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Wissen

Nachfolger gesucht: Was passiert mit den Räumen des Bistros Lakö?

Sabrina Rödder

Das zwölf Jahre andauernde Mietverhältnis zwischen der Stadt Wissen und der Familie Langenbach-Köhler aus Niederfischbach, die das Bistro Lakö im Regio-Bahnhof Wissen betreibt, endet zum 31. Dezember. Somit sucht die Stadt für die Zeit ab dem 1. Januar einen Nachfolger für die beiden Räume (126 plus 188 Quadratmeter) des Cafés.

Ab Januar könnten die Räume des Bistros Lakö im Bahnhof Wissen leer stehen. Der Stadtbürgermeister hat Ideen – auch außerhalb der Gastronomie. Fotos: srö
Ab Januar könnten die Räume des Bistros Lakö im Bahnhof Wissen leer stehen. Der Stadtbürgermeister hat Ideen – auch außerhalb der Gastronomie. Fotos: srö
Foto: Sabrina Rödder

Seit März hat die Stadt 20 Interessenten angeschrieben – darunter Gastronomen, Fast-Food-Ketten und namhafte Bäcker, wie Stadtbürgermeister Berno Neuhoff in einem Pressegespräch am Dienstag aufzählt. Bisher ohne Erfolg.

Was wäre, wenn die Suche weiterhin erfolglos bleibt? Neuhoff sieht den Regio-Bahnhof – mit der Postfiliale, dem Bahnschalter, der Wisserland-Touristik und einer Versicherung – als Dienstleistungszentrum. „Die leer stehenden Flächen in den beiden Lokalen könnten als modernes Bürgerservicebüro der Verbandsgemeinde genutzt werden. Dabei denke ich an die publikumsintensiven Bereiche, wie das Pass- und Meldeamt“, sagt der Stadtbürgermeister. Auch Rentenangelegenheiten könnten hier geklärt werden. Dass der VG-Verwaltung die Räumlichkeiten angeboten werden könnten, möchte Neuhoff in den kommenden Tagen den Gremien der Stadt vorschlagen.

Berno Neuhoff, Stadtbürgermeister Wissen: „Einen Leerstand können wir uns nicht erlauben.“
Berno Neuhoff, Stadtbürgermeister Wissen: „Einen Leerstand können wir uns nicht erlauben.“
Foto: Sabrina Rödder

Die Suche nach einem Nachmieter soll die kommenden Wochen aber erst einmal verstärkt werden. Zwei Gastrounternehmen hatten zwar kurzfristig ihr Interesse bekundet, dann aber aufgrund von Arbeitsüberlastung und gesundheitlichen Gründen abgesagt. Andere sprachen sich sofort gegen eine Übernahme aus. Einer Fast-Food-Kette zum Beispiel fehlte der Platz für einen Drive-in, also der Platz, um Kunden durchs Fenster im geparkten Auto zu bedienen. Anderen fehlten separat ausgewiesene Parkplätze für ihr Café. „Aber auch das Problem des Fachkräftemangels im Handwerk schlägt sich regional nieder“, sagt Neuhoff. Einkalkuliert werden muss auch, dass je nach Gastrokonzept, der Nachmieter mitunter 100.000 bis 200.000 Euro in einen Umbau stecken müsste, schätzt der Stadtbürgermeister.

Fakt ist, so erklärt Neuhoff: „Ein Leerstand im Regio-Bahnhof in den beiden größten Mieteinheiten hätte langfristig unabsehbare Folgen. Das können wir uns nicht erlauben.“ Denn der Leerstand „wirtschafte“ einen aufstrebenden Bahnhof (Wert: 14 Millionen Euro) schnell ab, ziehe weniger erwünschte Besucher an, und: Die wegfallenden Mieteinnahmen samt Nebenkosten – ein mittlerer fünfstelliger Betrag – rissen ein riesiges Loch in die Stadtkasse. Und das bei ohnehin schon 22 Millionen Schulden, die auf Wissen lasten.

Ein Dienstleistungszentrum im Regio-Bahnhof bringe gleich mehrere Vorteile mit sich, ist sich Neuhoff sicher: „Es belebt die Innenstadt samt Rathausstraße und ist barrierefrei sowie bürgernah. Die Auslastung der Räume wäre auf Dauer gewährleistet.“ Zudem gebe es Synergieeffekte zum benachbarten Rathaus, das – so hofft Neuhoff – in absehbarer Zeit im ehemaligen Katasteramt einzieht. Hier könnten dann interne Dienstleitungen der Verwaltung angesiedelt werden.

Zum Dauerthema Rathausstandort und der Blockade der innenstädtischen Entwicklung findet Neuhoff klare Worte: „Ich habe die Schnauze gestrichen voll. Die Bürger erwarten Klarheit. Alles liegt auf Eis. Daher geht noch diese Woche ein Brandbrief an Innenminister Roger Lewentz heraus, dass bis September der Rathausstandort und der Landeszuschuss endlich geklärt werden sollen.“ Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion prüft seit eineinhalb Jahren den Neubau des Rathauses, den Einzug ins Katasteramt und die Sanierung des bisherigen Gebäudes. Mit Teileinzug der Verwaltung ins einstige Lakö könnte ein größerer Umbau am Katasteramt entfallen, man benötigt weniger Parkplätze und braucht keinen zusätzlichen Grunderwerb für einen Anbau, so Neuhoff.

Mit dem Brandbrief und den hoffentlich folgenden Antworten setzt der Stadtbürgermeister außerdem darauf, dass die Planungen für die 4500 Quadratmeter große Fläche beim jetzigen Rathausstandort überarbeitet werden können. Neuhoff befürchtet, dass Netto, Norma und eine Investorengruppe, auch für barrierefreien Wohnraum, irgendwann abspringen, wenn es hier nicht vorangeht.

Mit dem Rathausstandort hängt auch der Ausbau der Rathausstraße zusammen, die laut Neuhoff eine „1a-Lage“ darstellt. Der Ausbau wird seitens des Landes mit dem Programm „Aktives Stadtzentrum Wissen“ gefördert. Neuhoffs Wunsch wäre es, dass der Ausbau 2019 beginnt.

Von unserer Redakteurin Sabrina Rödder

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