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Nachlese: Von Suppen, Kürbissen, Bordellen und (Zeitungs-)Enten

Keiner lässt sich gern in die Suppe spucken oder sich sein Leibgericht versalzen. Auch will sich keiner die Butter vom Brot nehmen lassen, noch weniger mag es der geneigte Leser, dass in der Zeitung Käse steht und ein noch so entfernter Vergleich zwischen einem Gotteshaus und einem Bordell gezogen wird. Und doch ist die Wirklichkeit manchmal gnadenlos, und wir als Reporter haben nun mal darüber zu berichten.

Das Internet in der Buchstabensuppe: Soweit ist's gekommen!
Das Internet in der Buchstabensuppe: Soweit ist's gekommen!
Foto: Beate Christ

E-Mails aus der Suppe: Fangen wir mit der Suppe an. Ich persönlich bin ein Dinosaurier in Sachen Computertechnik, iPhones & Co. sowie ein bitterböser Verächter sogenannter sozialer Medien wie Facebook oder Instagram, weil sich da jede Dumpfnase mit einer anderen Identität verkaufen kann, die mit der Wirklichkeit so viel zu tun hat wie ein Goldhamster mit einem Nobelpreisträger. Doch jetzt hat die verflixte Digitalisierung auch schon Einzug in die Suppentöpfe gehalten! Beim Blick auf eine Suppennudel-Packung fiel mir auf, dass es bei der Buchstabensuppe mittlerweile nicht nur das Euro-, sondern auch schon das @-Zeichen gibt! Jetzt muss man beim Suppe Auslöffeln schon die digitale Welt – buchstäblich – in sich reinlassen! Bäh! Fehlt nur noch, dass man demnächst im Suppenteller nicht nur den eigenen Namen schreiben kann, sondern auch E-Mails vom Tellerboden verschicken, heiß gekocht...

Peter Seel.
Peter Seel.

Größe unwesentlich: Lecker Suppe kann man auch aus Kürbis machen. Bernhard Kroemer (73) aus Scheuerfeld hat dabei unübersehbare Vorteile, die nichts mit dem Internet zu tun haben. Er nimmt den Kampf auf mit allen Kürbisgärtnern der Region, denn ganz ohne Zweifel ist sein Riesenkürbis einer der größten weit und breit. Sein Gemüse der Superlative wiegt wohl einen knappen Zentner und wächst ein paar Meter neben einem Komposthaufen. Anders als bei den sozialen Medien kann in diesem Wettstreit aber nur derjenige die Nase vorn haben, der tatsächlich was zu bieten hat. Selbst das raffinierteste Selfie kann nicht über einen kleinen Kürbis hinwegtäuschen. Andererseits: Auf die Größe muss es nicht unbedingt ankommen, damit die Kürbissuppe delikat ausfällt...

Frivoler Beigeschmack: Dem Bauausschuss in Wissen will sicher keiner die Rezepte verderben. Doch die Gestaltungssatzung, um die es da neulich ging, löste durchaus, wenn auch kein „Geschmäckle“, so doch einen frivolen Beigeschmack aus. Als Beispiel dafür, um was es bei dieser für manch einen ungenießbaren Materie geht, gab es ein Beispiel im Ausschuss, das Heiterkeit auslöste: Warum rosa oder lila gestrichene Häuser in der Innenstadt nicht passen, so wurde da erläutert – weil man sie womöglich ratzfatz in ein Bordell verwandeln könnte. Warum die vollmundige Erklärung wohl für gepfeffertes Gelächter sorgte? Weil der Neuanstrich der Fassade der katholischen Pfarrkirche in feinem Altrosa noch gar nicht so lange her ist...

Bernhard Kroemer hat den dicksten Kürbis. Foto: Markus Döring
Bernhard Kroemer hat den dicksten Kürbis.
Foto: Markus Döring

Herzhafte Zeitungsente: Keinem Geringeren als dem Ersten Kreisbeigeordneten Konrad Schwan mundete jetzt eine gesalzene Zeitungsente, die er in der RZ-Rubrik „Vor 25 Jahren“ fand. Da stand, dass sich damals Pfarrer Heinz Christ vom Gebhardshainer Kirchturm abgeseilt habe. „Ich erinnere mich noch genau daran“, schreibt uns Schwan, „Pfarrer Heinz Christ war Seelsorger in Herdorf, ein sportlicher Mann, ein Bergsteiger, der sich beim Pfarrfest in Herdorf tatsächlich mal vom Kirchturm abgeseilt hat. In Gebhardshain gab es zur gleichen Zeit auch einen Pfarrer Christ, der allerdings Ferdinand hieß – und nicht sehr sportlich war. Der hätte sich nie vom Kirchturm abgeseilt. Ich habe mir Ferdi am Seil vorgestellt und musste herzhaft lachen.“ So kann eine Ente das Frühstück bereichern. Wohl bekomm's!

Altenkirchen Betzdorf
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