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    Mieterin wehrt sich: Habe selbst viel in das Haus investiert

    Nein, den Schwarzen Peter will sie sich ganz bestimmt nicht zuschieben lassen. Nach ihrem Auszug aus dem gemieteten Einfamilienhaus in Wissen und den Vorhaltungen durch die Vermieter geht Julia Turmbichler (Name von der Redaktion geändert) in die Offensive.

    Einst wohnten auch Fantasie und Romantik in dem Miethaus in Wissen, wie dieser Spruch an einer Zimmerdecke der Immobilie beweist. Foto: Elmar Hering
    Einst wohnten auch Fantasie und Romantik in dem Miethaus in Wissen, wie dieser Spruch an einer Zimmerdecke der Immobilie beweist.
    Foto: Elmar Hering

    Nach ihrer Ansicht erklärt sich der Zustand der Immobilie durch zweierlei Umstände: Erstens sei das Haus von Anfang an feucht gewesen, vor allem im Keller. Zweitens hätten sie und ihr inzwischen verstorbener Mann reichlich Geld in die Ausstattung des Mietobjektes gesteckt – deshalb habe sie, wo es ging, die Sachen beim jetzigen Auszug mitgenommen, vom Duschkopf bis zur Granitarbeitsplatte in der Küche.

    Hinzu komme, so Julia Turmbichler, dass die Vermieter sich in der ganzen Zeit, in der sie dort wohnte, nicht im Geringsten um das Haus gekümmert hätten. Ein einziges Mal seien sie vorbeigekommen, und das auch erst, als sich der Streit ab 2014 zuspitzte.

    17 Jahre lang wohnte Julia Turmbichler dort. Der Zustand des 55 Jahre alten Hauses war ihr beim Einzug bekannt. „Den Ausschlag gab damals die Überlegung, dass unser Hund auf dem kleinen Grundstück ein wenig Auslauf hatte“, sagt die resolute Frau und zeigt Fotos ihrer hübsch eingerichteten Wohnung. Anfangs hätten sie und ihr Mann intensiv umgebaut und gewerkelt. „Wir haben vier Monate lang geackert“, sagt die gesundheitlich eingeschränkte 53-Jährige, die heute eine Grundsicherungsrente bezieht. Unter anderem strichen sie den Sockel, bauten das Badezimmer behindertengerecht um (Wanne raus, ebenerdige Dusche rein), entfernten eine Wand, aus Platzgründen ebenso drei Türen („die liegen im Keller“) und verlegten neue Fußbodenbeläge.

    Vor drei Jahren jedoch endete die konfliktfreie Phase. Die Eigentümer teilten ihr mit, dass sie das Haus verkaufen wollten, boten es ihr sogar direkt an. „Zum Preis von 130.000 Euro; viel zu viel“, winkt Julia Turmbichler ab. Von da an verlief die Kommunikation fast ausschließlich über Anwälte. „Irgendwo sind Grenzen“, regt sich die Ex-Mieterin noch heute auf. Da über einen langen Zeitraum keine Nebenkosten-Abrechnungen mehr gekommen seien, griff sie zur finanziellen Keule und setzte im September und Oktober 2016 die Mietzahlungen aus. Das erkennt sie heute als Fehler, auch vor dem Betzdorfer Amtsgericht erlitt sie deswegen eine Niederlage. Weitere Gerichtsprozesse gingen jedoch zuungunsten der Vermieter aus. Als es um den unabweisbaren Auszug ging, haben sich laut Julia Turmbichler letztlich beide Parteien auf einen Vergleich geeinigt – woraufhin sie das Haus zum 31. August räumte.

    Aktuell sind die meisten Zimmer zwar leer, rufen aber laut nach Handwerkern, zum Beispiel Malern und Tapezierern. „Den großen Schimmelfleck im Schlafzimmer habe ich erst entdeckt, als das Bett abgebaut war“, sagt Julia Turmbichler. Und ansonsten habe sie in der Eile der letzten Tage versucht, möglichst viel von ihren Sachen mitzunehmen. Dass unter anderem die Kühltruhe mit stinkendem Inhalt im Keller zurückblieb, ebenso der Strandkorb im grünen Dickicht des Gartens, erklärt sie pragmatisch: „Die großen Sachen passten einfach nicht mehr in den Transporter.“ Für eine zusätzliche Fahrt habe sie nicht die Kraft gehabt – und irgendwann stellte sich dann das Gefühl ein: „Nach mir die Sintflut“. Dennoch ist damit für sie das Kapitel noch nicht beendet: Gegen den negativen Bescheid der Verbandsgemeinde Wissen in Sachen Umzugshilfe will sie vor Gericht vorgehen.

    Von unserem Redakteur Elmar Hering

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