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Kirchen

Klaus Schmidt geht zum Jahresende: 26 Jahre war er Chef im Krankenhaus Kirchen

Peter Seel

Wenn man ihn nach seinen Hobby fragt, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Das Krankenhaus war mein Hobby.“ Da muss sich der Kaufmännische Direktor der DRK-Klinik Kirchen nun allerdings umstellen. Klaus Schmidt (65), der Ende des Jahres in den Ruhestand geht, schmunzelt: „Meine Frau und ich werden mehr Zeit füreinander haben, und wir können unsere Enkelkinder in Münster öfter sehen. Sicher werden wir auch mehr reisen.“

Klaus Schmidt verlässt nach 26 Jahren als kaufmännischer Direktor „sein“ Krankenhaus in Kirchen.  Foto: Peter Seel
Klaus Schmidt verlässt nach 26 Jahren als kaufmännischer Direktor „sein“ Krankenhaus in Kirchen.
Foto: Peter Seel

26 Jahre lang war er der „Chef“ im Kirchener Krankenhaus, mehr als ein Vierteljahrhundert bestimmte er die Geschicke von Ärzten, Angestellten und letztlich auch Patienten entscheidend mit. Und auch, wenn diese Jahre nicht immer leicht waren, blickt der Scheuerfelder gern zurück. Er erlebte die Entwicklung der Einrichtung vom ehemaligen Kreiskrankenhaus zum privatwirtschaftlich organisierten DRK-Krankenhaus. Eine solch lange Amtszeit ist in der Branche selten geworden. Ende des Jahres hat er seinen letzten Arbeitstag hier.

Dabei kam der gebürtige Herdorfer als Quereinsteiger ans Krankenhaus. Er hatte Wirtschaftswissenschaften in Dortmund studiert, seinen Abschluss als Diplom-Kaufmann gemacht, und weil er schon während des Studiums in den Semesterferien bei Schäfer-Shop in Bruche gejobbt hatte, war es nur ein kleiner Schritt, Anfang der 80er-Jahre hier auch den Berufseinstieg als Assistent der Geschäftsführung zu finden. Von da wechselte Schmidt einige Jahre später zu Philipps nach Eiserfeld, wo er bis 1991 als Gruppenleiter Controlling beschäftigt war. „Fast per Zufall stieß ich dann auf das Stellenangebot der Kreisverwaltung“, erinnert sich der angehende Pensionär, „und weil mich soziale Berufe und besonders das Gesundheitswesen schon immer mehr angesprochen haben als zum Beispiel das technisch-produzierende Gewerbe, habe ich mich auf die Stelle beworben.“

Schmidts Laufbahn als Verwaltungsdirektor begann im Oktober 1991. „Die Umstellung war gar nicht so schwierig, denn auch hier konnte ich einbringen, was ich gelernt hatte. Was aber neu war bei der Stelle als Krankenhausdirektor, das war die Rolle der Politik, die hier hineinspielt. Denn die Aufsichtsgremien beim Kreis, das waren natürlich politische Gremien.“ Während des Übergangs vom Kreiskrankenhaus zur Klinik in privater Trägerschaft fand Schmidt in Franz Weiss einen „großartigen Mitstreiter“, an den er sich gern erinnert. Weiss war als Betriebsleiter des Eigenbetriebs sein Vorgesetzter, doch die beiden zogen an einem Strang, um etwas Gutes für die Klinik zu bewegen: „Gemeinsam haben wir uns Gedanken gemacht, wie man den Krankenhausbetrieb stärker eigenverantwortlich unter wirtschaftlichen Aspekten aufstellen könnte. Es blieb uns ja auch nichts anderes übrig, denn die Kliniken mussten sich den zunehmenden wirtschaftlichen Herausforderungen stellen.“

Schließlich ging die Klinik am 1. 1. 2004 in die Trägerschaft der DRK-Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz in Mainz über. „Ökonomische Belange spielten fortan eine immer größere Rolle“, erinnert sich Schmidt, „es ging um schnellere und kürzere Entscheidungswege – und immer um eine Verbesserung der Qualität in der Versorgung unserer Patienten. Das stand immer an erster Stelle, nur mussten medizinische und wirtschaftliche Aspekte noch stärker zusammengeführt werden. Ich bereue keinen einzigen Tag, den ich in den 26 Jahren hier war.“

Entscheidungen versuchte er immer unter Einbindung aller anderen Berufsgruppen im Krankenhaus zu treffen. Er war stets bestrebt, dass Medizin und Verwaltung Hand in Hand arbeiteten. Doch die Zeiten wurden auch für die Krankenhäuser rauer: Lag zu Schmidts Anfangszeiten die durchschnittliche Verweildauer eines Patienten in Kirchen noch bei zwei Wochen, so sind es heute noch sechs Tage; und aus damals 850 Mitarbeitern wurden 600. Die Budgets einzuhalten wurde immer schwerer, die Mittel für wichtige Investitionen wie moderne medizinische Geräte anzuschaffen, immer knapper.

Er nimmt viele schöne Erinnerungen mit in den Ruhestand. Zu den weniger schönen fällt ihm ein, dass in den Jahren 2003 und 2004 insgesamt fast 40 Stellen abgebaut werden mussten: „Das ist mir sehr schwer gefallen, aber es war nicht anders zu machen.“ Und so groß die Belastung auch war, die das Haus zuweilen zu meistern hatte, sagt Schmidt doch: „Ich bin froh, dass ich immer gute Mitarbeiter hatte, sonst wäre die Führung einer solchen Organisation schlicht nicht möglich. Ich konnte mich immer auf meine Leute, mein Team verlassen.“

Damals übrigens, vor 26 Jahren, hatte er gar nicht vor, so lange zu bleiben, „aber irgendwann fühlte ich mich mit dem Haus so verbunden, dass alle Ambitionen, woandershin zu wechseln, nach und nach in den Hintergrund gerieten.“

Von unserem Redakteur Peter Seel

Altenkirchen Betzdorf
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