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Kirchen

Kirchens Neuer: Vertrauen und Bürgernähe

Der Mudersbacher Ortsbürgermeister Maik Köhler (CDU) tritt im Januar sein Amt als hauptberuflicher Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen an. Nachdem der 41-Jährige die VG-Bürgermeisterwahl im September mit einem Erdrutschsieg gewonnen und seinen Vorgänger Jens Stötzel (parteilos) nach acht Jahren aus dem Amt gekegelt hat, wird Köhler heute Abend im VG-Rat Kirchen eingeführt und vereidigt. Die RZ sprach mit dem neuen VG-Chef.

Was ändert sich im Rathaus Kirchen, wenn Sie ab 1. Januar auf dem Sessel des VG-Chefs sitzen?

Ich stehe für ein gutes Miteinander innerhalb der Verwaltung und zwischen den Fachbereichen. Denn nur, wenn ein gutes Arbeitsklima herrscht, kann das Rathaus leistungsfähig für die Bürger arbeiten. Genau das ist es auch, was die Menschen von uns erwarten – und das können sie auch.

Sie bleiben auch ab Januar Ortsbürgermeister von Mudersbach. Wie stehen Sie zur Personalunion?

Der Ortsbürgermeister ist ja ein Ehrenamt, das ich seit 13 Jahren neben meinem Beruf als Polizist ausübe. Ab Januar ist mein Hauptberuf stattdessen nun Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen, und natürlich wird sich dadurch nichts ändern für meine Arbeit als Ortsbürgermeister – es ergeben sich dadurch sogar viele Synergieeffekte. Die Doppelfunktion gibt es zudem überall im Kreis und im Land, man muss nur nach Betzdorf schauen, wo Bernd Brato Bürgermeister von Stadt und VG ist.

Welche Synergieeffekte?

Ich bin zum Beispiel sicher, dass sich Entscheidungen und Umsetzungsprozesse vereinfachen und schneller umsetzen lassen. Als Ortsbürgermeister bin ja auch viel näher an den Bürgern dran und immer in den Themen drin. Durch meine Erfahrung, die ich als Ortsbürgermeister bisher gemacht habe und auch in Zukunft mache, profitieren selbstverständlich auch die anderen Ortsgemeinde davon.

Wie lange haben Sie gebraucht, um Ihren Erdrutschsieg vom 24. September zu verdauten?

Gute Frage. Es hat mehrere Tage gedauert, bis ich dieses Wahlergebnis realisiert habe und den klaren Sieg – und das ich jetzt Bürgermeister der VG Kirchen bin. Die Anspannung des Wahlkampfs musste sich erst mal lösen. Dann befasst man sich konkret mit ersten Weichenstellungen zum Amtsantritt.

Haben Sie da so was wie Druck empfunden?

Wenn man sich dieser Wahl stellt und darauf hinarbeitet, dann ist man sich dessen bewusst und dann will man das auch. Der Verantwortung bin ich mir bewusst, aber Angst vor der Aufgabe habe ich in keiner Weise. Immerhin bin ich ja auch seit 2004 im Kreistag und seitdem als Ortsbürgermeister Mitglied im VG-Rat.

Was wird sich strukturell in der Kirchener Verwaltung ändern? Auch mit Blick darauf, dass es ab Juni keinen Hauptamtlichen Ersten beigeordneten mehr gibt?

Geschäftsbereiche gab es bisher zwei. Nach dem Ausscheiden des Ersten beigeordneten bin ich allein als Geschäftsbereichsleiter für alle Fachbereiche zuständig Aber das ist ja bei anderen Bürgermeistern im Kreis auch so, und es so von allen Fraktionen im Rat gewünscht. Weitere Optimierungen in der Organisation der Verwaltung werden wir dann ab Januar mit den Mitarbeitern besprechen. Ich bin sicher, dass man hier und da Verwaltungsabläufe verbessern kann, aber ich bin ein Teamspieler und möchte die Mitarbeiter bei Entscheidungsprozessen einbeziehen und mitnehmen.

Herr Köhler, im Wahlkampf haben Sie den Bürgern einen Vereinsmanager versprochen, der sich mit allen Fragen beschäftigen soll, die die Vereine betreffen. Ferner wollen Sie einen Servicetag in der VG einrichten, an dem ein Verwaltungsmitarbeiter an je einem festgelegten Wochentag in die fünf Ortsgemeinden fährt und sich um alle Verwaltungsfragen der Leute kümmern soll. Wie wollen Sie das jetzt umsetzen?

Diese großen Themen werde ich jetzt zügig angehen. Das heißt, ich möchte einen Vereinsmanager als Stabsstelle einrichten, der dem Bürgermeister direkt unterstellt ist – womit ich auch noch mal klar machen will, welche Bedeutung ich den Vereinen und dem Ehrenamt beimesse. Der Vereinsmanager soll sich als „Kümmerer“ auch für alle Belange der Ehrenamtler einsetzen. Dem Rat werde ich die Umsetzung für 2018 vorschlagen. Auch den Servicetag für die Ortsgemeinden will ich anpacken. Das Besondere an der VG Kirchen sind ja die außergewöhnlich großen Ortsgemeinden. Deshalb möchte ich ein bürgernahe Verwaltung, durch die der Bürger sämtliche Verwaltungsleistungen direkt vor Ort bekommt. Damit die Leute wissen, sie brauchen nicht zum Beispiel nicht extra wegen einer Passangelegenheit von Friesenhagen nach Kirchen fahren. Der Servicetag ist gerade in einer älter werden Gesellschaft wichtig.

Können Sie sich vorstellen, im Rat, wie es ihr Vorgänger Jens Stötzel oft getan hat, auch mal als einziger den Arm für oder gegen eine Sache zu heben?

Das kann ich mit überhaupt nicht vorstellen. Ich stehe für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Da sind in allen Fraktionen ehrenamtlich Aktive, die für die Allgemeinheit ihre Freizeit einsetzen und viel Idealismus mitbringen. Das muss man wertschätzen und wir als Verwaltung sind auch deren Dienstleister. Und wenn der komplette Rat mal gegen eine Sache ist, dann ist dies eine demokratische Entscheidung und die werde ich immer respektieren. Im Übrigen hat der Bürgermeister auch kein Vetorecht.

Mehr zu dem Thema „Machtwechsel in Kirchen“ gibt es über unsere App RZplus, indem Sie diesen Artikel einscannen.

Altenkirchen Betzdorf
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