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    Hasenpest kann für Menschen tödlich sein

    Sie reagieren zutraulich, aber apathisch und sind hoch ansteckend: Wenn Hasen an Tularämie erkranken, kann das bei einer Übertragung im schlimmsten Fall auch für den Menschen lebensbedrohlich sein.

    Symbolfoto.
    Symbolfoto.
    Foto: dpa

    Gerade wurde die sogenannte Hasenpest bei einem ersten Wildtier bei Gappenach im Kreis Mayen-Koblenz nachgewiesen. An Sieg und Wied ist man indes davon bisher verschont geblieben. „Im Landkreis Altenkirchen hatten wir bisher keine Fälle von Hasenpest“, heißt es aus dem Kreishaus auf Anfrage unserer Zeitung. Heißt: Es gibt aktuell keine gemeldeten Fälle einer menschlichen Infektion mit Tularämie.

    Warum die Krankheit so außergewöhnlich ist und wie groß das Risiko für den Menschen tatsächlich ist, hat der Kreisveterinär des Kreises Mayen-Koblenz, Dr. Rudolf Schneider, unserer Zeitung nach dem dortigen Fund erklärt. Als ein Jäger den noch lebenden Feldhasen bei Gappenach findet, ist der bereits hoch infektiös. Erlegt und eingetütet, landet der Hase im Labor – dort dann die Gewissheit: Er ist Träger einer bakteriellen Infektion, von der zuletzt 2014 und 2015 Fälle aus Andernach bekannt sind. „Wie sich die Tiere mit der sogenannten Hasenpest anstecken, bleibt für uns natürlich erst mal im Verborgenen“, sagt Schneider. Dass das erkrankte Tier überhaupt gefunden wurde, ist laut dem Experten ein Zufall, obwohl den mit Tularämie infizierten Tieren meist der Fluchtinstinkt fehlt – stattdessen wirken sie apathisch. „Den Erreger gibt es in der Wildpopulation, eine Infektion kann von jetzt auf gleich passieren.“ Übertragen wird er durch Schleimhautkontakt beim Deckakt, über Zecken oder die Luft – und kann auch den Menschen treffen. „Wir sprechen da von einer Zoonose“, erklärt der Experte.

    „Das ist besonders außergewöhnlich. Es gibt zwar viele Wildtiererkrankungen, aber die meisten sind für den Menschen ungefährlich.“ Anders hier: Erkrankt der Mensch an der Hasenpest, wie sie nun bei dem Hasen auf dem Maifeld festgestellt wurde, sind die Symptome mit der einer Grippe ähnlich: Bauchschmerzen, Durchfall, hohes Fieber, Luftnot – bei einer Inkubationszeit von etwa drei bis fünf Tagen. „Begibt man sich nicht in ärztliche Behandlung, kann das in Einzelfällen tödlich sein“, erklärt der Veterinär. Wer sich rechtzeitig mit Antibiotika behandeln lässt, ist schnell wieder gesund. Wie sieht es aber mit der Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung aus? Wenn man als Spaziergänger auf einen infizierten Hasen trifft, kann man sich zwar anstecken, warnt der Experte. Doch eine Infektion mit der Hasenpest ist beim Menschen äußerst selten. „Wer wie empfohlen jeglichen Kontakt vermeidet, senkt die Ansteckungsgefahr auf null.“

    Spaziergänger, Wanderer oder Radler, die ein krankes Tier auffinden, sollten in jedem Fall die Finger von dem Tier lassen und auch Eltern ihre Kinder warnen. Den Kontakt eines Hundes mit dem Hasen sollte ebenso unterbunden werden, denn der kann sich ebenfalls anstecken. Schneider appelliert: „Ein Fund sollte schnellstens bei der Verbandsgemeinde oder dem Veterinäramt gemeldet werden.“ Am Fundort aktiv werden kann er nun übrigens nicht. „Wir können jetzt nur Präventivarbeit leisten und die Bevölkerung über die Medien mit dem Thema vertraut machen“, sagt der Experte. Denn noch ist kein zweites krankes Tier gefunden worden. Dass sich aber ein weiterer Hase mit der Tularämie infiziert hat, ist laut Schneider nicht unwahrscheinlich – doch das Veterinäramt ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Laut Auskunft von Christina Held, Pressesprecherin des Kreises Altenkirchen, ist der Erreger nach Feststellungen der vergangenen Jahre bundesweit verbreitet, allerdings in unterschiedlicher Häufigkeit: „Aus Rheinland-Pfalz liegen nach unserem Kenntnisstand nur vereinzelt Meldungen vor.“

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