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Bad Ems

Brückenfestival in Bad Ems: Drei strahlende Tage lang Feierlaune

Ulrike Bletzer

Für die einen ist es eine alte, längst lieb gewonnene Gewohnheit, für die anderen purer Zufall. „Wir kommen schon seit Langem jedes Jahr zum Brückenfestival“, erzählen Ursula und Horst Frielingsdorf aus Dausenau. Wegen der netten Leute und der gemütlichen Atmosphäre, erklären sie: „Und weil hier für jeden Geschmack etwas dabei ist.“ Regina und Artur Brittner aus Daun in der Eifel haben dagegen am Morgen, bildlich gesprochen, den Finger über die Landkarte kreisen lassen und spontan entschieden, heute mal nach Bad Ems zu fahren. Ohne es vorher zu ahnen, sind die beiden also mitten ins zweitgrößte Volksfest der Kurstadt geraten – und finden es „sehr fröhlich und ansprechend gestaltet“.

Der Spaß stand wie immer im Vordergrund bei den Teilnehmern des dritten Fun-Triathlons im Rahmen des Brückenfestivals. Fotos: Ulrike Bletzer
Der Spaß stand wie immer im Vordergrund bei den Teilnehmern des dritten Fun-Triathlons im Rahmen des Brückenfestivals. Fotos: Ulrike Bletzer
Foto: ubl

Stimmt. Die Organisatoren rund um Nina Jörnhs haben auch in der 22. Auflage des Spektakels keine Mühen gescheut, um die Besucher drei strahlende Tage lang bei Laune zu halten. So bekam das Publikum schon kurz nach der offiziellen Eröffnung am Freitagabend mit Stadtbürgermeister Berny Abt, Staatsbad-Bad-Ems-Geschäftsführer Thomas Wilhelmi, Uwe Bruchhäuser als Vorsitzendem des mitveranstaltenden Rudervereins Bad Ems sowie Noch-Marktkönigin Kathrin Plaggenmeier und Neu-Rosenkönigin Sibylla Busch ordentlich was auf die Ohren: Die Bands The Acoustics aus Koblenz und The Journeymen aus Oldenburg rockten die Bühne vor dem Spielcasino.

Zahlreiche Stände luden zum Flanieren ein.
Zahlreiche Stände luden zum Flanieren ein.
Foto: ubk

Tags darauf spielten sich dann dramatische Szenen ab. Beim Fun-Triathlon, der als Programm- und Höhepunkt des Brückenfestivals bereits seine dritte Runde drehte, kämpften sechs Dreier-Teams verbissen um Sieg und Ehre – und um den „megageilen Zinnteller“ (O-Ton Moderator Alex Zerfas), den es als Trophäe zu ergattern galt. Beim Stand-Up-Paddeln auf der Lahn, dem Gummistiefellauf über die Carl-Heyer-Promenade und Kaiserbrücke bis in den Kurpark und dem finalen Sackhüpf-Parcours mit Pfeilwerfen schenkten sich die Olympioniken nichts, rangen um jeden Zentimeter Vorsprung und verausgabten sich bis zum Geht-nicht-mehr, den Sieg stets im Blick. Nein, Scherz beiseite: Natürlich stand beim Fun-Triathlon ganz der Spaß an der Gaudi im Vordergrund, und übermäßig ehrgeizig oder gar verbiestert wirkte hier rein gar niemand.

Reichlich Action und Spannung gab‘s trotzdem: Während Rennleiter und „Oberschiedsrichter“ Michael Kapski auf dem Drahtesel zwischen Start und Ziel hin- und herflitzte, hatte Moderator Alex Zerfas den einen oder anderen launigen Spruch auf Lager („Herzlichen Glückwunsch zu 270 Metern kostenfreiem Laufen durch den Kurpark“, als ein Sackhüpfer bei allen drei Pfeilwürfen den Luftballon verfehlte und folgerichtig drei Strafrunden aufgebrummt bekam) und schaffte es sogar, den zufällig in den Trubel geratenen Backesverein aus Dattenberg für den Fun-Triathlon 2019 anzuwerben.

Und der „megageile Zinnteller“? Am Ende hatte das in seinen neongelben Hemden beim besten Willen nicht zu übersehende Team „Beste Bässe“ des Bad Emser St. Martins-Chors die Nase vorn, dicht gefolgt von den „Gugge Mario Sisters“ des Musikvereins Gugge’mer’ma. Auf Platz 3 landete die „Gummibierbande“, auf Platz 4 die „Crazy Birds“ rund um die bereits nominierte, aber noch nicht inthronisierte Marktkönigin Laura Lotz. Den ehrenvollen fünften und letzten Platz wiederum teilten sich das „Team Marktkönigin“ rund um Kathrin Plaggenmeier und die „Wonderwomen“ der Kita Play & Fun. Ach, und übrigens: Den Sonderpokal für das schönste Kostüm heimsten zum dritten Mal in Folge (und damit bis dato immer) die Gugge Mario Sisters mit ihrem Mix aus Lausbuben- und Prinzessinnenlook ein. Der Fun-Triathlon – eine ebenso spritzige wie witzige Angelegenheit, die erneut das perfekte Pendant zur „ernsten“ Kaiser-Sprint-Regatta lieferte. Allerdings: Dieses Mal waren nur knapp halb so viele Teams am Start wie noch im vergangenen Jahr. „Baut mal ein bisschen Konkurrenz für 2019 auf“, appellierte deshalb Michael Kapski.

Was es sonst noch so an Attraktionen gab? Na, die 30 bis 35 am Lahnufer entlang aufgereihten Stände natürlich, die zum Flanieren und Schnabulieren einluden. Neben kulinarischen Verlockungen bot die Festmeile, auf der man halb Bad Ems traf, Kleider, Schmuck und einiges mehr. Der Nachwuchs hatte wiederum sein eigenes „Revier“: auf der Kindererlebniswiese inklusive Karussell, Hüpfburg und Co. weiter hinten im Kurpark und, am Sonntag, beim Kinderflohmarkt der Abfallwirtschaft Rhein-Lahn. Dazu ging’s nicht nur am Freitag musikalisch zur Sache: Während am Samstagabend die Bands Neun Live und Kreuzwort einen funkigen bis rockigen Sound zelebrierten, ging‘s tags darauf beim Posaunenchor Weisel und dem Mosel-Duo aus Brodenbach deutlich gesetzter zu. In vielerlei Hinsicht eine große Vielfalt bot das Brückenfestival also. Das fantastische Wetter tat sein Übriges dazu, dass an allen drei Tagen reger Betrieb herrschte.

Von unserer Mitarbeiterin
Ulrike Bletzer

Das Brückenfestival - eine Familientradition

Das Bad Emser Brückenfestival wurde im Jahr 1997 von Friedel Jörnhs ins Leben gerufen. In der Anfangszeit fand es seinem Namen entsprechend auf der Kur- und Bahnhofsbrücke statt, bis es aus Platzgründen in den Kurpark umziehen musste. Ursprünglich kostete der Besuch des Festivals Eintritt, was sich auf Dauer aber nicht halten ließ.

Die Stadt Bad Ems, die Staatsbad Bad Ems GmbH und eine Reihe weiterer Sponsoren unterstützen die Veranstaltung, zu der seit 2010 auch die Kaiser-Sprint-Regatta des Rudervereins Bad Ems gehört. Seit Friedel Jörnhs‘ Tod im Jahr 2012 führt seine Tochter Nina das Brückenfestival im Gedenken an ihren Vater weiter – mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Mutter und ihrer Geschwister, wie sie bei der Eröffnung betonte. ubl

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