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Klosterinternat Marienstatt: Ex-Schüler aus Mittelhof spricht von "faschistoiden Zügen"

Mittelhof/Marienstatt – Seine Zeit als Schüler des Internats Marienstatt lässt ihn bis heute nicht ruhen. Wenn das Thema aufkommt, steigt immer noch Zorn in Arno Benner hoch über Demütigungen, die er als Jugendlicher hinter den Mauern der Patres erleiden musste. Doch er will nicht Rache für vergangenes Unrecht, sondern er erzählt seine Geschichte, weil er eine ehrliche Trauerarbeit bei der Klosterleitung vermisst – bis heute.

Arno Benner aus Mittelhof hat im Klosterinternat Marienstatt "faschistoide Züge" ausgemacht.
Arno Benner aus Mittelhof hat im Klosterinternat Marienstatt "faschistoide Züge" ausgemacht.

Nachdem überall im Land Fälle von Gewalt und sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in katholischen Einrichtungen bekannt geworden sind, hatte sich Ende März auch das Gymnasium der Zisterzienser in Marienstatt gemeldet. Der Konvent gestand, dass es derlei Fälle auch am Klosterinternat gab, das 1982 geschlossen wurde. In einer zweiten Mitteilung teilt Abt Andreas Range nun mit, dass sich daraufhin mehrere Ex-Internatsschüler gemeldet hätten, um über erlittene Gewalt und Demütigungen zu sprechen.

Einer von ihnen hat sich aber anstatt ans Kloster an die RZ gewandt: Dem heute 61-jährigen Arno Benner aus Mittelhof – der von 1960 bis 1969 Schüler des Internats war – reichen die Entschuldigungen der Klosterleitung nicht aus: Benner spricht von „Schönfärberei“ und „halbherzigen Entschuldigungen“. „Das Lehrsystem im Internat Marienstatt hat jahrzehntelang faschistoide Züge getragen“, sagt er. „Fälle von Gewalt waren keine Ausnahme, sondern System.“

Mehr dazu lesen Sie in der Mittwochausgabe der Rhein-Zeitung für den Kreis Altenkirchen.

Altenkirchen Betzdorf
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