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    Ausgebüxt und abgestürzt: Rind verschwindet spurlos im Jammertal

    „Wer bitte vermisst ein braungeflecktes Rind? Gesichtet im Jammertal. Könnte verletzt sein!“ Dieser außergewöhnliche Suchaufruf macht momentan auf Facebook die Runde.

    Das Rind blieb nach seinem 20 Meter tiefen Sturz nur kurz liegen, rappelte sich dann wieder auf und verschwand im Jammertal.  Foto: Antje Schranz
    Das Rind blieb nach seinem 20 Meter tiefen Sturz nur kurz liegen, rappelte sich dann wieder auf und verschwand im Jammertal.
    Foto: Antje Schranz

    70-mal schon wurde die Geschichte geteilt, die Antje Schranz aus Nastätten dort berichtet. Am 6. August war sie mit ihrem Mann im Jammertal wandern: „Von der Mittelmühle ging es rechtseitig los. Etwa einen Kilometer hinter dem Abzweig ,19 Löcher' steht mitten im Bach ein Rind“, berichtet sie. Eine Kuh oder Ochse mit Hörnern sei es gewesen, das Fell braun-weiß gemustert. Das Paar war mit sechs Hunden unterwegs: „Auch wenn diese brav und genauso überrascht waren wie wir Menschen, hat sich das Rind erschreckt und ist durch den Dörsbach geflüchtet.“

    Damit nicht genug: „Wir begegnetet ihm auf unserem Weg ein zweites Mal kurz darauf. Wieder flüchtete es und lief kurz darauf dann den Hang hoch.“ Die Situation eskalierte, die Kuh war ängstlich und „wir konnten uns auch nicht auflösen“, so die passionierte Tierschützerin. Schockiert berichtet sie, was dann geschah: „Das Rind kam ins Rutschen, stürzte gut 20 Meter in die Tiefe und hat sich dabei überschlagen.“ Die Wanderer dachten, das Tier habe diesen Sturz nicht überlebt, doch dann: „Ein Ohr zuckt, der Brustkorb hebt sich, es berappelt sich, steht auf und geht.“ Antje Schranz und ihre Begleiter verloren das Tier aus den Augen. Sie konnte aus der Ferne nicht feststellen, ob und wie schwer es verletzt ist, rief die 110 an und wurde so mit der Polizeiinspektion Bad Ems verbunden, die sich sehr engagiert um den Fall kümmerte: „Ich habe später noch mal nachgefragt. Die Polizistin hat sich wohl die Finger wund telefoniert, bisher leider noch ohne Erfolg.“ Die Frau aus Nastätten ist jedoch bis heute beeindruckt vom Einsatz der Polizei vor Ort: „Ein dickes Lob an die Polizei in unserer Gegend: Mit drei Beamten habe ich gesprochen, alle sehr nett und hilfsbereit!“

    Das Schicksal der abgestürzten Kuh lässt ihr keine Ruhe. Sie veröffentlichte die Fotos, die sie auf die Schnelle im Jammertal gemacht hatte, im Internet. 70-mal wurde dieser Aufruf bisher geteilt: „Also wer vermisst sein Rind, ob nun Kuh oder Ochse, im Jammertal zwischen Mittelmühle und Obernhof?“, fragt sie. Bisher hat sie keine Antwort auf diese Frage bekommen. Auch bei der Polizei hat man bisher keine neuen Erkenntnisse dazu, woher das Rind stammt, wie es ihm geht und ob der Besitzer es vermisst oder sogar wieder gefunden hat. Peter Croonenbrock von der Polizeiinspektion Bad Ems erklärte dazu am Donnerstag: „Eigentlich ist so ein Fall natürlich nichts für die Polizei, aber es war natürlich schon gut, dass die Dame sich bei uns gemeldet hat. Wir haben versucht, den Jagdausübungsberechtigten zu erreichen. Jäger sind zwar auch nicht für Kühe zuständig, aber oft weiß ja der Jäger, wem das Feld oder Vieh gehört.“ Bisher habe man jedoch keinen Erfolg gehabt. Der Fall stelle aber schon eine gewisse Gefahr für das Tier selber oder Wanderer im Wald dar. Antje Schranz wünscht daher am Ende ihres Aufrufs: „Hoffentlich geht das gut aus für alle.“

    Von unserer Redakteurin Dagmar Schweickert
     

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