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    Seit 25 Jahren in Kirchen das Wetter im Blick

    In der Katzenbacher Straße in Kirchen gibt es seit 25 Jahren eine Wetterstation. Jede Menge Daten wurden in all den Jahren gesammelt.

    Hans Joachim Eisel (links) und sein Lebensgefährte Dirk Claussnitzer betreiben seit 25 Jahren ihre private Wetterstation in Kirchen. Noch vor elf Jahren konnte ein Datenschreiber (links) nur die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit eine Woche lang messen und mit einem Tintenstift auf dem Papierstreifen dokumentieren. Die Datensammler von heute (rechts) können zudem Niederschlagsmenge, Sonnenscheindauer und Windstärke speichern – für bis zu fünf Wochen.
    Hans Joachim Eisel (links) und sein Lebensgefährte Dirk Claussnitzer betreiben seit 25 Jahren ihre private Wetterstation in Kirchen. Noch vor elf Jahren konnte ein Datenschreiber (links) nur die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit eine Woche lang messen und mit einem Tintenstift auf dem Papierstreifen dokumentieren. Die Datensammler von heute (rechts) können zudem Niederschlagsmenge, Sonnenscheindauer und Windstärke speichern – für bis zu fünf Wochen.
    Foto: Sabrina Rödder

    Mit einem kleinen Thermometer hat vor 40 Jahren alles angefangen. Damals war Dirk Claussnitzer 16 Jahre alt und lebte in Hannover. Vier Mal am Tag hieß es raus auf den Balkon, Temperatur ablesen, den Wert per Hand ins Tabellenbuch eintragen - bei Wind und Wetter, ob Tag oder Nacht. Messgeräte für Luftdruck und Luftfeuchtigkeit kamen rasch hinzu, die Werte wurden umfangreicher, das Buch dicker. Jahre später verschlug es Claussnitzer der Liebe wegen nach Kirchen - in Hans Joachim Eisel fand er einen Seelenverwandten: In der Katzenbacher Straße in Eisels Elternhaus gründeten sie eine Wetterstation. Dass die einmal so groß werden würde wie heute, hätten die beiden damals, am 1. August 1990, sicher nicht gedacht. „Ich wurde von Dirk mit dem Thema Wetter wie von einer Grippe angesteckt“, erinnert sich Eisel an die ersten Treffen mit seinem Lebensgefährten. „Auf einmal nahm ich die Jahreszeiten ganz anders wahr“, so der 66-Jährige. „Ich fing an, den Himmel in Abschnitte einzuteilen und erkannte plötzlich Wetterentwicklungen, die ich vorher nicht deuten konnte.“ Alles Dinge, für die das Herz des 55-jährigen Claussnitzer seit seiner Kindheit schlägt: „Schon mit zwölf Jahren habe ich den Wetterbericht aufmerksam im Fernsehen verfolgt.“ Für Bekannte habe er später eigene Vorhersagen erstellt. Und während andere auf dem Bolzplatz dem runden Leder nachrannten, hatten Claussnitzer und seine Freunde Kumuluswolken, Luftdruckgebiete, Kaltwetterfronten und Klimastatistiken im Kopf.

    Tägliche Anrufe beim Wetterduo „Der Rundumblick von unserem Kirchener Dachgeschoss aus ist perfekt für Wetterprognosen“, sagt der Naturliebhaber Claussnitzer, der als junger Mann zwei Semester Meteorologie studiert hat. „Und unser Garten ist groß genug für alle Messgeräte, ganz anders als auf meinem kleinen Balkon damals in Hannover. Da konnte ich nicht wie jetzt Windrichtung oder Erdbodentemperatur messen.“ Bis 2004 stand in dem Kirchener Garten noch ein zwei Meter hohes weißes Holzhäuschen für die Instrumente. Mädchen und Jungen von Kindertagesstätten durften einen Blick hinein werfen, selbst den Niederschlag der vergangenen Nacht im Zylinder ablesen sowie Höchst- und Tiefsttemperaturen miteinander vergleichen. Einige Messwerte konnten bereits in einem Datenschreiber bis zu einer Woche lang gespeichert werden. Später zog immer mehr Technik in die Katzenbacher Straße ein - bis die Wetterdaten nur noch per Computer in Exceltabellen eingetragen wurden. Das Stationsbüchlein hatte seine letzten Dienste erfüllt. In der Region wurde das Wetterduo schnell bekannt, Anrufe standen auf der Tagesordnung: Bauern wollten wissen, wann sie ihre Gerstenkörner säen können; eine Familie mit Hochwasserschaden wollte die Niederschlagsmenge eines bestimmten Zeitpunkts erfahren; ein Minigolfplatzbesitzer interessierte sich für den sonnigsten Tag der Woche. „Wir hatten plötzlich super viel Arbeit“, so Claussnitzer, „schöne Arbeit.“ Das Wetter bestimmte den Tagesablauf: Damit keine Messlücken entstanden, musste stets einer der beiden zu Hause sein. „Und wenn wir im Urlaub waren“, erzählt Claussnitzer, „kamen meine Eltern aus Hannover, haben hier ihre Ferien verbracht und kümmerten sich um die Station.“ Ferner musste das Wetterhäuschen mehrmals im Jahr gereinigt und im Winter das Sonnenscheinmessgerät auf dem Garagendach vom Schnee befreit werden. „Solche täglichen gemeinsamen Aufgaben schweißen zusammen“, sagt Eisel.

    Kunden bis nach Brasilien 2004 wird die Technik der Wetterstation auf den neusten Stand gebracht: 400 Meter Kabel werden verlegt, ein Mast für Wind und Sonne auf dem Dach montiert, ein Datensammler für alle Messwerte installiert. Computerprogramme übernehmen die Infos aus dem Datensammler im Garten und speichern sie auf dem PC. Durch die neue Technik nehmen die Messungen von Hand ab, nur hin und wieder werden Kontrollen an den Geräten im Garten durchgeführt. Doch weniger Arbeit hat das Paar dadurch nicht. Im März 2007 gründen Claussnitzer und Eisel die Firma Meteokirchen. In ihrem Internetshop vertreiben sie meteorologische Geräte, planen und verkaufen Messstationen für Firmen, Gemeinden und Privatleute. „Unsere Kunden kommen nicht nur aus Deutschland, Österreich und der Schweiz“, sagt Eisel, der früher bei der Telekom in Siegen gearbeitet hat, „sondern auch aus Tunesien, Brasilien und Japan.“ Ans Aufhören denken die zwei Wetterfrösche noch lange nicht. „Wir ergänzen uns super“, so Claussnitzer. „Joachim kümmert sich um Technik und Geräte für die Firmen; ich interpretiere Wettermodelle und erstelle Vorhersagen.“ Und während er hinaus zu den Messgeräten blickt, schmunzelt er: „Selbst wenn wir 90 Jahre alt sind, werden wir noch unserer Kontrollmessungen im Garten machen ...“ Sabrina Rödder

    www.wetterstation-kirchen-sieg.de sowie www.meteokirchen.com

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