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VG Nassau

Auftragsvergabe für Kita: Zu wenig Zeit für Angebot

Carlo Rosenkranz

Die Sanitärarbeiten für den Neubau der Kindertagesstätte in Nassau sind neu ausgeschrieben worden. Grund dafür ist, dass kein einziger Betrieb ein Angebot für die Arbeiten abgegeben hatte. VG-Bürgermeister Udo Rau (CDU) zeigte sich in der jüngsten Sitzung des Rats verwundert, dass sechs Firmen das entsprechende Leistungsverzeichnis angefordert hatten, dann aber niemand ein Angebot abgab. Unter den zunächst interessierten Betrieben sei keiner aus der Verbandsgemeinde Nassau gewesen.

In den vergangenen Wochen wurde bereits mit der Erstellung der Baustraße, die später zur Zufahrt ausgebaut wird, begonnen. Wenn diese fertig ist, kann ja nach Witterung mit dem Rohbau begonnen werden.​
In den vergangenen Wochen wurde bereits mit der Erstellung der Baustraße, die später zur Zufahrt ausgebaut wird, begonnen. Wenn diese fertig ist, kann ja nach Witterung mit dem Rohbau begonnen werden.​
Foto: Carlo Rosenkranz

Ratsmitglied Wolfgang Spitz, selbst Inhaber eines Installateurbetriebs, kritisierte, dass die von dem damit beauftragten Fachingenieur gesetzten Fristen zur Abgabe eines Angebots zu kurz gewesen seien, und bezeichnete diese als Unverschämtheit. „In dieser Zeit kann man nicht mal die Preise beim Großhandel einholen“, sagte Wolfgang Spitz.

Insgesamt vergab der Rat Aufträge für den Kita-Neubau im Volumen von rund 857.000 Euro, wobei die Elektroarbeiten mit etwa einer Viertelmillion Euro den größten Einzelposten ausmachen. Dieses Gewerk wurde als einziges an eine heimische Firma vergeben. Das Inhaber-Ehepaar bestätigte im Kern Spitz‘ Kritik. Von nominell 21 Kalendertagen zwischen Ausschreibung und Abgabetermin seien aufgrund von Feiertagen und Wochenende tatsächlich nur zehn Arbeitstage geblieben. Das sei extrem knapp für ein seriös kalkuliertes Angebot. Der Beigeordnete Burckhard Jaeger (FWG Forum), der beruflich in einem Großhandelsunternehmen tätig ist, erläuterte: „Wenn die Betriebe uns nicht wenigstens zehn Tage Vorlauf geben, bearbeiten wir ihre Anfrage gar nicht erst.“ Laut Spitz sind große Handwerksbetriebe in der Lage, solch enge Fristen zu halten, nicht aber kleinere Betriebe, die solche Kalkulationen abends und am Wochenende machen. „Mit längeren Fristen würde man mehr Angebote bekommen und könnte eventuell Geld sparen“, sagte Spitz.

Wie wichtig es aus finanzieller Sicht ist, dass sich mehrere – auch heimische – Betriebe auf Ausschreibungen hin bewerben, machte Bürgermeister Rau deutlich. „Wenn die Firma Pfaff nicht ein Angebot abgegeben hätte, würden wir für die Elektroarbeiten rund 120.000 Euro mehr ausgeben müssen“, sagte er.

Um nun auch im Sanitärbereich einen Betrieb beauftragen zu können, wurde eine neue, beschränkte Ausschreibung der Arbeiten vorgenommen, für die es bereits neun Interessenten gibt. Der Eröffnungstermin wurde auf den 18. Januar festgesetzt, sodass über die Feiertage insgesamt 50 Kalendertage zur Verfügung stehen. Danach soll der Auftrag per Eilentscheidung vom Bürgermeister vergeben werden. Damit erklärte sich der Rat einverstanden.

Die nächste planmäßige Ratssitzung im März sei zu spät, um Verzögerungen beim Bau der Kita zu vermeiden. Die Sitzungstermine der Gremien geben wegen der notwendigen Vergabe durch den Rat normalerweise einen Rhythmus für Ausschreibungen und Fristen vor. „Im Idealfall wird vorher noch im Hauptausschuss darüber beraten“, sagte Rau.

In den vergangenen Wochen wurde bereits mit der Erstellung der Baustraße begonnen. Wenn diese fertig ist, kann ja nach Witterung mit dem Rohbau begonnen werden. Auch an der neuen Mensa und Küche des benachbarten Leifheit-Campus wird bereits gearbeitet. Die Einrichtung soll gemeinsam genutzt werden können. Laut Bürgermeister Rau liegt die aktuelle Kostenschätzung für die neue Kita bei 3,34 Millionen Euro. „Wir liegen gegenwärtig 115.000 Euro unter dem Plan“, sagte er. Das ergebe die Berechnung des Architekten. Es habe sich dabei bewährt, dass Campus und Verbandsgemeinde gemeinsame Ausschreibungen vornehmen.

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

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