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    Dauersberg

    Kühe in den Stall gebracht: Almabtrieb trotzte dem schlechten Wetter

    Starke Faktoren wie Erntedank, bäuerliche Tradition und zünftige Gaudi in freier Natur prägten am „Tag der Deutschen Einheit“ den Dauersberger Almabtrieb. Trotz ungünstiger Wetterlage waren ein paar Hundert Fans auf den Beinen, um im Rahmen eines geselligen Tagesprogramms das weit und breit einmalige Erlebnis des Viehtriebs hautnah mitzuerleben.

    Bevor es richtig zur Sache ging, war für die Besucher das Bemühen aller Beteiligten zu erkennen, den Almabtrieb getreu zwölfjähriger Tradition nach alpenländischem Vorbild auszurichten. „Gern gesehen sind in Dauersberg natur- und heimatverbundene Festgäste in Trachtenkleidung“, sagte Christine Stinner seitens der Organisationsleitung. In diesem Sinn gab es in der kulinarischen Meile an der Dauersberger Mühle neben Imbisswagen und Burger-Truck vor allem stilechte bayerische Schmankerl. Für passende musikalische Unterhaltung sorgten das „Egerland-Echo“ vom Musikverein Scheuerfeld und DJ Basti.

    Zum Tagesauftakt ging es erst einmal in das mit Maiskolben und Herbstblumen geschmückte Festzelt an der Mühle, wo sich die Gäste beim Gottesdienst mit Tiersegnung auf die reichen und vielfältigen Gaben der Natur und natürlich auch auf das urige Spektakel des Almabtriebs froh einstimmten. „Das ist der Tag, den Gott gemacht“, hieß es andächtig in einem Lied. Pfarrer Rudolf Reuschenbach rief zum innigen Dank für die Früchte der Schöpfung auf und bezog dabei auch die Tiere als Mitgeschöpfe mit ein. Reuschenbach sagte: „Wir müssen uns ehrfürchtig verneigen vor der Erhabenheit der Schöpfung Gottes!“

    Direkt am plätschernden Elbbach segnete Reuschenbach mit geweihtem Wasser Maultiere, Pferde und sogar das Kuscheltier der kleinen Ella Maria. Dann verlagerte sich das Geschehen an den oberen Ortseingang von Dauersberg, wo die 25-köpfige Mutterkuhherde (davon 12 Kälber) mit der Leitkuh „Lisa“ auf den Marsch ins Tal wartete. „Auf geht’s“, hieß es da plötzlich im Treiberteam der Dorfjugend. Gut einen Kilometer ging es bis in den Winterstall der Mühle. Obwohl dem Simmentaler Fleckvieh aufgrund des Schweizer Ursprungs solch tierische Gaudi im Blut zu liegen scheint, hatten es die Treiber unterwegs nicht immer einfach, die Vierbeiner in der Spur zu halten. Mensch und Tier waren übrigens erstmals keine „Grenzgänger“ mehr, denn die alten Amtsgrenzen zwischen Betzdorf und Gebhardshain sind ja in der neuen Verbandsgemeinde „hinter dem Pflug“. Joachim Weger

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