40.000
Aus unserem Archiv
Flammersfeld

Lebenshilfe im AK-Land baut an den Plänen: Bekommt die Region ein neues Pflegedorf?

Beate Christ

Wo finden Menschen, die betreut werden müssen, eine Bleibe? Die Frage beschäftigt viele in einer immer älter werdenden Gesellschaft. In Flammersfeld baut man an vielleicht einer Lösung. Denn die Notwendigkeit eines Pflegedorfes für die Versorgung alter, pflegebedürftiger Menschen in der Region ist laut des Vorstandes der Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen gegeben. „Servicewohnen, Tagespflege und stationäre Pflege werden dringend gebraucht, und zwar für alle pflegebedürftigen Menschen, ob sie behindert sind oder nicht“, sagt der Geschäftsführer der Lebenshilfe, Jochen Krentel.

In direkter Nachbarschaft zum Wohnheim und den Werkstätten der Lebenshilfe in Flammersfeld könnte das neue Pflegedorf entstehen. Die Lebenshilfe würde rund 10,5 Millionen Euro investieren.  Foto:Christ
In direkter Nachbarschaft zum Wohnheim und den Werkstätten der Lebenshilfe in Flammersfeld könnte das neue Pflegedorf entstehen. Die Lebenshilfe würde rund 10,5 Millionen Euro investieren.
Foto:Christ

Deshalb soll nach Möglichkeit auch schon bald ein Pflegedorf in Flammersfeld entstehen. Die Planungen dafür laufen, Architekten und Fachplaner bereiten nunmehr die Ausschreibung aller Gewerke vor. „Liegen uns dann alle Zahlen vor, können wir sagen, ob wir das Pflegedorf bauen können oder nicht“, gibt Krentel zu verstehen. Denn die tatsächlichen Baukosten seien derzeit noch die große Unbekannte in den Planungen. Bewegen die sich aber im Rahmen, könnte der Vorstand der Lebenshilfe schon Frühjahr 2018 grünes Licht für den Bau des Pflegedorfes geben.

Das soll dann in direkter Nachbarschaft der bestehenden Lebenshilfe- Einrichtung (Werkstätten und Wohnheim) in Flammersfeld entstehen. Geplant sind 72 Plätze der stationären Pflege, die alten Menschen mit und ohne Behinderungen zur Verfügung stehen. Die inklusive Pflegeeinrichtung soll das Wohnen in Hausgemeinschaften von 12 Personen ermöglichen und den Bewohnern die Möglichkeit geben, im Haushalt mitzuwirken. Vorgesehen ist, dass alte Menschen mit geistigen Behinderungen, Personen, die an Demenz erkrankt und Senioren, die pflegebedürftig sind, zu jeweils einem Drittel untergebracht werden. „Wichtig ist hierbei, dass das Wunsch- und Wahlrecht der zukünftigen Bewohner Priorität haben. Sie wohnen ausschließlich in Einzelzimmern, in denen die Privatsphäre sichergestellt ist“, konstatiert Krentel.

Darüber hinaus ist im Pflegedorf eine Tagespflegeeinrichtung vorgesehen, die vor allen Dingen pflegenden Angehörigen für einige Tage in der Woche Entlastung bieten soll. Neben einer zusätzlichen Gruppe für die Tagesförderstätte bilden altersgerechte Wohnungen (betreutes Wohnen) das i-Tüpfelchen auf dem geplanten Projekt. 12 bis 16 Personen können hier Einzel- oder Paarwohnungen mieten und sich mit ambulanten Hilfen, die sich selbst einkaufen, den Alltag erleichtern.

Die Lebenshilfe will eine Summe von rund 10,5 Millionen Euro für das gesamte Projekt investieren und Jochen Krentel hofft, dass diese Summe nicht überschritten wird. Bei derzeit steigenden Kosten in der Baubranche kein leichtes Unterfangen. „Es ist niemandem geholfen, wenn wir in Flammersfeld etwas tolles hinstellen und die Lebenshilfe in 20 Jahren pleite ist“. Doch Krentel ist zuversichtlich, dass das Vorhaben realisiert werden kann. „Wenn im Frühjahr alle Zahlen vorliegen und alle Risiken abgewogen werden können, wird der Vorstand über die Errichtung des Pflegedorfes entscheiden“, kündigt Krentel an. Wenn alles passt, könnte schon im Sommer 2018 mit dem Bau begonnen werden.

Den Entwurf der Architekten will die Lebenshilfe voraussichtlich im Mai 2018 der Öffentlichkeit vorstellen. Die Planungen für das Pflegedorf in Flammersfeld stehen übrigens schon seit einigen Jahren auf der Agenda der Lebenshilfe. Zuletzt wurde im Sommer 2016 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, weil der vorher bestehende Entwurf zu teuer und nach einigen Änderungen einfach nicht mehr zur Konzeption des Vorhabens passte.

Von unserer Reporterin Beate Christ

Altenkirchen Betzdorf
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
Markus Kratzer (kra)
Redaktionsleiter
Tel 02681/9543-21
E-Mail
Volker Held (vh)
stv. Redaktionsleiter
VG Altenkirchen
Tel 02681/9543-33
E-Mail
Elmar Hering (elm)
Redakteur
VG Wissen & Hamm
Tel 02681/9543-13
E-Mail
Andreas Neuser (an)
Redakteur
VG Betzdorf, Gebhardshain
Tel 02741/9200-68
E-Mail
Daniel Weber (daw)
Redakteur  
VG Daaden, Gebhardshain, Stadt Herdorf
Tel 02741/9200-67
E-Mail
Peter Seel (sel)
Redakteur VG Kirchen
Tel 02741/9200-65
E-Mail
Sonja Roos (sr)
Redakteurin VG Hamm
Tel 02681/9543-19
E-Mail
Beate Christ (bc)
Reporterin VG Flammersfeld
Tel 0170/2110166
E-Mail
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach