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Herkersdorf wehrt sich: Demo gegen Schulschließung im Rat Kirchen

Der Kampf um die Herkersdorfer Außenstelle der St.-Michael-Grundschule Kirchen hat gerade erst begonnen. Wer am Montagabend im Verbandsgemeinderat Kirchen war, erlebte eine lautstarke Geschlossenheit aller Ratsfraktionen mit den Herkersdorfer Eltern und Bürgern – keine Spur von Ermüdung, wo sie sich doch schon seit Monaten energisch gegen die Schließungspläne wehren. Vehementes Trommeln, Klatschten, Pfeifen, Wut und Enttäuschung schickten sie in Richtung Mainzer Bildungsministerium und Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier.

Klar: Es ist die erste Ratssitzung, nachdem Mainz vergangene Woche plötzlich verkündet hatte, den Standort Herkersdorf 2018 mit einigen anderen Zwergschulen im Land dicht machen zu wollen. Jetzt saßen hier Eltern und viele Grundschüler und protestierten mit bunten Transparenten und Kerzen für ihre Schule. Die eigentliche Tagesordnung, die VG-Chef Jens Stötzel vorbereitet hatte, geriet da komplett in den Hintergrund. Ergebnis: Rat und Elternkreis sind sich absolut einig in ihrem Bestreben, die Schule zu retten und haben in einem ersten Schritt einstimmig eine entsprechende Resolution nach Mainz geschickt.

Darin unterstreicht der Rat abermals die Bedeutung des von den Eltern erstellten Konzepts zur Weiterentwicklung des Schulstandortes. Michael Dützer als CDU-Sprecher verlas den Text, wobei er hervorhob, dass es bereits wieder 30 Schüler seien anstatt der bisher angegebenen Zahl von 24, die nach Herkersdorf gehen. Man sei überzeugt, führte er aus, dass auch diese Zahl noch weiter steigt. Da – wie VG-Bürgermeister Jens Stötzel zuvor dargelegt hatte – Bildungsministerium und ADD ja „besondere Gründe“ einfordern, die eventuell eine Schließung noch verhindern könnten, seien die steigenden Zahlen, so Dützer, ja wohl die besten.

Zuvor hatten verschiedene Ratsmitglieder wie auch Elternvertreter durchblicken lassen, dass sich Lars Lamowski, der Leiter der Michael-Grundschule, wohl nicht vorbehaltlos genug für die Außenstelle eingesetzt haben dürfte; dass man dies VG-Chef Stötzel – der als einziger nicht für die Resolution stimmte, weil er keine schriftliche Vorlage vor sich habe – schon längst unterstellt, ist kein Geheimnis. So forderte Angelika Buske (SPD) klipp und klar, dass die Fraktionen umgehend die Stellungnahmen Stötzels und Lamowskis einsehen wollen, die diese zum Thema Herkersdorf an die ADD geschickt hatten. Auch ihr Kollege Michael Dützer von der CDU fragte, was für Informationen der beiden es wohl gewesen sein könnten, die in Mainz zu dem Ergebnis geführt hätten, die Schule zu schließen...

Unterstützung kam ebenso von Anna Neuhof (Grüne) und Christoph Lautwein (FDP). Beide forderten, alle Kräfte zur Durchsetzung des gemeinsamen Zieles zu bündeln. „Wir meinen das ernst!“, so Neuhof, während Lautwein meinte, alle Fraktionen sollten jetzt ihre Kontakte in den Landtag nutzen.

Sauer war man bei Eltern wie Rat insbesondere auch darüber, dass offenbar das Pro-Herkersdorf-Konzept bei den verantwortlichen Behörden überhaupt nicht gewürdigt, vielleicht nicht einmal gelesen worden sei. Niemand von dort sei auch mal hier in Kirchen gewesen, um sich in der Sache kundig zu machen. Zudem sei man mit der pädagogischen Leistung der beiden Lehrerinnen in Herkersdorf absolut zufrieden. Immer wieder gab es tosenden Applaus zu solchen Statements. „Wir glauben, dass diese Schule eine Zukunft hat!“ erklärte Dr. Josef Rosenbauer als Elternsprecher; er dankte dem Rat ausdrücklich für dessen geschlossene Unterstützung. Scharf kritisierte er, dass keine der Zusagen eingehalten worden seien, die Mainz in seinen Leitlinien festgelegt hatte. So sei da die Mitwirkung des Schulträgers (also der VG, also des Rates) festgeschrieben. Eine Schließung bringe keine Einsparungen, sagte er; merkwürdig sei zudem, dass Herkersdorf die einzige Sprengelschule auf der Streichliste sei. Andere Kleinschulen, wie in Norken (Westerwaldkreis, blieben ja bestehen.

Jetzt wird der Fall mit der ADD beraten. Der VG-Rat beschloss einstimmig, dies erst im Januar zu tun – wenn Maik Köhler als neuer VG-Chef im Amt ist. Der hatte schon diesmal den Eltern zugerufen: „Wir werden gemeinsam kämpfen!“

Von unserem Redakteur Peter Seel

Altenkirchen Betzdorf
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