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Kreis Altenkirchen

Wissen: Wird aus der Realschule das neue Rathaus?

Die Verbandsgemeinde Wissen kann ihre Pläne für ein neues Rathaus wieder aus der Schublade holen: Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) hat Bürgermeister Michael Wagener (CDU) jetzt offiziell schriftlich mitgeteilt, dass Wissen nicht mehr Gegenstand des Gebietsänderungsverfahrens ist. Nachdem sich die Verbandsgemeinden Gebhardshain und Betzdorf über eine Fusion einig sind und das Gesetzgebungsverfahren inzwischen läuft (die RZ berichtete), ist die vom Land ursprünglich favorisierte Fusion von Gebhardshain und Wissen vom Tisch.

Von unserem Redaktionsleiter Marcelo Peerenboom

Und schon geht es in Wissen wieder um die Frage, wo die Rathausmitarbeiter künftig arbeiten sollen. Aufgrund der Diskussion um die Kommunalreform hatte das Land jegliche Rathauspläne erst einmal auf Eis legen lassen. Da diese Frage nun geklärt ist, drückt Bürgermeister Michael Wagener in der Rathausfrage wieder aufs Tempo. Denn: Das aus dem Jahr 1958 stammende jetzige Rathaus hat keinen Aufzug, ist eine energetische Katastrophe und eine Generalsanierung völlig unwirtschaftlich, wie auch die Aufsichtsbehörde ADD konstatiert hat.

Platz genug dürfte das alte Realschulgebäude im Kreuztal für Zwecke des Rathauses bieten. Voraussichtlich zum Halbjahreswechsel Anfang Februar werden Schüler und Lehrer dort ausziehen. Foto: Marcelo Peerenboom
Platz genug dürfte das alte Realschulgebäude im Kreuztal für Zwecke des Rathauses bieten. Voraussichtlich zum Halbjahreswechsel Anfang Februar werden Schüler und Lehrer dort ausziehen.
Foto: Marcelo Peerenboom

Ginge es nach dem Willen des Bürgermeisters, stünde auf der gegenüberliegenden Seite, gleich neben der Westerwald-Bank, bereits ein schickes, neues Rathaus mit attraktiver Glasfassade und genügend Platz für alle Verwaltungsmitarbeiter, Praktikanten und alte Aktenberge. Doch Innenminister Roger Lewentz hatte bei seinem Besuch in Wissen kurz vor den Sommerferien auferlegt, auch Alternativen zu einem Neubau zu prüfen.

In diesem Zusammenhang ergibt sich inzwischen eine Möglichkeit, die vor einem Jahr, als die RZ erstmals die Neubaupläne vorstellte, noch gar nicht absehbar war: Das alte Realschulgebäude im Kreuztal wird zum 1. Februar kommenden Jahres leer stehen, weil die Realschule plus dann alle Schüler am Standort auf dem Alserberg unterrichten wird. Die Zeit der Aufteilung auf zwei Gebäude gehört dann der Vergangenheit an. Und die Vermutung, die Berufsbildende Schule könnte Bedarf haben und das Gebäude im Kreuztal nutzen, hat sich erledigt, wie Wagener auf RZ-Anfrage bestätigt.

So könnte das neue Wissener Rathaus nach den vorliegenden Plänen aussehen. Es besticht vor allem durch seine Glasfassade.
So könnte das neue Wissener Rathaus nach den vorliegenden Plänen aussehen. Es besticht vor allem durch seine Glasfassade.

Das nicht mehr benötigte Haus bietet mehrere Vorteile: Die Bausubstanz des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes ist gut; die Klassenräume ließen sich, entsprechend geteilt, zu Büros umfunktionieren; der Bau liegt in Zentrumsnähe; Parkplätze sind vorhanden, und ein Sitzungssaal könnte im bisherigen Musikraum im Obergeschoss eingerichtet werden.

Noch ist natürlich nicht geklärt, wie hoch der Kostenaufwand wäre, um aus der Schule ein Rathaus zu machen. Doch handelt es sich um eine ernst zu nehmende Alternative zu einem Neubau, dessen Kosten laut Bürgermeister Wagener bei 6,8 Millionen Euro liegen. Bei dieser Summe war auch die Kommunalaufsicht hellhörig geworden und hatte der Verbandsgemeinde in die Haushaltsgenehmigung einen wichtigen Hinweis geschrieben: Akzeptabel sei beim Thema Rathaus nur die wirtschaftlichste Lösung. Und auch bei der ADD hatte es nach Vorlage der ersten Neubaupläne noch reichlich Gesprächsbedarf gegeben.

Auf RZ-Anfrage erklärt Bürgermeister Wagener zwar, das Realschulgebäude sei erheblich zu groß. Aber: "Ich bin da offen." In Kürze will er gemeinsam mit den Fraktionssprechern ein "Beratungsgespräch" bei der ADD führen. Am Ende ist laut Wagener schließlich entscheidend, was das Land fördert und was nicht. Dabei dürfte auch die Frage eine Rolle spielen, ob auch eine Nutzung des inzwischen leer stehenden ehemaligen Katasteramts in Betracht kommt, auch wenn Michael Wagener es für "zu klein" hält.

Altenkirchen Betzdorf
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