40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Altenkirchen/Betzdorf
  • » Im Trauercafé Beistand und ein offenes Ohr finden
  • Aus unserem Archiv
    Altenkirchen

    Im Trauercafé Beistand und ein offenes Ohr finden

    Ab der kommenden Woche wird der Hospizverein Altenkirchen einmal im Monat (immer am ersten Montag) ein Trauercafé im Mehrgenerationenhaus in der Altenkirchener Fußgängerzone anbieten.

    „Wir haben in diesem Jahr auch mit einer Trauergruppe gearbeitet, aber für manche ist die Gruppenarbeit zu intim, das offene Angebot im Trauercafé lässt da eher Freiraum, ob und wie viel man von sich preisgeben möchte", erklärt Erika Gierich, die als hauptamtliche Mitarbeiterin dem Hospizverein vorsteht. Dieser hat sich 2003 gegründet, Gierich ist seit 2008 als Hauptamtliche dabei. „Unser Hauptanliegen ist die Sterbebegleitung im häuslichen Bereich. Wir gehen aber auch in die Krankenhäuser und Altenheime", sagt Gierich, die ihr Büro im Ärztehaus in der Wiedstraße hat. Oft, das hat sie festgestellt, nimmt die Sterbebegleitung und anschließende Trauerarbeit mit den Angehörigen fast mehr Raum ein, als die Arbeit mit den Betroffenen. „Manche sagen uns auch, dass sie keine Begleitung möchten, diese aber für ihre An- oder Zugehörigen wünschen." Diese Unterscheidung betont Gierich deshalb ausdrücklich, weil sie die Erfahrung gemacht hat, dass oft keine Angehörigen (mehr) da sind. Gierich und ihr Team an Ehrenamtlichen – 30 betreuen Patienten, sechs ausgebildete Sterbebegleiter sind in andere Projekte wie etwa „Hospiz macht Schule" eingebunden – wollen vor allem eine Stütze für alle sein in Zeiten, wo nur wenige Dinge einen Trost geben können. „Wir möchten helfen, den letzten Weg in Würde zu gehen. Oft bedeutet es nicht mehr als da sein, zuhören, aushalten", sagt sie. Manchmal, wenn es zu Ende geht und die Angehörigen ebenfalls am Ende der Kräfte sind, übernachten die Helfer bei den Familien, geben Kraft, wo keine Reserven mehr sind. Eine dieser ehrenamtlichen Helferinnen ist Lilli Hombach. Die patente Seniorin arbeitete als Sozialpädagogin, hat bereits in einem Kinderhospiz Erfahrung in der Sterbebegleitung gesammelt und ist nun in Altenkirchen seit 2009 aktiv. „Es ist manchmal kräftezehrend, aber auch sehr bereichernd", bilanziert sie. Sie hat die Trauergruppe begleitet und wird auch beim Trauercafé als Ansprechpartnerin anwesend sein. Sie hat festgestellt, dass Trauer Zeit braucht, dass manche sich erst nach Jahren dem verdrängten Schmerz stellen. Auch hier, weit über den Tod des geliebten Menschen hinaus, sind die Helfer und Begleiter da. „Oft sind die Angehörigen überfordert, auch schon während der Phase des Abschieds. Wir führen dann Regie im Hintergrund, sind da, geben Hilfestellung", sagt Erika Gierich. Ihr ist wichtig, dass die Menschen, die zu ihr kommen, eines mitnehmen: Wie wichtig es ist, richtig Abschied zu nehmen. „Es erleichtert die Trauerarbeit, wenn man sich in der sogenannten Schleusenphase Zeit genommen hat, nichts überstürzt." Sie und die Ehrenämtler müssen bei den Sterbebegleitungen versuchen, professionelle Distanz zu wahren, ohne an Mitgefühl zu sparen. Keine leichte Aufgabe. „Ich rate immer: So viel über die Biografie des Menschen wissen, wie nötig, aber so wenig wie möglich", sagt Gierich. Neben der Sterbebegleitung steht für die Mitglieder und Mitarbeiter des Hospizvereins noch die Information im Vordergrund. „Wir gehen in Schulen, halten Vorträge, machen Stände, bieten Gottesdienste und Gruppentreffen für unsere Ehrenamtlichen an. Und natürlich jetzt das Trauercafé, bei dem sowohl Hilfe suchende Angehörige, als auch am Ehrenamt Interessierte willkommen sind." Sonja Roos

    Info: Der Hospizverein arbeitet überkonfessionell, der Dienst ist völlig kostenfrei. Finanziert wird die Arbeit des Vereins durch Mitgliedsbeiträge (140 Mitglieder sind es zurzeit) sowie Spenden. Das Café „Trauerweide“ ist ebenfalls kostenlos, teilnehmen kann jeder, es gibt keine Verbindlichkeiten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es findet jeden ersten Montag im Monat von 15 bis 17 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Altenkirchen statt. Los geht es am kommenden Montag, 2. September. Weitere Infos unter 02681/879 658. sr

    Altenkirchen Betzdorf
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Markus Kratzer (kra)
    Redaktionsleiter
    Tel 02681/9543-21
    E-Mail
    Volker Held (vh)
    stv. Redaktionsleiter
    VG Altenkirchen
    Tel 02681/9543-33
    E-Mail
    Elmar Hering (elm)
    Redakteur
    VG Wissen & Hamm
    Tel 02681/9543-13
    E-Mail
    Andreas Neuser (an)
    Redakteur
    VG Betzdorf, Gebhardshain
    Tel 02741/9200-68
    E-Mail
    Daniel Weber (daw)
    Redakteur  
    VG Daaden, Gebhardshain, Stadt Herdorf
    Tel 02741/9200-67
    E-Mail
    Peter Seel (sel)
    Redakteur VG Kirchen
    Tel 02741/9200-65
    E-Mail
    Sonja Roos (sr)
    Redakteurin VG Hamm
    Tel 02681/9543-19
    E-Mail
    Beate Christ (bc)
    Reporterin VG Flammersfeld
    Tel 0170/2110166
    E-Mail
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Regio-Reporterin
    Sabrina Rödder

    Regio-Reporterin

    Sabrina Rödder

    Mail | 02681/954 317

    epaper-startseite
    Regionalwetter Westerwald
    Montag

    8°C - 12°C
    Dienstag

    12°C - 14°C
    Mittwoch

    10°C - 18°C
    Donnerstag

    10°C - 18°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach