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Herkersdorf/Offhausen

Schulstandort Herkersdorf wird geschlossen: ADD leitet Aufhebungsverfahren ein

Andreas Neuser

Die Grundschule in Herkersdorf, es ist eine Außenstelle der Grundschule in Kirchen, soll geschlossen werden. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier als Schulaufsichtsbehörde leitet das Aufhebungsverfahren ein.

Die Tage des Schulstandortes Herkersdorf sind gezählt. Die ADD hat das Aufhebungsverfahren zur Schließung auf den Weg gebracht. Eine kleine Hoffnung bleibt in Herkersdorf. Die letzte Entscheidung wird Bildungsministerin Stefanie Hubig treffen. Foto: Markus Döring
Die Tage des Schulstandortes Herkersdorf sind gezählt. Die ADD hat das Aufhebungsverfahren zur Schließung auf den Weg gebracht. Eine kleine Hoffnung bleibt in Herkersdorf. Die letzte Entscheidung wird Bildungsministerin Stefanie Hubig treffen.
Foto: Markus Döring

Die Aufhebung des Standortes ist zum nächsten Schuljahr 2018/19 vorgesehen. Doch in Herkersdorf und in der Region will man nicht aufgeben. Über die Entscheidung der ADD ist man enttäuscht. Aber nun ist erneut der Kampfgeist erwacht. Im anstehenden Beteiligungsverfahren will man seine Position noch einmal vertreten. Für den Schulstandort Herkersdorf sieht man weiterhin gute Perspektiven. Dafür hatte man auch ein Zukunftskonzept entworfen. Doch das, so ist die Enttäuschung bei allen zu hören, sei nicht berücksichtigt worden. Und sollte im Endeffekt die Bildungsministerin verkünden, dass Herkersdorf doch geschlossen wird, so kündigt man bereits jetzt an, dass man dann Klage einreichen werde.

Josef Rosenbauer als einer der Sprecher der Elterninitiative kündigt „massiven Widerstand“ an. Die Entscheidung der ADD sei unverständlich. Für die Eltern sei nun eine unerträglicher Zustand entstanden. „Auch so kann ein Schulstandort kaputt gemacht werden.“ Laut Rosenbauer ist ein gutes Konzept für den Standort entwickelt worden. Alle in der Region, samt zwei Landtagsabgeordneten (Michael Wäschenbach (CDU) und Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hätten sich für Herkersdorf eingesetzt. Auf Argumente sei man bei der ADD aber wohl nicht eingegangen.

Kirchens Bürgermeister Maik Köhler spricht von einer „unklugen Entscheidung“. Da sei für den Standort ein Konzept für die Zukunft entwickelt worden. Verbandsgemeinde Kirchen, Stadt Kirchen etc. hätten es mitgetragen. Doch nun hab man nicht die Chance, dieses Konzept auch umzusetzen. „So schafft man Politikverdrossenheit bei den Bürgern.“ Köhler betont aber, dass man nun „alle Register ziehen wird, um den Standort doch noch zu erhalten“. Zum Schluss müsse die Bildungsministerin entscheiden. Falle die negativ aus, so werde man den Rechtsweg beschreiten.

Ortsvorsteher Gerd Schmidt (Herkersdorf) ist „tief enttäuscht“ von der Entscheidung. „Das ist ein Schlag ins Gesicht.“ Er vermutet, dass der Grundstein zur Schließung bereits vor einem Jahr gelegt worden sei. Aber auch Schmidt gibt die Hoffnung für den Standort nicht auf.

Kirchens Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen ist tief enttäuscht. Auch er beklagt, dass das Konzept vor Ort bei der ADD nicht berücksichtigt wurde. Und vor Ort habe man auch Aufgaben erledigt. Dazu gehörten die benachbarte Kita in Offhausen und aktuell ein neues Baugebiet in Offhausen. Das hätte dem Schulstandort gut getan. Die Landtagsabgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) äußert sich ebenso zur Schließung: „Die Entscheidung der ADD beruht auf Kriterien, die teilweise nachvollziehbar und begründet sind, teilweise aber offene Fragen zurücklassen. So das Kriterium der 'Elternakzeptanz'. Gerade in Herkersdorf und Offhausen sei die Akzeptanz in der jüngsten Vergangenheit sehr groß gewesen, was sich nicht zuletzt durch die sehr engagierte Elterninitiative unter dem Vorsitz von Dr. Josef Rosenbauer widerspiegelt. Ich habe von daher Verständnis für die Enttäuschung, die bei den Eltern nach der Entscheidung besteht und begrüße daher umso mehr, dass das Bildungsministerium ausdrücklich Gespräche mit den betroffenen Schulen und deren Akteure angeboten hat, bevor es zur letztendlichen Entscheidung durch das Bildungsministerium, durch das Feststellen eines öffentlichen Interesses an der Schließung, kommt.“

Auch der Landtagsabgeordnete Michael Wäschenbach (CDU) äußert sich zu der Entscheidung: „Einmal mehr missachtet die Landesregierung den Bürgerwillen vor Ort und will den Schulstandort Herkersdorf zum Schuljahresende schließen. Die von Eltern und Schulträger vorgelegte Konzeption zum weiteren lohnenden Betrieb der Zwergengrundschule wurde vom Tisch gewischt. Ich bin sehr enttäuscht, hatte ich doch in Gesprächen mit Ministerin Stefanie Hubig und dem Staatssekretär durchaus Wohlwollen erkannt. Mir sind die Zahleninterpretationen der zu erwartenden Schulkinder nicht klar. Dies gilt es nun bis zum Ende der Anhörungsfrist am 16. April 2018 zu klären. Ich stehe als Wahlkreisabgeordneter auf jeden Fall weiterhin an der Seite der Eltern und des Schulträgers, die ein tragfähiges Konzept für ein wohnortnahes Grundschulangebot vorgelegt haben. Ich frage mich auch, was haben meine Kollegin Bätzing-Lichtenthäler und Kirchens Stadtbürgermeister Hundhausen in Mainz für den Erhalt der Schule ihrer Parteikollegin Ministerin Hubig vorgetragen?

Vermutlich ist auch der Lehrermangel ein Grund, der aber nicht zugegeben wird. Jahrelang hat die Landesregierung zu knapp kalkuliert, den Lehrerinnen und Lehrern keine dauerhaften Anstellungen angeboten, viele in Nachbarländer abziehen lassen und die Grundschulen als Hort der Integration und sozialen Mitte des Dorfes allein gelassen.“

Von unserem Redakteur Andreas Neuser

Altenkirchen Betzdorf
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