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    Niederfischbach

    Vom Westerwald in die Heimat von Astrid Lindgren

    Irmgard und Alois Wingendorf wohnten bis 2009 in Niederfischbach. Doch dann, es war im Juli, wanderten sie, zusammen mit ihren Katzen Max und Minka, nach Algutstorp im abgelegenen Hinterland von Südschweden aus. Für immer. Ihrer alten Heimat blieben sie dennoch verbunden: Beide sind nach wie vor Mitglied im VdK Niederfischbach, und Irmgard Wingendorf ist sogar Pressewart für den Ortsverband – durch das Internet ist es für die 63-Jährige kein Problem, aus einer Entfernung von 1100 Kilometern Einladungen, Protokolle, Pressemitteilungen zu versenden und sich über das Neueste aus Föschbe informieren zu lassen. Der RZ fiel bei einer ihrer E-Mails auf, dass sie mit den Worten „med vanliga hälsningar“ endete – „Mit freundlichen Grüßen“ auf Schwedisch. Wir fragten nach.

    Irmgard und Alois Wingendorf vor ihrem Haus in Schweden.
    Irmgard und Alois Wingendorf vor ihrem Haus in Schweden.

    Niederfischbach – Irmgard und Alois Wingendorf wohnten bis 2009 in Niederfischbach. Doch dann, es war im Juli, wanderten sie, zusammen mit ihren Katzen Max und Minka, nach Algutstorp im abgelegenen Hinterland von Südschweden aus. Für immer. Ihrer alten Heimat blieben sie dennoch verbunden: Beide sind nach wie vor Mitglied im VdK Niederfischbach, und Irmgard Wingendorf ist sogar Pressewart für den Ortsverband – durch das Internet ist es für die 63-Jährige kein Problem, aus einer Entfernung von 1100 Kilometern Einladungen, Protokolle, Pressemitteilungen zu versenden und sich über das Neueste aus Föschbe informieren zu lassen. Der RZ fiel bei einer ihrer E-Mails auf, dass sie mit den Worten „med vanliga hälsningar“ endete – „Mit freundlichen Grüßen“ auf Schwedisch. Wir fragten nach.


    „Mein Mann ging 2009 in Rente“, berichtet die Ex-Niederfischbacherin, „und ich hatte da schon seit einem Jahr keine Arbeit mehr. Unsere einzige Tochter ist verheiratet und wohnt woanders. Da entschlossen wir uns auszuwandern.“ Der Weiler Algutstorp, wo die Wingendorfs jetzt leben, liegt 250 Kilometer nordöstlich von Malmö und 300 Kilometer östlich von Göteborg zwischen den Städten Kalmar und Växjö. Der Ort besteht aus fünf Häusern: Eine Idylle, die an die alte TV-Serie „Die Kinder von Bullerbü“ erinnert. Von Kalmar an Ostsee ist man schnell auf der Insel Öland und in Växjö, der Hauptstadt Smålands. „Zwei Häuser in Algutstorp sind ständig bewohnt“, sagt Alois, „unseres und das der vierköpfigen Familie Gustafsson. Zwei der anderen Häuser sind ehemalige Wohnhäuser und jetzt Ferienhäuser, ein weiteres wird nur von März bis Oktober bewohnt.“

    Es zog sie immer nach Norden
    Das Haus der beiden gehört eigentlich zu dem zwei Kilometer entfernten Dorf Algutsboda. Die Grundstücksgrenze ist zugleich die Grenze zwischen Algutstorp und Algutsboda. „Doch weil zwischen uns und Algutsboda zwei Kilometer Wald liegen, betrachten wir uns als Einwohner von Algutstorp“, erklärt der 64-jährige, der vor seiner Rente als technischer Angestellter in Freudenberg angestellt war.
    Der Plan, in diesen einsamen Landstrich Schwedens zu ziehen, wuchs bei den Wingendorfs über lange Zeit. „Uns hat es schon immer in Richtung Norden gezogen“, erzählt Irmgard Wingendorf. „ Seit unsere Tochter zwei Jahre alt war, haben wir unseren Jahresurlaub erst in Dänemark und dann in Schweden verbracht, immer an wechselnden Orten, doch am liebsten in Småland, der Heimat von Astrid Lindgren.“ 1994 kauften sie dann, wegen des damals günstigen Kurses und der niedrigen Haus- und Grundstückspreise in Schweden, ihr jetziges Wohnhaus, was sie allerdings bis 2009 als Ferienhaus benutzten. „Schon beim Kauf haben wir daran gedacht, vielleicht als Rentner längere Zeit hier zu leben. Dass es einmal für immer sein würde, war da nicht geplant.“

