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Betzdorf

Prozess abgebrochen: Beim Video wurde "Hundequäler" von Betzdorf schlecht [Update]

Am Donnerstag hat der Prozess gegen den jungen Mann begonnen, der sich in Betzdorf selbst beim Schlagen eines Hundewelpens gefilmt und damit eine besipiellose Hasswelle ausgelöst hatte. Der erste Prozesstag nahm ein unerwartet schnelles Ende.

In dem Video (hier ein Screenshot) ist zu sehen, wie der Mann dem Hundewelpen immer wieder Schläge verpasst.
In dem Video (hier ein Screenshot) ist zu sehen, wie der Mann dem Hundewelpen immer wieder Schläge verpasst.

Zigtausende hatten empört das Video gesehen, das ihn zeigt – er selbst hatte es sich noch nie angeschaut. Das sagt der Betzdorfer, der im vergangenen Jahr zur Zielscheibe von grenzenlosem Hass im Netz wurde. Dort war ein Video rasend verbreitet worden, das er selbst aufgenommen hatte und ihn beim Schlagen eines Hundewelpens zeigt. Er hatte es seiner Freundin aufs Handy geschickt.

Als dieses Video nun im Prozess gezeigt wurde, löste das im Angeklagten offenbar einiges aus: Er hielt sich die Ohren zu, konnte nicht hinsehen. Dann rannte er raus, ging auf die Toilette. Wenig später trafen Rettungssanitäter am Gericht ein – und nahmen den Angeklagten mit. Ohne Angeklagten kann der Prozess nicht fortgesetzt werden.

Angeklagt ist er nicht nur wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Im Video als Botschaft an seine Freundin hatte er auch gedroht, jedem, der ihn provoziere, werde es auch so gehen. Der Vorwurf: Nötigung. Dazu kommt ein weiterer Vorfall: Ihm wird vorgeworfen, 2013 auf einer Kirmes in Elkenroth mit einer Schreckschusspistole auf die Security gezielt haben. Er war dort völlig betrunken – die Rede ist von 30 Bier und 30 Jägermeister – und unter dem Einfluss illegaler Drogen. Es sei, so hieß es, sein bisher schlimmster Abend gewesen.

Das Hundevideo hatte zu einer beispiellosen Hetzjagd geführt. So hatte es Seiten gegeben, die die Todesstrafe für ihn gefordert und ihn mit vollem Namen genannt hatten. Unbekannte drangen auch in seine Wohnung ein – er war allerdings auf Anraten der Polizei untergetaucht. Die Polizei leitete auch Strafverfahren gegen zahlreiche Nutzer ein, die Lynchaufrufe gepostet hatten. Wie das Video auf Facebook und YouTube gelangte, war bisher nicht völlig geklärt. Der Hund war ihm von der Polizei bereits abgenommen worden, als der Fall öffentlich wurde.

Update: Die Richterin hat den Angeklagten vorläufig in eine geschlossene Suchttherapieeinrichtung eingewiesen – auch zu einer eigenen Sicherheit. Der Prozess wird im Februar fortgesetzt, das Urteil soll im März fallen. law/mp/eck

Altenkirchen Betzdorf
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