40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RLZ Bad Ems/Lahnstein
  • » Auf den Spuren der Bergarbeiter: Viele Neulinge beim Barbaramarsch
  • Aus unserem Archiv
    Winden/Bad Ems

    Auf den Spuren der Bergarbeiter: Viele Neulinge beim Barbaramarsch

    Wie einst Scharen von Bergarbeitern macht sich die Bad Emser Arbeitsgemeinschaft Bahnen und Bergbau jedes Jahr am Barbaratag zu Fuß zur Emser Hütte und den dortigen Erzgruben. Dieses Mal schlossen sich viele Neulinge an.

    VG-Bürgermeister Udo Rau (links), der ehemalige Kreisbeigeordnete Helmut Klöckner und Windens Ortschef Gebhard Linscheid beim Frühstück in der Kreuzmühle.
    VG-Bürgermeister Udo Rau (links), der ehemalige Kreisbeigeordnete Helmut Klöckner und Windens Ortschef Gebhard Linscheid beim Frühstück in der Kreuzmühle.
    Foto: Frank Girmann

    Eine sternenklare Nacht mit klirrender Kälte liegt über der Ortsgemeinde Winden in der Verbandsgemeinde Nassau. Das Thermometer zeigt minus fünf Grad an. Das Wetter ist trocken. Die knapp 700 Einwohner kuscheln sich gemütlich im warmen Bettchen. Alle? Nein! Einzelne Windener haben ihren Wecker aktiviert. Auch andere Menschen aus der Region und darüber hinaus lassen sich in dieser Nacht wach klingeln, denn es ist Barbaratag, der 4. Dezember. Der "Feiertag" der Bergleute ist seit 21 Jahren für die Bad Emser Arbeitsgemeinschaft Bahnen und Bergbau der passende Anlass, sich mit dem Barbaramarsch in eine Zeit zurückzuversetzen, als Scharen von Bergarbeitern von außerhalb zu Fuß zur Emser Hütte und den dortigen Erzgruben pendelten.

    Was 1996 als "Schnapsidee" geboren wurde, hat sich zu einem "Event" entwickelt, das ein außergewöhnliches Erlebnis mit tiefsinnigem Hintergrund verbindet. Jahr für Jahr startet diese besondere Nachtwanderung von einem authentischen Bergmannswohnort, wobei die ausgewählte Route in circa zweieinhalb Stunden zu bewältigen ist - denn dies war meist die Obergrenze für den täglichen Arbeitsweg unserer Vorfahren. Winden sei hier schon grenzwertig, wie Frank Girmann, der Vorsitzende des Emser Bergbauvereins, betonte. "Die Windener Bergleute zog es meist zur Grube Holzappel - aber einzelne auch zu den Gruben Pfingstwiese und Neuhoffnung in Bad Ems."

    Um 3 Uhr früh startete der Wander-Lindwurm am Bürgerhaus. Sage und schreibe 80 Frühaufsteher hatten sich lampenbewaffnet eingefunden und wurden von Girmann eingestimmt, der unter den vielen warm eingepackten Mützenträgern auch Nassaus Verbandsbürgermeister Udo Rau begrüßen konnte. Einer der Vorfahren Raus arbeitete auch untertage, weswegen er sich dem Barbaramarsch anschloss.

    Und es ging gleich richtig zur Sache! Vom Start weg hieß es, das "Berggetriebe" bei flotten "Umdrehungen" einschalten. Der asphaltierte Abschnitt zu Beginn war teilweise glatt und führte ohne Umschweife auf die Höhe. Schon zog sich die Gruppe beträchtlich auseinander, sodass - oben angekommen - ein Sammelstopp am Lohberg nötig erschien. Nach dem Überqueren der Kreisstraße 4 begann ein gut ausgebauter Waldweg, der großteils kerzengerade über den Scherpinger Kopf an der Kreuzeiche vorbeiführte. Die Besonderheit des Baumes ist ein eingewachsenes Kruzifix aus Gusseisen. Eine knappe Linkswendung und über Kellerhecke und Steinwiese sowie mit Querung der K 173 kamen die Lichter von Welschneudorf in Sicht. Die Marschroute bog dann mit Beginn der Feldflur ab.

     

    In kurzen Pausen konnte sich die ausgedehnte Wandergruppe sammeln.
    In kurzen Pausen konnte sich die ausgedehnte Wandergruppe sammeln.

    In freien Lagen fand im Lauf manch Teilnehmer die Zeit, einen Blick in den tollen Nachthimmel zu richten, wo das Sternbild Orion die Richtung vorgab. Kemmenau lag voraus, wurde jedoch westlich im Wald umgangen. Zuvor säumten Weißer Stein, Einsiedler und First den Weg, dessen frostig gequollener Belag merklich unter den Wanderschuhen knirschte. Die Gruppe war guter Laune und flott unterwegs. So flott sogar, dass der Wanderführer mäßigend eingreifen musste, damit man nicht zu früh am Ziel eintraf. In der Kreuzmühle wartete nämlich als Lohn für die Strapazen ein deftiges Frühstück, zu dem die Brötchen allerdings noch unterwegs waren. Mit leicht angezogener Bremse gelang aber allen eine Punktlandung. Josef und Bianca Sauer hatten das Lokal einsatzbereit und die Marschierer waren nicht zu früh auf die Zielgerade eingebogen.

    Fazit der Barbara-Aktion: Allen hat es gut gefallen. Den Stamm-Marschierern und auch den vielen Neulingen. Die Tour ging - bis auf einen Ausrutscher - reibungslos über die Bühne und hat dem Vernehmen nach wieder viele Freunde gewonnen. fwg

    Bad Ems Lahnstein
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Anzeige
    Regionalwetter
    Montag

    10°C - 15°C
    Dienstag

    13°C - 17°C
    Mittwoch

    12°C - 21°C
    Donnerstag

    12°C - 20°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    epaper-startseite
    Anzeige