    Vom Ferienhaus zur Heimat
    Doch mit den Jahren wuchsen dem deutschen Ehepaar – das übrigens in jungen Jahren aus Wehbach nach Föschbe gezogen war – das schwedische Haus, der Ort, seine Umgebung, die Nachbarn und auch das Leben in Schweden immer mehr ans Herz. „Wir hatten 15 Jahre Zeit, uns vorzubereiten“, so Alois Wingendorf, „alle Jahreszeiten zu testen, die Sprache zu lernen und die Nachbarn kennen zu lernen. Als die Zeit der Rente immer näher rückte, haben wir uns konkret mit den Auswanderplänen auseinander gesetzt. Da wir in Niederfischbach ein eigenes Haus hatten, haben wir mit unseren Kindern durchgesprochen was damit geschehen soll.“ Im Februar 2009 verkauften sie ihr Haus, durften aber noch bis Anfang Juli in der Einliegerwohnung bleiben. Am 6. Juli hieß es dann „Lebewohl“: Mitsamt den Katzen, „die fast die ganzen 1100 Kilometer im Wechsel miaut haben“, machten sie sich auf die Reise. Möbel und andere Dinge aus Niederfischbach waren teils schon in Schweden, den Rest brachten Tochter und Schwiegersohn mit dem Hänger hinterher.
    „Das ist jetzt fast zwei Jahre her“, sagt Irmgard Wingendorf, „und wir fühlen uns immer noch sehr wohl. Wir haben die Auswanderung nicht bereut. Wir hatten zwar zwei sogar für südschwedische Verhältnisse lange und harte Winter, doch jetzt macht sich der Frühling überall bemerkbar. Wir wollen solange hier wohnen wie es die Gesundheit ermöglicht. Wir haben schwedische, aber auch deutsche Bekannte und Freunde und sind dem örtlichen 'Hembygdsförening', einer Art Heimatverein, beigetreten.


    Doch auch dem VdK Niederfischbach bleibt Irmgard Wingendorf treu: Schon einige Jahre vor der Auswanderung hatte sie den Schriftverkehr für den Sozialverband gemacht. Seit 2006 betreut sie die Internetseite des Ortsverbands. Als die Auswanderung nach Schweden bevorstand, schlug sie vor, diese Aufgabe von Schweden aus zu erledigen – per Internet kein Problem. „Wichtig ist, dass mir der VdK Termine, Ereignisse und Fotos übermittelt. Das klappt prima, und so mache ich auch Pressearbeit.“ Dazu bekommt sie die VdK-Zeitung ins Land von Astrid Lindgren geschickt. „So bleibe ich mit Niederfischbach in Kontakt. Immerhin haben wir über 40 Jahre dort gewohnt – ich bin und bleibe Niederfischbacherin, auch wenn ich mich hier in Schweden sehr wohl fühle.“


    Das einzige, was die Wingendorfs vermissen, ist das gute deutsche Brot. „Das gibt es sonst nirgends, daher backen wir unser Brot selbst. Rhein, Mosel und Westerwald fehlen uns auch ein bisschen. Ein- bis zweimal im Jahr sind wir in der alten Heimat, wir bekommen Besuch von dort, und es gibt für den Notfall eine gute Flugverbindung von Växjö nach Düsseldorf.“

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