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    Flammersfeld/Asbach

    Verkehrssicherung oder Profitstreben: Baumfällungen ernten viel Kritik

    Als "eine maßlose Baumfällaktion unter Missachtung des Landschaftsschutzes", "Behördenwillkür" und "Kahlschlag" bezeichneten verärgerte Bürger die Baumfällungen entlang der L 272 zwischen Flammersfeld und Asbach-Schöneberg in Leserbriefen.

    Entlang der L 272 zwischen Flammersfeld und Asbach-Schöneberg wurden auf einer Länge von rund viereinhalb Kilometern Bäume gefällt. Die Maßnahme erntete viel Kritik. Foto:
    Entlang der L 272 zwischen Flammersfeld und Asbach-Schöneberg wurden auf einer Länge von rund viereinhalb Kilometern Bäume gefällt. Die Maßnahme erntete viel Kritik.
    Foto:

    Von unserer Redakteurin Susanne Schneider

    Ein kleiner Teil des von den Baumfällungen betroffenen Waldes liegt im Forstrevier Flammersfeld-Peterlahr und gehört der Ortsgemeinde Rott. Der weitaus größere Anteil befindet sich in Privatbesitz, konkret in dem der Nesselrode'schen Forstverwaltung. Während diese sich zu der harschen Kritik auf RZ-Anfrage allerdings nicht äußern möchte, bezieht Hans-Jürgen Rübesam, Leiter des Forstreviers Flammersfeld-Peterslahr, Stellung. Im Rotter Gemeindewald waren demnach ohnehin Arbeiten geplant. "Wir haben die Gelegenheit genutzt, dass die Straße für die Maßnahmen der Nesselrode'schen Forstverwaltung sowieso gesperrt werden musste und in einem unsere Verkehrssicherungspflicht wahrgenommen", sagt Rübesam.

    Die Verkehrssicherungspflicht besagt, dass derjenige, der eine Gefahrenquelle schafft, unterhält oder in seinem Verantwortungsbereich andauern lässt, die allgemeine Rechtspflicht hat, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um die Schädigungen anderer möglichst zu verhindern. Konkret bedeutet dies, dass für die Waldrandbäume an den Straßen der Waldbesitzer zuständig ist - und dieser eben auch verantwortlich ist, wenn beispielsweise ein Ast durch Wind abbricht und auf ein Auto stürzt. "Der Waldbesitzer ist verpflichtet, dafür zu sorgen, dass genau das nicht passiert", bestätigt Rübesam. Dafür müssen die Bäume beispielsweise regelmäßig einer optischen Kontrolle unterzogen werden. Passiert dennoch etwas, kann es schnell dazu kommen, dass dem Waldbesitzer Vorwürfe gemacht werden und er sich sogar vor Gericht verantworten muss. "Die Anforderungen an Waldbesitzer steigen immer mehr, daher gehen viele in Sachen Verkehrssicherungspflicht lieber auf Nummer sicher. Niemand will sich schließlich im Fall der Fälle selbst vorwerfen müssen, nicht alles zum Schutz der Verkehrsteilnehmer unternommen zu haben", so Rübesam.

    Gleichzeitig nimmt er auch die Nesselrode'sche Forstverwaltung in Schutz. "Für mich steht außer Frage, dass deren Fällungen ebenfalls im Zusammenhang mit der Verkehrssicherungspflicht stehen", stellt er klar. Die Nesselrode'sche Forstverwaltung habe lediglich konsequent alle Bäume gefällt, deren Kronen über die Straße hingen, im Zweifelsfall die Verkehrssicherheit also beeinträchtigen könnten. Genau das wird in den besagten Leserbriefen aber bezweifelt. Vielmehr sei das Argument der Verkehrssicherungspflicht nur vorgeschoben, eigentlich stünden Interessen rein wirtschaftlicher Natur im Vordergrund. "Das entspricht keinesfalls der Wahrheit", kontert Rübesam die Vorwürfe. Mit einer solchen Maßnahme seien keine Reichtümer zu verdienen. Allein die Kosten für die notwendige Straßensperrung und die Beschilderung der Umleitung könnten sich durchaus im unteren fünfstelligen Eurobereich bewegen. "Um Gewinnmaximierung, wie es in einem Leserbrief heißt, geht es ganz und gar nicht", stellt Rübesam klar.

    Zwar hat er Verständnis, dass sich der eine oder andere mit der Optik der nun baumlosen Streifen schwertut, von einem Kahlschlag könne man aber nicht sprechen. "Man muss bedenken, dass die Natur die Flächen mit der Zeit wieder in Besitz nimmt. Dann sieht das schon wieder ganz anders aus", beschwichtigt Rübesam. Dass mit der Fällung gegen den Naturschutz verstoßen worden sein soll, verneint der Revierleiter. Eine Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde sei nicht nötig gewesen; und auch die Bestimmung, dass von März bis Oktober keine Bäume gefällt werden dürfen, träfe auf forstwirtschaftliche Maßnahmen nicht zu.

    Altenkirchen Betzdorf
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