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    LahnsteinAusschuss: Hundewiese frei lassen

    Vom Flächennutzungsplan her gesehen handle es sich „fast um eine Fliegendreckfläche“, sagte Winfried Hoß, für die Stadtentwicklung zuständiger Mitarbeiter der Stadt Lahnstein, auf der jüngsten Sitzung des Fachbereichsausschusses 4 (früher Bauausschuss) – und meinte damit die überschaubaren Ausmaße der zwischen dem Niederlahnsteiner Sportzentrum und dem Rhein gelegenen, im Norden von der Blücher- und im Süden von der Stolzenfelsstraße begrenzten Hundewiese. Doch so klein diese „Fliegendreckfläche“ auch sein mag: Wie es mit ihr weitergehen soll, erregt derzeit die Gemüter.

    Wie es mit der Hundewiese weitergehen soll, erregt die Gemüter.  Foto: Kring
    Wie es mit der Hundewiese weitergehen soll, erregt die Gemüter.
    Foto: Kring

    Ins Visier des öffentlichen Interesses geraten ist die städtische Fläche, seitdem der Betreiber des Wohnmobilparks „Am Kränchen“ in der Johannesstraße auf ihr einen zweiten Standort eröffnen will. Dafür wären zwei grundlegende formale Schritte erforderlich: Statt wie bisher als „öffentliche Grünfläche“ müsste die Hundewiese im Flächennutzungsplan als „Sonderbaugebiet, das der Erholung dient“ und im Bebauungsplan als „Sondergebiet, das der Erholung dient: Campingplatz“ ausgewiesen werden.

    Entscheiden muss darüber der Stadtrat auf seiner Sitzung am Donnerstag – und sieht sich nun mit zwei voneinander abweichenden Ausschuss-Empfehlungen konfrontiert. Denn nachdem der Haupt- und Finanzausschuss mit knapper Mehrheit für die Änderungen votiert hatte, sprach sich der Bauausschuss klar für eine andere Vorgehensweise aus: Auf einen Antrag der SPD-Fraktionsvorsitzenden Gabi Laschet-Einig hin beauftragte er die Stadtverwaltung, nach einer Alternativfläche für die Hundewiese zu suchen.

    Viele Ausschussmitglieder lehnen einen Wohnmobilpark auf der Hundewiese zwar nicht kategorisch ab, stören sich aber am Tempo, mit dem er auf den Weg gebracht werden soll. So zum Beispiel Paul Arzheimer (FBL): „Es wurden keinerlei Alternativen diskutiert“, kritisierte er. „Dabei stehen wir unter keinem Zeitdruck. Wir sollten in Ruhe gemeinsam mit den Anwohnern nach einer Lösung suchen und nicht nur die Interessen des Betreibers und der Stadt berücksichtigen.“

    Apropos Anwohner: „Was wollen wir den Bürgern eigentlich noch alles zumuten?“, fragte Sieglinde Bornschier (SPD) mit Blick auf die Situation unter anderem in der Friedrich-Ebert-, Schiller-, Stolzenfels- und Blücherstraße. Durch das Johannes-Gymnasium und die Schillerschule, die daneben geplante Kita und die Schiffsanlegestelle bedingt sei das Verkehrsaufkommen bereits extrem hoch. „Als ich gehört habe, dass jetzt auch noch Wohnmobile dort durchfahren sollen, bin ich fast aus der Hose gesprungen“, so Bornschier wörtlich.

    Eine Zuwegung über die Blücherstraße würde zwar die stark frequentierte Stolzenfelsstraße entlasten und es ermöglichen, dass der Tennisclub-Parkplatz erhalten bleibt. Aber, wie unter anderem Melanie Scheeben (CDU) zu bedenken gab: „Sie ist problematisch, weil dafür voraussichtlich zwei private Gärten weichen müssten.“ Über die Nutzung der Hundewiese zu beraten, sei die ureigenste Angelegenheit des Bauausschusses, betonte Scheeben. „Ich finde es ärgerlich, dass man diesen Grundsatzbeschluss in den Haupt- und Finanzausschuss verlagert hat – offenbar, um uns dessen Meinung aufzudrücken“, sagte sie und bezeichnete es zudem als „äußerst ungeschickt“, das touristische Potenzial der Rheinanlagen durch einen weiteren Wohnmobilpark zu gefährden.

    Vom touristischen Potenzial im Allgemeinen zur Bundesgartenschau im Besonderen: Man solle die Hundewiese lieber in die Buga 2031 einbinden, als sie mit Wohnmobilen zustellen, hieß es von vielen Seiten. Einer der wenigen, die das Vorhaben befürworteten, war CDU-Fraktionschef Johannes Lauer. „Ob sich die Buga auf dieser Wiese entscheiden wird, wage ich zu bezweifeln“, sagte er und zeigte sich sicher: „Wenn man sie dafür braucht, wird es für die Stadt kein Problem sein, den Betreiber dazu zu bewegen, dass er vorübergehend woandershin ausweicht.“

    Und was die Verkehrssituation betrifft: Die könne man auch dramatisieren, fand Lauer. So habe es wegen der 60 Stellplätze in der Johannesstraße noch nie Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben. Und: „Es ist keine ganzjährige Nutzung vorgesehen. Der Wohnmobilpark wird nur von März bis Oktober in Betrieb sein.“ Eine Einschätzung, der Laschet-Einig widersprach: „Die Winter werden immer milder. Das führt dazu, dass solche Plätze ganzjährig angefahren werden. Außerdem ist der Wohnmobilpark ‚Am Kränchen‘ nach Auskunft des Betreibers hoffnungslos überfüllt“, sagte sie und bekräftigte ihren zu Beginn der Diskussion gestellten Antrag, die Verwaltung möge sich um Alternativen für die Hundewiese kümmern. Am Ende schloss sich der Bauausschuss, der unter Leitung von Adalbert Dornbusch stand, diesem Antrag bei drei Gegenstimmen an.

    Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Bletzer
     

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