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Rathausstraße Wissen: Drei Büros stellen ihre Ideen vor

Sabrina Rödder

Die Entwicklung der Innenstadt und der Ausbau der Rathausstraße in Wissen nehmen mehr und mehr Formen an – zumindest auf dem Papier. Denn 2018 will die Stadt den Prozess der Stadtentwicklung neu beleben, unter anderem mithilfe eines professionellen Citymanagements. Dazu hatte der Bauausschuss Mitte der Woche drei Planungsbüros eingeladen, die den Prozess der Stadtentwicklung extern begleiten sollen. Die Stadt möchte in den kommenden Wochen nun Angebote von den Büros einholen.

Wie könnte die Rathausstraße in Wissen ausgebaut und neu belebt werden? Drei Planungsbüros stellten dazu ihre Konzepte vor. Foto: Sabrina Rödder
Wie könnte die Rathausstraße in Wissen ausgebaut und neu belebt werden? Drei Planungsbüros stellten dazu ihre Konzepte vor.
Foto: Sabrina Rödder

Eines vorweg: Nachdem sich die Büros nacheinander vor Bauausschuss, Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vorgestellt hatten, hielt Stadtbürgermeister Berno Neuhoff fest, dass man mit allen drei ins Rennen gehen will: „Wir halten alle drei Büros für qualifiziert.“ Zwei von ihnen stellten ein ähnliches Konzept vor. Das Büro aus Münster hingegen hat eine andere Herangehensweise. Diese könnte auch mit „Hilfe zur Selbsthilfe mit einem Kümmerer vor Ort“ zusammengefasst werden, sagte Beigeordneter Wolf-Rüdiger Bieschke abschließend.

Und damit fällt das Büro aus Münster so gar nicht in die ursprünglichen Vorstellungen der Siegstadt. Denn Jens Imorde vom Büro Projekt- und Kulturberatung in Münster sieht sich nicht als der Citymanager, „der alles regelt, was die anderen nicht geschafft haben“. Der Citymanager müsse aus Wissen selbst kommen, Ortskenntnisse haben und Aktionen vorantreiben, sagte der Experte, der diese Woche zum ersten Mal Wissen besuchte. Imorde als Experte würde die Person, die zum Beispiel der Werbegemeinschaft angehört, coachen und unterstützen. Soziale Kompetenzen und Kommunikationsfähigkeit seien dabei mit das Wichtigste, was die Person mitbringen sollte. „Sie werden nicht das Budget haben, um alles über ein externes Büro abarbeiten zu lassen“, erklärte Imorde den Ausschüssen seine Arbeitsweise.

Sowohl das Büro Cima als auch das Büro Dr. Jansen, beide aus Köln, sehen sich als Moderator bei der Durchführung des Citymanagements. Beide nannten mehrfach den Leerstand der Geschäfte, der angepackt werden müsse. Gleichzeitig müssten laut Angelina Sobotta vom Büro Dr. Jansen aber auch bestehende Geschäfte das eine oder andere ändern – zum Beispiel an der Fassade. Wolfgang Haensch und Lukas Kratzer vom Büro Cima verwiesen auf die Fachgeschäfte, auf die aufgebaut werden sollte.

So ganz ohne Zusammenarbeit mit den Bürgern in Wissen wollen die beiden Büros aus Köln ihr Citymanagement dann aber doch nicht umsetzen. Für das Büro Cima ist es wichtig, dass die Bürger Lust haben, sich zu engagieren und gemeinsam Ideen zu generieren. Mithilfe von Bürgerworkshops zu diversen Themen solle dies angegangen werden. Auch Angelina Sobotta sagte, dass sich Bürger mit den Projekten nicht nur identifizieren müssen, sondern auch mitarbeiten sollen. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, könnten vergleichbare Kommunen gefunden werden, an denen sich Wissen orientieren kann.

Die beiden Büros aus Köln gingen zudem auf das Rathausgrundstück ein, das laut Cima-Büro „Potenzial darstellt“ und laut dem Dr.-Jansen-Büro ein wahrlicher „Filetstandort“ ist. Dementsprechend müsse im Fall eines Ratshausabrisses eine Nutzung gefunden werden, die attraktiv ist und als Magnet für Bürger dient, zum Beispiel ein Lebensmittelgeschäft wie Norma oder Netto.

In diesem Zusammenhang entschieden die Mitglieder der Ausschüsse einstimmig, dass sich die Stadt alle Chancen offen halten soll, über die Grundstücke des heutigen Ratshausareals und der Westerwald Bank zu verhandeln.

Von unserer Redakteurin Sabrina Rödder

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