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Mudersbach

Mudersbacher kämpfen weiter um ihren Sonntagsflohmarkt

Die meisten Autofahrer und Spaziergänger nehmen sie im Alltag gar nicht wahr – die Landesgrenze, die nur knapp zwei Kilometer hinter Mudersbach zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verläuft. Doch spätestens wenn Sonntag ist und Flohmarktfreunde wieder ihrem Hobby nachgehen, werden diese zwei Kilometer entscheidend. Denn während die Menschen in NRW sonntags Trödelmärkte besuchen können – was sie im nahen Siegerland auch fleißig tun – schaut man auf rheinland-pfälzischer Seite in die Röhre. Das seit Anfang 2011 geltende Flohmarktverbot an Sonntagen stößt besonders beim Vorstand des Mudersbacher Bürger- und Verkehrsvereins nachwievor auf Unverständnis.

Der Vorstand des Bürger- und Verkehrsvereins Mudersbach möchte gern wieder seinen Flohmarkt sonntags haben.
Der Vorstand des Bürger- und Verkehrsvereins Mudersbach möchte gern wieder seinen Flohmarkt sonntags haben.
Foto: Sabrina Fuchs

Mudersbach – Die meisten Autofahrer und Spaziergänger nehmen sie im Alltag gar nicht wahr – die Landesgrenze, die nur knapp zwei Kilometer hinter Mudersbach zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verläuft. Doch spätestens wenn Sonntag ist und Flohmarktfreunde wieder ihrem Hobby nachgehen, werden diese zwei Kilometer entscheidend. Denn während die Menschen in NRW sonntags Trödelmärkte besuchen können – was sie im nahen Siegerland auch fleißig tun – schaut man auf rheinland-pfälzischer Seite in die Röhre. Das seit Anfang 2011 geltende Flohmarktverbot an Sonntagen stößt besonders beim Vorstand des Mudersbacher Bürger- und Verkehrsvereins nachwievor auf Unverständnis.

 


„Der Sonntagsflohmarkt war bei uns eine lieb gewonnene Tradition“, sagt Vorsitzender Ulrich Merzhäuser. Und sein Stellvertreter Sven Hoffmann ergänzt: „Aber es geht auch darum, dass sich viele Leute hier mit Hingabe engagiert haben.“ Rückblick: Mit dem Sonntagsverbot seit Anfang 2011 hatten auch die Mudersbacher ihren Flohmarkt auf den Samstag verlegt. Mit eher ernüchternden Konsequenzen: Die Veranstaltung, die seit etwa 25 Jahren immer rund 100 Anbieter mit kleinen und großen Ständen anlockte, schrumpfte – so sehr, dass samstags lediglich noch knapp ein Drittel der Anbieter nach Mudersbach kommt. Die Einnahmen, die aus dem Flohmarkt erzielt worden sind, kamen immer zu 100 Prozent dem Leben in der Gemeinde zugute: Von dem Geld wurden etwa die Martinsbrezeln gekauft, oder es floss in die örtlichen Vereine und in den Kinderkarneval. „Wir beklagen jetzt einen Verlust von 1500 bis 2000 Euro“, berichtet Kassierer Wolfgang Schmidt.


Direkt nach Bekanntgabe des Gesetzes setzten sich der Bürgerverein und die Mudersbacher für ihren Sonntagsflohmarkt ein. Auch die SWR-Fernsehsendung „Reiss & Leute“ berichtete und ließ den damaligen rheinland-pfälzischen Innenminister Karl-Heinz Bruch (SPD) zu Wort kommen. Bruch versprach, dass die Mudersbacher ihren Sonntagsflohmarkt in acht Wochen wiederhaben sollten. Doch bis heute hat sich nichts getan, und auch das Engagement diverser heimischer Politiker brachte bislang nichts ein. „Wir haben wirklich viel Geduld gehabt“, seufzt Merzhäuser. Zuletzt hat er eine E-Mail an die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) geschickt, die ihn zunächst vertröstete und schließlich in einem Schreiben einen verkaufsoffenen Sonntag in Mudersbach vorschlug. Die Idee sorgt beim Heimat- und Bürgerverein indes nur für Kopfschütteln: „Ein verkaufsoffener Sonntag ist nicht möglich“, sagt Hoffmann, „es besteht kein Interesse der Geschäftsleute, und allein der behördliche Aufwand würde in keiner Relation zum Ertrag stehen.“ Die Hoffnung auf die Rückkehr des Sonntagsflohmarkts hat er aber dennoch nicht aufgegeben. „Wir wollen doch nur unseren Flohmarkt zurück. Er ist hier doch quasi Kulturgut in Mudersbach.“ Sabrina Fuchs

Altenkirchen Betzdorf
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