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Herdorf

Herdorfs Stadtchef Erner kritisiert Personalflucht in der Daadener Verwaltung

Claudia Geimer

Gleich sieben Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung Daaden-Herdorf haben in jüngster Vergangenheit gekündigt. Diese Entwicklung hat Herdorfs Stadtbürgermeister Uwe Erner zum Anlass genommen, die „Verwaltungsspitze“ in Daaden zu kritisieren.

Symbolbild
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Foto: dpa

In seiner Haushaltsrede während der Stadtratssitzung am Mittwochabend spricht Erner von personellen und organisatorischen Maßnahmen, die er mit Sorgen sehe. „Das fängt schon damit an, dass man nicht den Eindruck gewinnen kann, dass die Personalentwicklung an der Verwaltungsspitze ein Nachdenken anregt, geschweige denn eine Ursachenforschung auslöst, mit dem Ziel Mitarbeiterzufriedenheit zu fördern und zu steigern und in der Konsequenz damit zu halten.“ Ohne dass Erner Bürgermeister Wolfgang Schneider beim Namen nennt, dürfte seine Kritik in dessen Richtung zielen. Die „Verwaltungsspitze“, fährt Erner fort, vertrete die „oft gehörte“ Aussage, dass es sich bei der Verwaltung um eine „Schreibstube“ handle: „Solch ein Begriff passt so gar nicht zu einer modernen Kommunalverwaltung.“

Jedenfalls sieht der Stadtbürgermeister durch den personellen Aderlass die in der Eingliederungsvereinbarung versprochene bürgernahe Betreuung insbesondere im Hinblick auf den Publikumsverkehr in Herdorf gefährdet. So habe eine Mitarbeiterin des Bürgerbüros in Herdorf zum 28. Februar dieses Jahres gekündigt. Seitdem sei die Stelle weder temporär noch dauerhaft wieder besetzt worden. Im Gegenteil: Die Herdorfer Bürger würden per Informationen im Mitteilungsblatt eher aufgefordert, direkt nach Daaden zu fahren. „Mit der Stadt wurde hierüber bis heute nicht ein einziges Wort gesprochen. Gleiches gilt für den Empfangsbereich. Das ist weder eine akzeptable Lösung noch ein adäquater Umgang.“

Mitarbeiter gingen, weil sie unzufrieden seien und keine Perspektive sähen. „Da stimmt etwas nicht in der Verwaltung, und das muss geändert werden, und zwar schnell.“ Bürger und kommunale Vorhaben in allen Gemeinden und Städten der VG würden in Mitleidenschaft gezogen. Der Stadtrat unterstützte die Ausführungen des Stadtbürgermeisters mit Beifall.

Der Haushalt 2018, eigentlich Hauptthema im Rat, geriet fast zur Nebensächlichkeit. Er wurde einstimmig verabschiedet. Kämmerer Michael Runkel wies auf die hohe Investitionstätigkeit hin. Die Finanzsituation habe sich recht gut entwickelt. Gewerbe- und Grundsteuer bleiben gleich. Die Schuldenlast wird bis Jahresende auf 10,2 Millionen Euro beziffert.

„Wir möchten unser liebenswertes Städtchen gerne voranbringen“, betont CDU-Fraktionssprecher Uwe Geisinger. Er warf einen Blick auf die Investitionen wie zum Beispiel den Abschluss der Arbeiten am Hüttenhaus, die Investitionen in die Glück-Auf-Kampfbahn sowie in Straßenunterhaltung. Hinzu kommen Planungen wie für die Baugebiete Kesselstruth, Mühlwiesen oder in Veränderungen von Bebauungsplänen wie zum Beispiel San Fernando oder Alte Ziegelei. Zu erwähnen seien auch größere Projekte wie die Weiterentwicklung der Grundschule und die Erweiterung der Kindertagesstätte, zudem die Baumaßnahmen zum weiteren Ausbau des Buchenhanges und den Ausbau „In der Talbahnstraße“ sowie in die Erschließung der Flächen für Industrie- und Gewerbegebiete („San Fernando“ und „San Fernando III“), die Erschließung des Plangebietes „Stadtmitte/Alte Hütte“ und die Infrastruktur zur Herstellung einer neuen Sporthalle.

SPD-Ratsmitglied Sabine Steinau sprach das Haushaltsdefizit an, das aber den Investitionen geschuldet sei: „Das lässt sich heutzutage wohl nicht vermeiden.“ Ebenso wie CDU-Fraktionssprecher Geisinger begrüßte sie die Förderung der Vereine: „Das ist wichtig für das Gemeinwohl.“ Ratsmitglied Adrian Erner von den Linken sprach von einer „angespannten“ Haushaltslage. Die Kommunen seien unterfinanziert. Es fehlten Mittel für Jugend und Soziales.

Von unserer Mitarbeiterin Claudia Geimer

Altenkirchen Betzdorf
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