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Nastätten

Beitrag zur Energiewende: Hof Singhof hat eigenes Windrad

Cordula Sailer

Die Aufbauarbeiten waren schon aus der Ferne zu sehen: Am Dienstag ist beim Bio-Hof Singhof in Nastätten eine Windkraftanlage aufgebaut worden. Inklusive der Rotorblätter kommt die Anlage auf eine Höhe von gut 48 Metern. Etwa 75 Prozent des Stroms, der auf dem Bauernhof benötigt wird, soll damit in Zukunft selbst erzeugt werden. „Das Ziel ist es, 55.000 bis 60.000 kWh Strom im Jahr zu erzeugen“, erklärt Landwirt Manfred Singhof.

Manfred und Stefanie Singhof sehen ganz schön klein aus neben ihrer Windkraftanlage, die am Dienstag an ihrem Bio-Hof in Nastätten aufgestellt worden ist. Sie soll bald eigenen Strom für den Hof liefern.  Foto: Cordula Sailer
Manfred und Stefanie Singhof sehen ganz schön klein aus neben ihrer Windkraftanlage, die am Dienstag an ihrem Bio-Hof in Nastätten aufgestellt worden ist. Sie soll bald eigenen Strom für den Hof liefern.
Foto: Cordula Sailer

Die Idee für ein eigenes Windrad hat Singhof 2013 von einer Messe mit nach Hause gebracht. „Wir haben uns dann lange Gedanken gemacht“, erinnert er sich. Gekauft habe er die Anlage dann im Frühjahr 2014 – die Anschaffungskosten liegen bei etwa 175.000 Euro. „Die Genehmigung haben wir im März 2017 bekommen“, sagt Singhof, „so lange hat es gedauert.“

Das Genehmigungsverfahren sei aufwendig: Ein Begleitplan in Sachen Naturschutz musste erstellt werden. „Wir müssen jetzt Ausgleichsmaßnahmen machen“, erläutert Singhof. Rund um die Windkraftanlage werde eine Hecke gepflanzt, „damit die Greifvögel nicht unmittelbar an der Anlage nach Mäusen suchen“. Zudem müsse er nun auf bestimmten Feldern im Umfeld Lerchenfenster freihalten – also Flächen, die nicht bewirtschaftet werden und auf denen die Vögel Brutplätze finden.

Da das Windrad zum landwirtschaftlichen Betrieb gehört, ist es im Sinne des Baurechts ein „privilegiertes Vorhaben“. Somit sei die Anlage nicht vom Teilflächennutzungsplan für Windenergie der Verbandsgemeinde Nastätten tangiert, so Singhof. „Das ist eine kleine Windkraftanlage für unseren Eigenbedarf.“ Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist, jedenfalls zunächst. „Wir wollen irgendwann noch einen Speicher einbauen, damit wir etwas flexibler sind“, erklärt Singhof.

Ob sich die gewünschte Menge an Strom über die Anlage erzeugen lässt, bleibe noch abzuwarten. Als Grundlage für seine Berechnungen hat Singhof die Erfahrungen eines Anlagenbetreibers aus Holzhausen genutzt. „Ein bisschen Risiko ist das noch“, sagt Singhof. Doch er glaubt: „Wenn die Energiewende nicht von der Politik vorangetrieben wird, muss man halt selbst aktiv werden.“

Von unserer Redakteurin Cordula Sailer
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