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Kreis Altenkirchen

Nahversorgung ist wichtiger Standortfaktor

Das tägliche Brot, die Eier, Wurst und Gemüse: Wenn es um die Versorgung mit Lebensmitteln geht, dann sieht es vielerorts nicht gerade sehr rosig aus.

Besonders in kleineren Orten fehlen Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien oder Metzgereien. Dies bekräftigt eine gemeinsame Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer (HwK) Koblenz. Sie hat ergeben, dass es im nördlichen Rheinland-Pfalz in 554 Ortsgemeinden zurzeit keine Nahversorgungseinrichtungen gibt, damit ist etwa die Hälfte der Orte im Bezirk der IHK und HwK Koblenz unterversorgt. Durch eine Befragung der Ortsbürgermeister kam dieses Ergebnis zustande, rund 63 Prozent der Befragten gehen auch davon aus, dass sich an diesem Umstand in den nächsten zehn Jahren nichts ändern wird.

Im Landkreis Altenkirchen weisen lediglich 31 Prozent der 113 Ortsgemeinden und fünf Städte Nahversorgungsstrukturen auf. Dabei spielt besonders das Bäckerhandwerk eine wichtige Rolle. 24 Ortsgemeinden verfügen noch über eine Bäckerei. Daneben gewährleisten kleine und große Supermärkte sowie Discounter in 18 Ortsgemeinden die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Situation tendenziell sogar noch etwas verschlechtert. Das gaben 23 Prozent der befragten Ortsbürgermeister an, 12 Prozent hingegen konnten eine Verbesserung verzeichnen. So sieht beispielsweise der Flammersfelder Bürgermeister Ottmar Fuchs die Zentren Flammersfeld und Horhausen sehr gut aufgestellt. Auch die mobile Versorgung sei ganz passabel. Er kann sich gut vorstellen, dass sich in Zukunft noch einiges verbessert.

Besonders trifft die Versorgungslücke die Menschen in der Verbandsgemeinde Altenkirchen, die im Vergleich mit den anderen sieben Verbandsgemeinden im Kreis die schlechteste Nahversorgungsstruktur aufweist, sieht man einmal von dem Angebot in der Stadt Altenkirchen ab. Laut der Erhebung ist hier in nur 5 von 40 Ortsgemeinden mindestens ein Einzelhandelsgeschäft vorhanden. Auf der Fläche der ehemaligen Verbandsgemeinde Gebhardshain sieht es deutlich besser aus. In 8 von 12 Ortsgemeinden gibt es Einkaufsmöglichkeiten.

Der Regionalgeschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen, Oliver Rohrbach, sieht neben einem guten Straßennetz und dem Breitbandausbau die Nahversorgung als einen wichtigen Standortfaktor für Gemeinden. „Die Wohnqualität ist ein Baustein im Mosaik zur Fachkräftesicherung“, sagt er.

Doch wie kann man die Lücken schließen? Für viele Regionen – so ein Ergebnis der Befragung – ist die mobile Nahversorgung schon jetzt das Mittel der Wahl. Rund 28 Prozent der Ortsgemeinden ohne Einzelhandel werden durch mobile Verkaufswagen beliefert. Besorgniserregend ist die Situation für Rohrbach nicht. „Der Kreis Altenkirchen ist nicht die rote Laterne im Kammerbezirk. So schlecht sind wir nicht aufgestellt.“ Allerdings solle man neben den Zentren, wo sich viel konzentriert, nicht vergessen, dass auch kleinere Ortsgemeinden an die Nahversorgung angeschlossen werden sollten. „Vielleicht muss man über neue Vermarktungswege nachdenken, es gibt viele innovative Ideen, die man umsetzen kann.“ Die fangen laut Rohrbach beispielsweise bei veränderten Lieferzeiten durch mobile Händler an, reichen über Automaten bis hin zur Onlinevermarktung. „Der Kreis Altenkirchen ist eine lebenswerte Region, die durchaus Chancen in der Zukunft hat. Wichtig ist, die entsprechenden Wege dafür zu ebnen.“ Hier sieht beispielsweise auch der Einzelhändler Volker Hammer aus Altenkirchen (Beiratsmitglied der IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen) die Politik in der Pflicht, die Weichen zu stellen. „Der ländliche Raum ist attraktiv und sollte es auch bleiben.“

Altenkirchen Betzdorf
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