?" begeistert Gäste

Goarshausen. Volle Ränge, kreative Schüler sowie stolze Verantwortliche und Eltern: Die Darbietungen des Bühnenspiels „Wer versteht hier Bahnhof?“ des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums waren ein voller Erfolg. Die Theater-AG präsentierte gemeinsam mit der Video-AG das komödiantische Stück von Thorsten Böhner. An gleich zwei Abenden wurde das Theaterspiel in der Aula des Gymnasiums aufgeführt und offenbarte dabei viele junge Talente.

Foto: David Metzmacher

Ein Bahnhof: gelbe Fahrpläne, ein Fahrkartenautomat, eine kesse Ansagerin, zahlreiche Reisende und viele intime, chaotische und vor allem witzige Szenen und Geschichten. Was den Bahnhof ausmacht: „Hier pulsiert das Leben. Zentrum und Niemandsland. Kein Typ Mensch, den Sie hier nicht antreffen. Hier erleben Sie Storys wie sonst nur im Theater“, erklärte der obdachlose Bahnhofsbewohner Jupp, gespielt von Luna Krist, dem Publikum.

Eröffnet wurde das Theaterstück aber mit einem szenischen Video: Zu sehen waren Aufnahmen von Straßen und Gebäuden in St. Goarshausen, der Schule sowie vom Koblenzer Hauptbahnhof. Ein Teil der Schauspieler stellte sich den Zuschauern so erst einmal im Klassenraum vor, quasi in ihrer natürlichen Umgebung also, bis dann ein harter Schnitt denselben Schüler in seiner Theaterrolle am Bahnhof in Koblenz zeigte.

In sehr kurzweiligen Episoden wurden dem Publikum dann die Bahnhofsgeschichten präsentiert: Da waren beispielsweise der gestrandete Junggesellenabschied, ein verkrachtes Ehepaar, eine Horde Snobs, die ständig wahlkämpfende Politikerin, die gestresste Geschäftsfrau, die Shakespeare rezitierende Schauspielaspirantin, eine Putzfrau und viele, viele mehr. Diese Figuren spielten mit- und gegeneinander, traten in wechselnden Kombinationen auf und trieben so fortwährend die Handlung voran. Die Figuren des Bühnenspiels selbst waren eher klischeehaft gezeichnet, häufig übertrieben und einseitig. Bei der großen Anzahl an Personen im Stück war dies jedoch keinesfalls ein Nachteil: Sie blieben so leicht zu fassen, fielen nicht aus ihren Rollen, und auch der Zuschauer wusste, was er zu erwarten hatte.

Für viele Lacher im Publikum sorgte so unter anderem der dreiköpfige Junggesellenabschied, der sich nach durchzechter Nacht an so gar nichts mehr erinnern konnte: Marcel Wendt, Luca Vondran und Philipp Kolbe harmonierten hier sehr gut. Und als Wendt, der zudem den in der Liebe unerfahrenen Raimund spielte, sich von dem „leichten Mädchen“ Nancy, verkörpert von Lisa Schneider, verführen ließ, war das einfach nur komisch anzusehen.

Die Ansagerin sowie Ticket- und Zeitschriftenverkäuferin trieb die anderen Figuren mit kuriosen Durchsagen, entnervenden Telefonansagen und schiefen Verkaufsmethoden regelmäßig in den Wahnsinn. Anna-Lena Menzel verkörperte diese Rolle großartig.

Die vielen verschiedenen Geschichten und Figuren im Stück ließen keine Längen aufkommen und unterhielten ausgezeichnet. Das Publikum belohnte die engagierten Jungschauspieler dafür lebhaft mit verdientem Szenenapplaus. Was am Ende des Bühnenspiels aus den Figuren wurde? „Die einen werden einen völlig neuen Fahrplan für ihr Leben aufstellen – und die anderen werden ihre Richtung nie ändern“, resümierte die skrupellose Politikerin, gespielt von Madina Simbargov.

An Bahnhöfen in aller Welt treffen die unterschiedlichsten Menschen, Lebenswege und Geschichten zusammen – tragische, inspirierende und lustige: Urkomisch werden diese vor allem durch ihr Zusammenspiel, ihre Begegnungen und Konfrontationen. Das Stück von Thorsten Böhner ist locker und lustig anzusehen und wurde sehr ansprechend von der Theater-AG umgesetzt. Heike Gutzeit-Becker, Lehrerin am Gymnasium und Regisseurin des Stücks, zeigte sich sehr zufrieden mit der kreativen Darbietung ihrer Schüler: „Ich bin stolz auf jeden Einzelnen. Alle haben sich eingebracht und viel Zeit aufgewendet.“ Die halbjährige Vorbereitung habe sich mehr als gelohnt, ist Gutzeit-Becker überzeugt: „Es waren viele neu in der Theater-AG. Die Herausforderung, ein tolles Ensemble auf die Beine zu stellen, haben wir dennoch gemeistert.“ Und es war in der Tat ein großes Ensemble, sodass sich nach dem Stück mehr als 40 Schüler der fünften bis zwölften Klasse verneigten und sich beklatschen lassen durften.

Von unserem Mitarbeiter David Metzmacher

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