40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Altenkirchen/Betzdorf
  • » Jagdpächter hofft auf Hinweise: Freilaufender Hund tötet trächtige Ricke
  • Aus unserem Archiv
    Oberlahr

    Jagdpächter hofft auf Hinweise: Freilaufender Hund tötet trächtige Ricke

    Die vier Bilder, die Jagdpächter Bernd Sobczak vor sich auf dem Tisch liegen hat, sind kein schöner Anblick: tote Ricken, einige mit blutigen Wunden am Körper, bei einem Tier ist das Hinterbein angefressen. Ein Verdacht, den Sobczak schon länger hegte, bestätigte sich am vergangenen Sonntag.

    Ein Hund treibt sein Unwesen im Wald. Erst vergangenen Sonntag wurde wieder eine Ricke getötet.
    Ein Hund treibt sein Unwesen im Wald. Erst vergangenen Sonntag wurde wieder eine Ricke getötet.
    Foto: honorarfrei

    Von unserer Redakteurin Susanne Schneider

    "Ein Zeuge hat gesehen, wie ein Hund eine Ricke vom Waldrand bis an den Straßenrand zerrte", berichtet Sobczak, der für das Revier Oberlahr verantwortlich ist. Der Augenzeuge rief sofort bei dem Jagdpächter an und scheuchte den Hund von der verletzten Ricke fort. Dieser soll in Richtung Grube Louise verschwunden sein. Als Sobczak schließlich am Ort des Geschehens, der K 1 zwischen Oberlahr und Niedersteinebach in Höhe Lammerichskaul, eintraf, konnte er für die Ricke nicht mehr viel tun - außer ihr den Gnadenschuss zu geben. "Die Verletzungen waren zu schwer, ich musste das Tier erlösen", erzählt Sobczak. Er ist überzeugt, dass dies nicht der erste Vorfall im Zusammenhang mit dem wildernden Hund ist. "Seit Anfang Februar habe ich vier tote Ricken gefunden. Ich kann das nicht länger hinnehmen", sagt Sobczak.

    Generell sind im Kreis zurzeit mehrere solcher Fälle bekannt. "Das ist im Moment wirklich schlimm", bestätigt auch Rainer Walkenbach von der Unteren Jagdbehörde. Besonders traurig an den Vorfällen in Oberlahr ist, dass alle gefunden Tiere trächtig waren. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum der Hund leichtes Spiel hatte. "Wenn die Tiere tragend sind, sind sie langsamer", erklärt Sobczak. Die Jagdlust des Hundes kann auch für den Menschen brenzlig werden: "Die Unfallgefahr für Autofahrer erhöht sich enorm, wenn das Wild gehetzt wird und deshalb plötzlich auf die Straße läuft." Außerdem kann die Bedrohung durch den unbekannten Hund zur Folge haben, dass die Tiere aus der Dickung, in der sie ihren Einschlag haben, abwandern und so häufiger Straßen überqueren.

    Sobczaks Ärger konzentriert sich aber nicht auf den Hund. "Jeder Hund hat einen Jagdtrieb. Es ist die Verantwortung der Besitzer, dafür zu sorgen, dass er nicht Wild hetzt und tötet", sagt der Jagdpächter. Den Hund zu erschießen, kommt für ihn deshalb nicht infrage. "So etwas würde ich niemals tun", sagt er. Sobczak hat sogar einen Verdacht, wem der Hund gehören könnte. "Es ist ein heller, kurzhaariger Labrador Retriever, der ein helles Halsband trägt", berichtet Sobczak. Solange er aber den Hund nicht auf frischer Tat ertappt und seiner habhaft wird, sind ihm die Hände gebunden.

    Allerdings hat er die Vorkommnisse bei der Polizei angezeigt und auch die Untere Jagdbehörde des Kreises informiert. Beide können aber erst handeln, wenn die Besitzer des Hundes feststehen. "Dann können wir wegen einer Ordnungswidrigkeit einen Bußgeldbescheid in Höhe von 250 Euro gegen den Halter oder Eigentümer erlassen", erklärt Walkenbach. Außerdem wird der Hund als gefährlich eingestuft, was in der Konsequenz zu einer deutlich höheren Hundesteuer sowie einem Leinen- und Maulkorbzwang führt.

    "Meine Kollegen und ich werden in nächster Zeit aufmerksam beobachten, ob sich der Hund noch einmal zeigt", erzählt Sobczak. Dass der Hund weiter jagen wird, wenn die Besitzer nicht eingreifen, da ist er sich sicher. "Wenn ein Hund einmal Blut geleckt hat, lässt er nicht mehr locker."

    Wer Angaben zu den Besitzern des Hundes machen kann oder Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich bei Jagdpächter Bernd Sobczak, Telefon 0170/305 30 74, zu melden.

    Kommentar: Tierliebe hört nicht beim eigenen Hund auf
    Altenkirchen Betzdorf
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Markus Kratzer (kra)
    Redaktionsleiter
    Tel 02681/9543-21
    E-Mail
    Volker Held (vh)
    stv. Redaktionsleiter
    VG Altenkirchen
    Tel 02681/9543-33
    E-Mail
    Elmar Hering (elm)
    Redakteur
    VG Wissen & Hamm
    Tel 02681/9543-13
    E-Mail
    Andreas Neuser (an)
    Redakteur
    VG Betzdorf, Gebhardshain
    Tel 02741/9200-68
    E-Mail
    Daniel Weber (daw)
    Redakteur  
    VG Daaden, Gebhardshain, Stadt Herdorf
    Tel 02741/9200-67
    E-Mail
    Peter Seel (sel)
    Redakteur VG Kirchen
    Tel 02741/9200-65
    E-Mail
    Sonja Roos (sr)
    Redakteurin VG Hamm
    Tel 02681/9543-19
    E-Mail
    Beate Christ (bc)
    Reporterin VG Flammersfeld
    Tel 0170/2110166
    E-Mail
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Regio-Reporterin
    Sabrina Rödder

    Regio-Reporterin

    Sabrina Rödder

    Mail | 02681/954 317

    epaper-startseite
    Regionalwetter Westerwald
    Dienstag

    15°C - 14°C
    Mittwoch

    13°C - 17°C
    Donnerstag

    13°C - 17°C
    Freitag

    10°C - 14°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach