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    Ganz Herdorf tanzt die Samba beim Rosenmontagszug

    Samba im Städtchen: Mit heißen Rhythmen, bunten Kostümen und bei milden Temperaturen, die freilich noch nicht ganz an Rio ranreichten, haben Tausende in Herdorf einen fröhlichen Rosenmontagszug gefeiert.

    Sogar die Sonne ließ sich zwischendurch mal blicken und bescherte den Gecken einen wahren Traumtag. Die Kommunalreform, das große Zugthema des Vorjahres? Fast vergessen oder zumindest kurzzeitig verdrängt. „Der Zirkus in Herdorf is oos egal, mir wünn nur Spaß im Karneval" – mit dem Motto der Karnevalsfreunde Daaden, die Sorgen über die närrischen Tage mal zu Hause zu lassen, kann sich sicher auch mancher Herdorfer anfreunden. Die Hahnengel hatten auf ihrem Zirkuswagen einen maßstabsgetreuen Elefanten dabei. Unmissverständlich ist die Nachricht über dem Hinterteil des Dickhäuters: „Droff gesch ..."

    „Fest steht eins – nix Gutes kommt aus Mainz": Klar, so ganz kommt man um das Thema Herdorf/Daaden dann doch nicht drum herum. Die Gruppe Smørrebrød and Friends zeigt die Kommunalreform als zartes Pflänzchen (lateinisch „Faktum Lewentzum"), das noch gegossen werden muss. In die Gießkannen haben die Gärtner aus dem Heller- und Daadetal jedoch Gift eingefüllt – die Verfassungsklage soll dem Unkraut den Garaus machen. Nicht zu beneiden ist der erste Bürgermeister der fusionierten VG: Er sitzt im „Lewentzkranz", statt von Adventskerzen umringt von vier Dynamitstangen. Auch der Stacheldraht um die Ortsschilder Herdorf und Daaden lässt Böses erahnen. Ob sich Wolfgang Schneider, der freundlich mit „Nadda jöhh" begrüßt wurde, das alles gut überlegt hat?

    Doch Zwangsfusion hin, Eingliederung her – im Städtchen, so viel steht fest, wird weiterhin an Rosenmontag das Trömmelchen geschlagen. Vielleicht geschieht das jedoch in Zukunft digital. Die KG Herdorf wagt eine Science-Fiction-Vision vom Karnevalsgeck im Jahr 2050: Bunt ist der zwar auch, aber irgendwie wirkt er ein wenig eckig und erinnert stark an einen Roboter aus „Captain Future".

    Andere blicken da doch lieber zurück auf die gute, alte Zeit: Die Dermbacher haben sich dem Thema „200 Jahre Grimms Märchen" gewidmet und passend dazu ein prächtiges Schloss gebaut. Der Froschkönig im Brunnen, Schneewittchen im gläsernen Sarg, die sieben Zwerge, Hans im Glück, Frau Holle, Rotkäppchen und auch der böse Wolf marschieren mit. Den Edmund-Ermert-Preis für den schönsten Zugbeitrag haben sich die „Dermijer" redlich verdient.

    Eine noch längere Zeitreise haben die SG-Frauen zurückgelegt: Sie präsentieren sich als Steinzeit-Mädels – jedoch alles anderes als von gestern, sondern hübsch zurechtgemacht wie Wilma Feuerstein und ihre Freundin Betty. Die SG-Männer hingegen träumen im Hier und Jetzt von großen Triumphen. „Fußball von einem anderen Stern", so ihr unbescheidenes Motto. Ihr Stadion haben die „Unbesiegbaren" im Zug mitgebracht.

    Überhaupt – der Fußball: Im Sommer ist in Brasilien WM, und nicht nur die DJK fiebert ihr schon entgegen. Bei heißer Samba wird der Stahlertskopf glatt zum Zuckerhut, die Knöstplatte zur Copacabana. Sogar die berühmte Christusstatue hat die DJK aus Rio einfliegen lassen. Als wäre in Herdorf nicht ohnehin schon das „Schlaraffenland" – die CAJ fordert gar eine Ausweisung als Weltkulturerbe. Hier gibt man sich weltoffen, feiert nicht nur Karneval, sondern auch mal „Bollmichs Oktoberfest" (Behindertengruppe Hans Ermert).

    International sind auch wieder einmal die Zuggäste: Närrische Abordnungen kommen aus Scheuerfeld, Betzdorf, Daaden, Kirchen, Brachbach, Grünebach, Herkersdorf und aus dem Erbachtal. Für Musik sorgen die Siegheuler, die Druidenmusikanten, die Spielmannszüge Niederhövels, Steinebach und Altenseelbach sowie der Musikverein St. Martinus Wilnsdorf und die Kapelle des mit der DJK befreundeten Vereins „Willen is Kunnen" aus Ostende (Belgien).

    Zu guter Letzt dann die KG: Begleitet vom Bollnbacher Musikverein und lautem „Nadda jöhh" grüßen Tanzgruppen, Jubiläumsprinzen, Garde und natürlich das erste Herdorfer Dreigestirn. Prinz Andreas II., Bauer Sven und Jungfrau Ritchyna werfen tausendfach Handküsschen und Kamelle in die begeisterte Narrenschar.

    Edmund-Ermert-Preis 2014 geht nach Dermbach

    Der Edmund-Ermert-Preis 2014 für den schönsten Zugbeitrag geht an die Karnevalsfreunde Dermbach für ihr Thema „200 Jahre Grimms Märchen". Dafür gab es von der Jury 266 Punkte. Den zweiten Platz belegte die Gruppe Smørrebrød and Friends mit dem „ersten VG-Bürgermeister im Lewentzkranz" (264), Platz drei die Hahnengel aus Daaden mit ihrem Zirkus (251). Auf Platz vier folgt die TuS DJK Herdorf mit ihrer „Samba do Brasil" samt Nachbau der berühmten Christusstatue aus Rio de Janeiro (225). Dicht dahinter liegen auf dem fünften Platz die Herdorfer Domspatzen mit „Das fliehende Klassenzimmer" (221). Daniel Weber

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