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    Seit 115 Jahren ertönen die Posaunen

    Landauf, landab sehen Musik- und Gesangvereine ihre Zukunft in Gefahr. „Uns fehlt der Nachwuchs“, lauten die Klagen hier wie da. Nicht so beim CVJM-Posaunenchor in Altenkirchen. Aktuell erlernen hier vier junge Menschen zwischen zehn und 14 Jahren den richtigen Umgang mit Posaune, Trompete und weiteren Blechblasinstrumenten. Und der Posaunenchor sorgt inzwischen bereits im dritten Jahrhundert für festliche Klänge bei den evangelischen Gottesdiensten.Am zweiten Märzwochenende wird mit einem Dankgottesdienst ab 10 Uhr in der Christuskirche in der Kreisstadt ein besonderer Geburtstag gefeiert – der CVJM-Posaunenchor Altenkirchen blickt zurück auf 115 bewegte Jahre.

    Altenkirchen – Landauf, landab sehen Musik- und Gesangvereine ihre Zukunft in Gefahr. „Uns fehlt der Nachwuchs“, lauten die Klagen hier wie da. Nicht so beim CVJM-Posaunenchor in Altenkirchen. Aktuell erlernen hier vier junge Menschen zwischen zehn und 14 Jahren den richtigen Umgang mit Posaune, Trompete und weiteren Blechblasinstrumenten. Und der Posaunenchor sorgt inzwischen bereits im dritten Jahrhundert für festliche Klänge bei den evangelischen Gottesdiensten.Am zweiten Märzwochenende wird mit einem Dankgottesdienst ab 10 Uhr in der Christuskirche in der Kreisstadt ein besonderer Geburtstag gefeiert – der CVJM-Posaunenchor Altenkirchen blickt zurück auf 115 bewegte Jahre.

    Am Sonntag, 13. März, wird Andrea Aufderheide, die Superintendentin des Kirchenkreises Altenkirchen, die Festpredigt halten. Der Posaunenchor wird mit sechs kirchlichen Musikstücken zum Gottesdienst beitragen. Und Matthias Schnabel, Bundesposaunenwart im CVJM (Christlicher Verein junger Menschen) wird verdiente Mitglieder ehren.

    Dazu gehören sicher auch Karl-Heinz Röderstein (fast 73 Jahre alt) und Gerhard Schumann (73), die beide seit 60 Jahren dem Posaunenchor die Treue halten. Jetzt sitzen sie im Martin-Luther-Saal unter der Christuskirche in Altenkirchen und blicken im Gespräch mit unserer Zeitung zurück auf vergangene Jahre. Viele Fotos dokumentieren wichtige Ereignisse. Erster Leiter des 1896 gegründeten Posaunenchors war Christian Augst. Ihm folgten Bruno Kairo, Heinrich Schumann (der Vater von Gerhard Schumann), Horst Isenhardt, und Karl-Heinz Röderstein. Aktuelle Leiterin ist Irina Hermann.

    Die Idee, einen Posaunenchor zu gründen, kam von Pfarrer Heinrich Bäcker, der von 1894 bis 1898 in Altenkirchen Dienst tat. Der Überlieferung nach beteiligte sich der sehr musikalische Pfarrer Bäcker oft als Flötist an den Übungsstunden der Blechbläser. Und die Frau des Seelsorgers sorgte für Verpflegung. Der erste Chorleiter Christian Augst begeisterte später übrigens auch seine drei Söhne für den Posaunenchor.Anfangs fehlte es noch an Instrumenten, wer Mitglied werden wollte, musste Posaune oder Trompete selbst mitbringen. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert: „Der Unterricht ist kostenlos, die Instrumente werden gestellt. Wir machen alles ehrenamtlich“, erläutert Gerhard Schumann, der mittwochs im Martin-Luther-Saal die neuen Mitglieder unterrichtet. Wer mitmachen will, sollte mindestens acht bis neun Jahre alt sein. „Ich hatte aber auch schon einen 60-jährigen Schüler“, sagt Schumann. Je nach Talent kann es bis zu drei Jahren dauern, bis ein neuer Posaunist im Gottesdienst mitwirken kann. Andererseits: „Einer meiner Schüler war schon nach einem Vierteljahr perfekt.“
    Wie viele Mitglieder braucht man mindestens, damit ein Posaunenchor bestehen kann, wollen wir wissen. Karl-Heinz Röderstein und Gerhard Schumann schmunzeln: „Mindestens vier – Sopran, Alt, Tenor und Bass.“ Oder für Laien: zwei Trompeten und zwei Posaunen. Derzeit zählt der Posaunenchor 17 Köpfe, zwischen elf bis über 80 Jahre alt. Darunter sind fünf Frauen, eine davon hat inzwischen auch ihren Sohn für die sakrale Blasmusik begeistert.

    Neben dem Festgottesdienst im März ist außerdem ein Konzert im Oktober geplant. Ein weiterer Termin steht bereits seit rund 20 Jahren fest im Terminkalender des Posaunenchores: Osterblasen in der Kirche in Schöneberg – immer am ersten Feiertag, früh um 6 Uhr.

    Gudrun Kaul

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