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    Neues Heimatbuch: Besinnung aufs flackernde Berglicht der Vorfahren

    „Vergiss das Berglicht nicht“ lautet der neue Buchtitel von Heimatautor Hans-Joachim Weger. Der historische Siegerländer Heimatroman, der nun druckfrisch im Selbstverlag erschien, soll – so die Absicht des 68-jährigen Verfassers – die familiäre Entwicklung der Vorfahren Mitte des 19. Jahrhunderts beleuchten. In der Fortsetzung seines Romans „Der Herzschlag vom Giebelwald“, der 2015 zum 200. Geburtstag des Kreises Altenkirchen erschien, öffnet Weger jetzt auf vielfachen Wunsch von Heimat- und Familienfreunden eine Reihe neuer Schauplätze. Bei der Vorstellung seiner Neuerscheinung in der Kreisverwaltung sagte der Autor Landrat Michael Lieber Danke für die Unterstützung heimathistorischer Belange. In den Dank schloss Weger die VGs Kirchen und Betzdorf-Gebhardshain sowie die Gemeinde Niederfischbach ein, die die Herausgabe des 200-seitigen Buchs ebenfalls förderten.

    Autor Hans-Joachim Weger (rechts) stellte Landrat Michael Lieber sein „Berglicht“ vor. Der Siegerländer Roman beleuchtet das 19. Jahrhundert mit dem Beginn des Maschinenzeitalters.  Foto: Kreisverwaltung
    Autor Hans-Joachim Weger (rechts) stellte Landrat Michael Lieber sein „Berglicht“ vor. Der Siegerländer Roman beleuchtet das 19. Jahrhundert mit dem Beginn des Maschinenzeitalters.
    Foto: Kreisverwaltung

    Viele Personen, Familien und Sachverhalte aus der Zeit vor rund 150 Jahren dienen in der frei erfundenen Erzählung als Fundament. Die Handlung spielt im Vorfeld der Blütezeit der Siegerländer Industriekultur. Es ist die Zeit der Grundsteinlegung für den späteren bescheidenen Wohlstand. Auf der Achse Niederfischbach–Kirchen–Betzdorf ziehen Mitglieder alter Familien ins Siegtal. Pioniere und Weggefährten kreuzen auf. Kaufmännischer Weitblick bringt Schwung ins öffentliche Leben. Doch bei allen Verlockungen sind es die Belange der Heimat, die den Menschen Orientierung geben. Mit Mut und Fleiß wurde der Trend des Aufschwungs ermöglicht und beflügelt.

    „Unsere Vorfahren waren bereit, Niederlagen einzustecken, daraus zu lernen, es besser, es am Ende richtig zu machen“, heißt es im Vorspann des Romans. Das Titelbild „Erntesegen“, ein Werk des Betzdorfer Kunstmalers Friedrich-Karl Schmidt, spiegelt den Lohn harter Arbeit wider. Froh und dankbar, gestärkt mit dem Segen der Natur, haben die Menschen das Maschinenzeitalter angepackt und so der Heimat neue Perspektiven beschert.

    Der Roman geht auf die Ära der Dampfkraft bei Bergwerken und Hütten ein. Dieser Meilenstein ebnete den Weg für die Eisenbahn durchs Siegtal, was wiederum das Siedlungswesen forciert. Englische Saboteure bringen Unruhe und Leid. Schwere Schicksale folgen vor allem in den Familien Stolz und Weger. Viele weitere Namen tauchen auf, so etwa bei Landärzten, Kaufleuten, Eisenbahnern, Bauern, Kirchenleuten, Handwerkern, Amtspersonen, Postkutschern und Gastwirten. So mancher gerät in Gewissensnöte. Es fällt schwer, den Verlockungen zu widerstehen und sich bescheiden aufs flackernde Berglicht der Vorfahren zu besinnen. Aber selbst Karrieren beim Militär bleiben chancenlos gegen Familie, Treue und Pflicht. Ähnlich ist es mit weiblichen Versuchungen, die am Erfolg rütteln. Der Leser begegnet etlichen Pionieren. Dazu gehören die „Föschber“ Schmiededynastie Schuster, der Kirchener Konzern Stein, der Arzt Dr. Joseph Euteneuer und dessen Sohn, der „Wasserdoktor“ Eugen Euteneuer. In Betzdorf kommen der Hotelier Friedrich Neutzer, die Ziegeleibesitzer Christian und Carl Sohn sowie der Kohlenhändler August Weger zur Sprache. Karl Stangier aus Bruche begann als Bremser bei der Eisenbahn. Der Flammersfelder Bürgermeister und Sozialreformer Raiffeisen tourt mit Tochter Amalie per Pferdekarren durchs Siegtal. 1863 taucht der vierjährige Eisenbahnfan Arnold Jung auf, der später seine eigenen Lokomotiven baut. Mit dabei ist der junge Heinrich Görg aus Hahnhof, der es einmal zum Siegerländer Volksdichter bringen wird. Eingebunden ist ferner der Gebhardshainer Dorfschmied August Wolf, der in Betzdorf den Grundstein für seine Fabrik mit Weltruf legt. „Immer heiter, Gott hilft weiter“, lautet seine Devise. Darauf vertraut auch der Bindweider Grubensteiger Theodor Stahl selbst dann noch, als er Opfer eines dreisten Überfalls wird.

    „Vergiss das Berglicht nicht“, gibt’s zum Preis von 13 Euro im örtlichen Buchhandel sowie beim Autor, Tel. 02747/1663.

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