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Altenkirchen

Himmlische Weihnacht in Altenkirchen: Erst beim Hüttenabend drängen sich die Massen

„Schenk mir heut Nacht dein ganzes Herz …“ singen die Höhner. Es ist 18.30 Uhr. DJ „Markus Deluxe“ läuft sich auf seinem Podest im Hüttendorf auf dem Schlossplatz gerade erst warm, und doch stimmen schon viele Fans rund um die Bühne in den Refrain ein. In bester Feierlaune drängen sich die Besucher der Après-Ski-Party um die Glühweinstände, tanzen und haben Spaß. Und der Abend ist noch lang …

Mit Beginn der Dämmerung drängten sich viele Besucher zu den Klängen des Jugendblasorchesters Mehrbachtal durch die Innenstadt. Erst bei der anschließenden Après-Ski-Party ging die Post aber so richtig ab. Foto: Julia Hilgeroth-Buchner<br>
Mit Beginn der Dämmerung drängten sich viele Besucher zu den Klängen des Jugendblasorchesters Mehrbachtal durch die Innenstadt. Erst bei der anschließenden Après-Ski-Party ging die Post aber so richtig ab.
Foto: Julia Hilgeroth-Buchner

Kein Zweifel: Die Après-Ski-Party ist der unangefochtene Höhepunkt der diesjährigen „Himmlischen Weihnacht“. Als sich der Schlossplatz gegen 18 Uhr mehr und mehr füllt, da fällt manchem der Mitglieder des Aktionskreises Altenkirchen ein mittelschwerer Stein vom Herzen. Wer sich um die Mittagszeit oder am Nachmittag zu einem Bummel durch die Fußgängerzone entschieden hatte, der war nicht ganz so gut beraten. Viele Geschäfte hatten zwar geöffnet, zeigten aber (noch) keine große Außenpräsenz, während einzelne Hütten mit geschlossener Front eine fast trotzige Abwehrhaltung demonstrierten. Die aktiven Budenbetreiber dagegen gaben sich rührende Mühe, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – darunter diverse Gastronomen, die Vertreter der „Fairtrade-Stadt Altenkirchen“ und der Tierschutzverein „Karibu“.

Das im Vorfeld ausreichend beworbene Märchenzelt wirkte teils verwaist, obwohl das Angebot ebenso reichhaltig wie attraktiv war. Bald wurden Stimmen laut, die das Eintageskonzept massiv infrage stellten. „Altenkirchen hatte immer drei Tage Weihnachtsmarkt, und der war früher richtig schön“, so eine Budenbetreiberin resigniert.

Und als schon keiner mehr daran glaubt, da geschieht das Wunder: Zur Dämmerstunde legt sich die heimelige Beleuchtung der Läden und Hütten über die Enttäuschung und kaschiert den Frust des Tages. Nun kommen auch die guten Ideen der Einzelhändler besser ans (Abend-)Licht. Bei Herrenmoden Iserlohe prasselt das Grillfeuer zur Musik des Duos „Philipp und Philipp“, im Märchenzelt lachen die Jüngsten über das Theaterstück der Gruppe „Gezwitscher Suppengrün“, und die Geschäfte füllen sich. Zurück zum Schlossplatz: Wo nachmittags zum Ärger der Tagesgäste gähnende Leere geherrscht hatte, trifft sich nun die Community – ganz wie „Markus Deluxe“ es sich erhofft hat. Auf seine Facebook-Einladung haben rund 1000 User reagiert. „Wir wollen ja etwas verändern. Mit der Party wollen wir den Weihnachtsmarkt aufmotzen, denn mit einem traditionellen Markt kann man niemanden mehr erreichen“, so die Einschätzung des DJs.

Katja Lang, die Vorsitzende des Aktionskreises, wagt ein erstes Fazit. „Heute Abend sieht es sehr gut aus. Es ist ein Experiment, und wir müssen abwarten, wie es sich entwickelt.“ Sie räumt ein, dass die Besucherzahl tagsüber unter den Erwartungen lag. „Es war aber nichts im Angebot, was nicht auf einen Weihnachtsmarkt gehört. Wir wollen auf Qualität achten. Und wenn sich diese Party etabliert, müssen wir schauen, ob so etwas in einen dreitägigen Markt eingebaut werden kann.“ Das werden die Mitglieder des Aktionskreises auswerten müssen. Diesmal ist aus einem ziemlich irdischen Tag jedenfalls eine rauschende himmlische Nacht geworden. Ein kompakter, aber intensiver Adventsabend, eine Art „Toskanische Nacht“ im Winter – vielleicht ist das ein Konzept für die Zukunft?

Von unserer Mitarbeiterin Julia Hilgeroth-Buchner

Altenkirchen Betzdorf
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