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Kreis Altenkirchen

Sturmtief bringt Stromausfall und Hochwasser: Trotz vieler Vorfälle niemand schwer verletzt

Kräftig hat Sturmtief Burglind gestern Morgen auch am Kreis Altenkirchen gerüttelt. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, unterbrochene Leitungen führten zu Stromausfällen. Zudem hat der starke Regen nicht nur die Böden aufgeweicht, sondern sorgte hier und da für Überschwemmungen. Vielerorts waren die Helfer im Einsatz, teilweise ab 6.15 Uhr.

Glück im Unglück hatte die Fahrerin dieses Pkw, der bei Selbach-Brunken zwischen umstürzende Bäume geriet.  Foto: Bernhard Theis
Glück im Unglück hatte die Fahrerin dieses Pkw, der bei Selbach-Brunken zwischen umstürzende Bäume geriet.
Foto: Bernhard Theis

So etwa meldete die Polizeiinspektion Betzdorf zahlreiche Behinderungen. Im gesamten Dienstgebiet lagen abgebrochene Äste und umgefallene Bäume auf den Straßen. Zum Glück kam es lediglich in einem Fall zu Personen- und Sachschaden: In Betzdorf, in der Straße „Am Bayersberg“, fielen gegen 8.15 Uhr zwei Eichen auf die Fahrbahn und streiften zwei Autos. Der Fahrer eines Pkw und seine Beifahrerin erlitten leichte Verletzungen.

Emsig unterwegs war auch der Löschzug Steinebach. Kurz nach 7 Uhr mussten auf der Strecke zwischen Elben und der Dickendorfer Mühle mehrere umgestürzte Bäume von der Fahrbahn entfernt werden. Mittags befreiten die Wehrleute um Brandmeister Martin Mann außerdem die Straße zwischen Elben und Steinebach von einem Baum.

Alle Hände voll zu tun für den Löschzug Friesenhagen, der nach Windbruch an neun Einsatzstellen aktiv werden musste.  Foto: Feuerwehr VG Kirchen
Alle Hände voll zu tun für den Löschzug Friesenhagen, der nach Windbruch an neun Einsatzstellen aktiv werden musste.
Foto: Feuerwehr VG Kirchen

In der VG Kirchen waren neben der Feuerwehreinsatzzentrale die Wehren Harbach, Niederfischbach und Friesenhagen gefordert. In Niederfischbach war ein Baum auf ein Haus und eine Stromleitung gestürzt. Der Löschzug Friesenhagen war am stärksten betroffen. I Neun Einsatzstellen mussten nach Windbruch abgearbeitet werden. Im Ortsteil Nädringen wurde das Dach eines Kälberstalls kontrolliert.

Nicht minder stark beansprucht waren die drei Löschzüge der Feuerwehr Wissen. Glück hatte die Fahrerin eines VW Polo, als der Wagen zwischen Kirchseifen und Brunken von umstürzenden Bäumen eingekeilt wurde. Die Frau kam mit dem Schrecken davon. Erst nachdem ein Forstfachmann die Bäume entfernt hatte, konnte der Pkw per Forstmaschine aus der Gefahrenzone gezogen werden. Die L 289 ist in diesem Bereich schon oft von Windbruch heimgesucht worden, aber so schlimm wie diesmal war es nach Auskunft von Einheimischen seit vielen Jahren nicht. Eine Schneise der Zerstörung zieht sich von Kölbach, an Kirchseifen und Selbach vorbei bis nach Neuhöfchen/Birnbaum.

Auch die Polizei Altenkirchen meldet mehrere Behinderungen. Infolge des Unwetters mussten zahlreiche Straßen gesperrt werden. So war unter anderem die B 256 zwischen Eichelhardt und Bruchertseifen wegen eines umgekippten Strommastes zeitweise komplett gesperrt. Straßenmeistereien, Feuerwehr und Stromversorger waren im Einsatz. Wie der Stromversorger EAM (Kassel) dazu mitteilt, gab es im ganzen Kreis Störungen bei mehreren 10.000-Volt-Leitungen durch umgestürzte Bäume und Mastbrüche. Betroffen waren vor allem Flammersfeld, Niederfischbach und Gebhardshain sowie der Versorgungsbereich des Umspannwerks Hamm. Wegen des andauernden Sturms konnten einige Waldgebiete aus Sicherheitsgründen noch nicht betreten werden. Laut Polizei Altenkirchen ereignete sich auf den Straßen aber bei nur ein Verkehrsunfall ohne Verletzte. Weil umgestürzte Bäume die Gleise blockierten, blieb zudem die Bahnstrecke Altenkirchen – Breitscheidt längere Zeit gesperrt.

In Neitersen behinderte das Hochwasser der Wied den Verkehr auf der Bundesstraße 256.  Foto: Heinz-Günter Augst
In Neitersen behinderte das Hochwasser der Wied den Verkehr auf der Bundesstraße 256.
Foto: Heinz-Günter Augst

Sturmschäden zeigten sich auch im südlichen Kreisteil, ebenso im Raum Hamm. So räumten Wehrleute einen Baum von der L 272 zwischen Flammersfeld und Asbach. Auch bei Bürdenbach und in Güllesheim hielten die Wurzeln einzelner Bäume dem stürmischen Druck nicht stand.

Laut Peter Scholz, stellvertretender Leiter des Forstamtes Altenkirchen, hat Sturmtief Burglind nicht so großflächig zugepackt wie frühere Orkane: „Es war kein flächiger Windwurf. Aber wir haben doch viele Einzelwürfe zu verzeichnen.“ Bei Marienthal etwa musste eine Jagd abgesagt werden, unter anderem weil ein umgestürzter Baum eine Straße blockierte. Behinderungen in gleicher Form gab es auch zwischen Kircheib und Fiersbach.

Die anschwellenden Bäche und Flüsse (Sieg) zeigen aber, dass es derzeit neben dem Wind noch ein weiteres Problem gibt: Hochwasser. Weil zum Beispiel in Neitersen die Wied über die Ufer trat, musste dort zeitweise die Bundesstraße 256 gesperrt werden. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr leisteten auch dort vorbildliche Arbeit.

Elmar Hering

Altenkirchen Betzdorf
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