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Niederfischbach

Wilde Horden liefern sich spaßige Duelle

Die Premiere ist gelungen: Der erster Niederfischbacher Germanenwettstreit kam am Samstag bei Teilnehmern wie Zuschauern bestens an.

Kriegsgeschrei ertönt im Asdorftal. Die Germanen sind in Niederfischbach zurückgekehrt. Sie kämpfen Auge um Auge und Zahn um Zahn in skurrilen Disziplinen, ein Mordsspaß, der auch die Zuschauer nach Luft japsen lässt – eine Verschnaufpause beim Lachen „gönnt" nur der Regen.

Die Ortsvereine haben in einer Gemeinschaftsaktion erstmals zu einem Germanenwettstreit eingeladen. Eine tolle Idee, entstanden bei ihren seit diesem Jahr stattfindenden regelmäßigen Treffen, mit denen man die Gemeinschaft zwischen den Vereinen fördern und etwas zusammen machen will.

„Wir versuchen in Anbetracht der geburtenschwachen Jahrgänge, mehr zusammenzurücken", erklärt Wolfgang Neuhoff, Vorsitzender des TuS Germania Fischbacherhütte. Er gehört zum fünfköpfigen Organisationsteam, das den Germanenwettstreit in drei Monaten auf die Beine stellte, die vier anderen sind Bernd Becker (SPD), Wolfgang Mertens (Musikverein), Dirk Kober (TuS) und Jürgen Hebel (Feuerwehr). Die Resonanz war gleich gut: Aus allen Ortsvereinen haben sich „Sippen" für den Wettstreit angemeldet oder wurden Helfer beim Event gestellt. So übernahmen der Gartenbauverein den Grill-, die Schützen den Kuchenstand, derweil Edeka Neukauf die komplette Beköstigung spendierte. Ohne die Wettstreitdisziplinen zu kennen, machten sich zwölf Mannschaften (Kinder, Jugendliche & Erwachsene) für den Kampf parat, wobei jede Sippe aus fünf Kriegern bestand: einem Stammesfürsten und vier Gefolgsleuten.

Los ging das Spektakel mittags auf dem Marktplatz, wo sich die nach eigenwilliger Stammesmode gekleideten Sippen ums ebenfalls germanisch kostümierte Orga-Team scharten. Hörnerhelme bestimmen das Bild, doch bei der Sippe „Brandwehr" ragen von einem Helm statt Hörnern Feuerwehrstrahlrohre. Zum Klang der Trommel zieht die ganze Horde durchs Dorf in den Bürgerpark. Dort müssen sich die Sippen im Fünfkampf messen. Humorig versprechen die Moderatoren Mertens und Kober: „Jede Anstrengung wird gnadenlos belohnt."

Es gilt, den lautesten Kampfschrei zu brüllen (dies gelingt der Frauensippe „Keulenschwinger" vom TV 66 mit 100,2 Dezibel), mit Tüchern Wasser zu transportieren (Highlander im Schottenrock, die Sippe „Celtic Glasvoll" vom SV 09 Adler, erzielen den Rekord: 8,3 Liter), den Stammesfürst auf zwei Stangen in einer „Acht" um Bäume zu tragen (die lustigste Technik ersinnt der Fürst der „3. Rotte" des TuS: Stangen werden eng umschlungen wie ein Grillbraten). Weitere Disziplinen sind der Keulenweitwurf und im K.o.-System den Gegner mit Säcken vom Schwebebalken schlagen (die Sippe „Hau drupp" vom Teakwon-Do-Club schafft das ohne Draufhauen, nur durch „vernichtende" Blicke). Bis zum Abend tobt die lustig-spannende Schlacht – und gleich drauf ein Gewitter. Die Moderatoren erwarten von echten Germanen jedoch Wasser- und Wetterfestigkeit: „Das Endergebnis verraten wir erst, wenn der Regen in Schnee übergegangen ist."

Schließlich geben sie die Sieger-Sippe bekannt: „Celtic Glasvoll" hat mit 39 von 50 möglichen Punkten das Ritteressen in der Nähe von Köln gewonnen. Bei den Kindern siegte die Sippe „Keulis" vom TV 66 und bekommt einen Kinogutschein. Becker, in seinem schwarz-rot-goldenen Fellüberwurf, ist mit dem „hier kürzesten Minikleid" sicherlich „sexiest Germane alive", als einer der Organisatoren aber nicht für den Sonderpreis „schönstes Outfit" vorgesehen. Dafür sind zwei Sippen nominiert – die Lautstärke des Publikumsbeifalls entscheidet: 96,1 Dezibel werden bei der „3. Rotte" des TuS gemessen, die mit Drachen-Feldzeichen und blau angemalten Gesichtern erschienen sind, doch die „Keulenschwinger" des TV 66 obsiegen mit 99,9 Dezibel und kriegen das 5-Liter-Fass Bier.

Weil der Germanenwettstreit auf Anhieb so viel Anklang fand, soll er nun jährlich stattfinden und auch für Mannschaften von außerhalb geöffnet werden. Der Erlös soll immer im Ort bleiben und ist diesmal für den neuen Rasenplatz bestimmt. Eva-Maria Stettner

Altenkirchen Betzdorf
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