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Altenkirchen

Kreisvolkshochschule Altenkirchen stellt aus: Große Werke vieler kleiner Künstler

Etwas schüchtern steht die zehnjährige Valerie Maslov vor ihrem Werk, einem farbenprächtigen Papagei im Großformat. Sie weiß nicht so recht wohin mit ihren Händen und ist ein bisschen blass – genau wie die vielen anderen Kinder und Jugendlichen, deren Bilder in der Kreisvolkshochschule in Altenkirchen ausgestellt sind. Doch Valerie und ihre jungen Kollegen sind schon richtige Profis, die in Erwartung eines „Künstlergespräches“ geduldig auf den Fluren ausharren und ziemlich dankbar sind, wenn sie auf ihre Arbeiten angesprochen werden.

Der farbenprächtige Papagei von Valerie Maslov (Mitte links) stand beim Fotoshooting stellvertretend für all die schönen Bilder, die in der Ausstellung „Jahresrückblick“ in der Kreisvolkshochschule Altenkirchen zu sehen sind. Kursleiterin Margerita Gerber (rechts) ist sehr stolz auf ihre Schützlinge. Foto: Julia Hilgeroth-Buchner
Der farbenprächtige Papagei von Valerie Maslov (Mitte links) stand beim Fotoshooting stellvertretend für all die schönen Bilder, die in der Ausstellung „Jahresrückblick“ in der Kreisvolkshochschule Altenkirchen zu sehen sind. Kursleiterin Margerita Gerber (rechts) ist sehr stolz auf ihre Schützlinge.
Foto: Julia Hilgeroth-Buchner

Dann nämlich können sie über ihre Leidenschaft sprechen – das Malen. Zur Vernissage der unzähligen Werke sind viele Eltern gekommen, aber auch lokale Fachleute, die einmal schauen wollen, wie sich der Nachwuchs so macht. Vor allem, weil er unter den Fittichen von Margerita Gerber steht. Die in Mammelzen lebende Russin ist freischaffende Künstlerin und absolviert gerade ein Fernstudium für Malerei und Grafik in Bochum. Aktuell unterrichtet sie Kinder ab acht Jahren an der Jugendkunstschule Altenkirchen, gibt aber auch Kurse für Erwachsene an der Volkshochschule. Und sie hat einen Grundsatz: Ihr Unterricht soll Studiumniveau haben, bei aller Freiheit, die sie den Kindern zugesteht. So viel Ansporn zur Kreativität kann KVHS-Leiter Bernd Kohnen nur loben. „Selten waren unsere Räume und Flure so voll wie gerade. Und das hat einen Grund. Margerita Gerber ist mit ihrer Ausstellung ,Jahresrückblick' hier, und viele Kinder stellen ihre Ergebnisse vor“, sagt er in seiner Begrüßung zur Vernissage, die von der „Geigengruppe Igor Borisov“ hübsch umrahmt wird. Auch Gerber selbst ergreift das Wort: „Ich möchte, dass wir uns viel Zeit nehmen, damit die Künstler ihre Werke präsentieren können. Das müssen sie lernen. Bitte stellen Sie Fragen, denn die Kinder müssen in den Kontakt mit den Betrachtern treten.“ Sie ist stolz, dass sich trotz Handy- und Computerwahn so viele Kinder fürs Malen einsetzen. Es macht tatsächlich sprachlos, wie unterschiedlich und doch gleichartig gut die Resultate ausfallen. Gleich neben Valerie wartet Kalle Schwandt auf „Kritiker“. Seine Bilder zeigen zwei Spitzmäuse und das Kaninchen „Livi“ mit Salat. Aber es sind keine Kinderzeichnungen, die hier zu sehen sind. Der Zehnjährige hat mit Pastellkreiden gearbeitet, wie er erklärt, und seine Bilder strahlen eine verblüffende Reife aus. „Mein Opa ist Professor und kann suuuuper gut malen. Man sagt, dass…“. Kalle stockt. „…Dass du das Talent von ihm geerbt hast?“ „Ja, genau!“, strahlt er – froh, es nicht selbst aussprechen zu müssen.

Ein wenig fällt auf, dass die Motive nicht immer so ganz aus der Erlebniswelt der Kinder und Jugendlichen stammen. Da ist ein mit Obst umlagertes Weinfass zu sehen. Ein ähnliches Werk ist mit „Stillleben im Auge des Betrachters“ untertitelt. Ganz schön Respekt einflößend. Doch da gibt es auch Bersan Can Cetin, 14 Jahre alt, der mit schwarzer Kohle den „Wald der Wahrheit“ gezeichnet hat – Gänsehaut pur. „Ich habe grade viel mit der Schule zu tun und male nicht“, sagt er leise. Schade, denn hier könnte Großes entstehen – ebenso wie bei den anderen jungen Künstlern. Doch auch, wenn es nur Hobby bleibt: Alle lieben Margerita Gerber, die ihre Schüler ernst nimmt und ihnen Halt und Selbstvertrauen gibt. Und deshalb muss es unbedingt weitergehen, damit die Welt zumindest für diese 25 Kinder ein bisschen bunter wird.

Von unserer Mitarbeiterin Julia Hilgeroth-Buchner

Altenkirchen Betzdorf
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