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    Kreis Altenkirchen: Weniger Straftaten, aber mehr Einbrüche

    Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist im Kreis Altenkirchen niedriger als im Kreis Neuwied - und niedriger als im Landes- und Bundesdurchschnitt. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die Kriminaldirektor Gregor Gerhardt am Dienstag vorstellte. Der Leiter der auch für den Kreis Altenkirchen zuständigen Polizeidirektion Neuwied gab die sogenannte Häufigkeitsziffer mit 6045 an. Bedeutet: Von 100 000 Einwohnern waren 6045 von einer Straftat betroffen.

    Nach einem Einbruch haben Polizeibeamte der Spurensicherung viel zu tun, um Hinweise auf die Täter zu ermitteln.
    Nach einem Einbruch haben Polizeibeamte der Spurensicherung viel zu tun, um Hinweise auf die Täter zu ermitteln.

    Von unserem Redaktionsleiter Marcelo Peerenboom

    Im Kreis Altenkirchen hatte die Polizei im vergangenen Jahr weniger Straftaten zu bearbeiten. Insgesamt waren es 7752 Fälle - die geringste Zahl im Fünfjahresvergleich. Und auf eine Zahl ist Gregor Gerhardt "besonders stolz", wie er zu Protokoll gab: Die Aufklärungsquote liegt mit 70,6 Prozent bezogen auf den Kreis Altenkirchen besonders hoch. Auf Landesebene konnten nur 62,7 Prozent der Fälle aufgeklärt werden. Insgesamt lautet das Fazit des Direktionsleiters: "Die Menschen im Bereich der Polizeidirektion Neuwied können gut und sicher leben."

    Ein Trend bestätigt sich allerdings auch im Kreis Altenkirchen: Immer häufiger schlagen Einbrecher zu und steigen in fremde Häuser ein, um dort auf die Suche nach verwertbaren Wertgegenständen zu gehen. Insgesamt 174 Wohnungseinbrüche haben die Beamten der Dienststellen im AK-Kreis bearbeitet; das sind 13,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Nur in 17,8 Prozent der Fälle gelang es, die Täter zu ermitteln. Wie der Leiter der Kriminalinspektion Betzdorf, Franz Orthen, erläutert, sind vor allem Orte in der Nähe der A 3 sowie der B 8 betroffen. Außerdem nutzen Einbrecherbanden die A 45 und die A 4 als An- und Abfahrrouten. Im Prinzip gilt die Regel: Je verkehrsgünstiger jemand wohnt, desto größer ist das Risiko, dass er ungebetenen Besuch und das Haus ausgeräumt bekommt.

    Gregor Gerhardt weiß um die besondere Sensibilität dieses Themas und unterstreicht, dass ihm dieses "besonders am Herzen liegt". Doch alle Präventionsbemühungen - vom Haustürgespräch über mehr Kontrollen an den Autobahnauffahrten - hatten nicht den gewünschten Erfolg: Die Zahlen steigen weiter. Vor wenigen Tagen gab es einen kleinen Lichtblick: Eine Dortmunder Sonderkommission gelang es, eine Bande dingfest zu machen. Unter den vielen Einbrüchen, die dadurch aufgeklärt werden konnten, waren auch 20 Fälle aus dem Raum Hamm, Wissen und Betzdorf.

    Breiten Raum in der Vorstellung der Statistik nahm auch das Thema Flüchtlinge ein. Kriminaldirektor Gerhardt trat dabei dem Eindruck entgegen, die hohe Zahl an Asylbegehrenden wirke sich negativ auf die Sicherheit der Bevölkerung aus. "Die Zahlen geben das nicht her", betont Gerhardt. Und: "Zuwanderer haben bei uns keine größeren Probleme bereitet." Die Polizei war viel mehr gefragt, als es darum ging, Demonstrationen von Stegskopfgegnern und vom "Wäller Bündnis" zu sichern. Strafbar haben sich laut Auswertung gerade einmal 353 Zuwanderer gemacht. Oft ging es dabei um Körperverletzungen untereinander oder Diebstähle.

    Auch mit politisch motivierten Straftaten hatten die Beamten in der Region kaum zu tun. In den beiden Landkreisen Neuwied und Altenkirchen gab es 20 Fälle von Volksverhetzung und 33 Propagandadelikte. Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte gab es überhaupt nicht.

    Zur Arbeit in der Flüchtlingseinrichtung auf dem Stegskopf berichtet Christof Weitershagen von der Polizeiinspektion Betzdorf, dass es bisher rund 100 Straftaten gab, die allerdings noch nicht abschließend bearbeitet sind. Meist geht es dabei um Beleidigung, Körperverletzung oder Diebstahl. Als größten Fall bezeichnet er die Auseinandersetzung vom 23. Dezember, bei der es zu zwölf Straftaten kam.

    Interessant ist auch ein Blick auf die ermittelten Tatverdächtigen. Im Kreis Altenkirchen konnten die Polizisten 3789 Personen ausfindig machen, die sich nach Lage der Dinge strafbar gemacht haben. Die meisten sind Männer (2826). Ausländische Tatverdächtige machen einen Anteil von 15,9 Prozent aus (604 Personen).

    Besonders stark zurück ging die Fallzahl im Bereich des schweren Diebstahls: 542 Straftaten bedeuten einen Rückgang um fast 21 Prozent. Ebenfalls stark rückläufig ist im Kreis Altenkirchen die Zahl der Sexualdelikte: Sie sank um 13 Prozent auf 73 Fälle. Allerdings schwankt die Zahl in diesem Bereich je nach Anzeigeverhalten der Opfer. Nicht jedes Sexualdelikt kommt erfahrungsgemäß zur Anzeige.

    Besonders beunruhigend war auch für die Polizei im vergangenen Jahr die Brandserie im Raum Altenkirchen. Insgesamt achtmal musste die Feuerwehr im Sommer 2015 zu großen Bränden ausrücken, sodass einige schon den Verdacht hegten, ein Feuerteufel sei am Werk. Doch Kripochef Franz Orthen kann jetzt beruhigen: "Alle Brände sind inzwischen aufgeklärt. Und keiner hat etwas mit dem anderen zu tun."

    2015 kam es zudem zu einem Tötungsdelikt im Kreisgebiet, das allerdings schnell aufgeklärt war: Ein Rentner hatte im Februar 2015 in Mittelhof seine Frau erstickt und sich anschließend selbst das Leben genommen.

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