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Kirchen

Ex-Ferrari-Manager spielt in Kirchen Tennis

Beim Blick auf die alten Fotos werden bei den Verantwortlichen der Tennisabteilung des VfL Kirchen Erinnerungen wach. Vor 60 Jahren, 1952, ging das erste Pfingstturnier auf der ehemaligen Anlage auf der „Sieg-Rheinischen“, zwischen Kirchen und Wehbach gelegen, über die Bühne. „Das war schon etwas Besonderes, denn zur damaligen Zeit gab es in Deutschland insgesamt höchstens zehn Tennisturniere“, erzählt Sportwart Detlef Colberg.

Armin Hauter, Detlef Colberg und Uli Bender (von links) lassen die Kirchener Tennisgeschichte Revue passieren. Mit dem MSP-Cup knüpft der VfL an alte Traditionen an.
Armin Hauter, Detlef Colberg und Uli Bender (von links) lassen die Kirchener Tennisgeschichte Revue passieren. Mit dem MSP-Cup knüpft der VfL an alte Traditionen an.
Foto: Claudia Geimer

Kirchen – Beim Blick auf die alten Fotos werden bei den Verantwortlichen der Tennisabteilung des VfL Kirchen Erinnerungen wach. Vor 60 Jahren, 1952, ging das erste Pfingstturnier auf der ehemaligen Anlage auf der „Sieg-Rheinischen“, zwischen Kirchen und Wehbach gelegen, über die Bühne. „Das war schon etwas Besonderes, denn zur damaligen Zeit gab es in Deutschland insgesamt höchstens zehn Tennisturniere“, erzählt Sportwart Detlef Colberg.

An die Turniertradition knüpft der VfL mit seinem MSP-Cup an, der vom 9. bis 12. August zum dritten Mal ausgetragen wird. In diesem Jahr erwartet der Verein prominente Teilnehmer in der Seniorenkonkurrenz. „Wir freuen uns, dass Spieler kommen werden, die als junge Aktive schon beim Pfingstturnier mitgemacht haben“, kündigt Turnierleiter Armin Hauter an. Besonders freut sich die Abteilung über die Zusage von Dr. Helmut Mander aus Dietzenbach bei Frankfurt. Der heute 73-Jährige nahm Ende der 1960er-Jahre mehrmals am Kirchener Prestigeturnier teil. „Er war einer der Besten.“ Nach gut 40 Jahren kommt der Senior nun zum ersten Mal wieder nach Kirchen, um in der Altersklasse Herren 65 mitzuspielen. Mander hat sich im Motorsport einen Namen gemacht. In den 1970er-Jahren feierte er mehr als 200 Siege, davon sieben bei Bergrennen. Sein Hobby machte er zum Beruf: Mander war 25 Jahre Marketingleiter bei Ferrari, in der Zeit, als ein gewisser Michael Schumacher für die Roten von Erfolg zu Erfolg eilte. Mander hat dem VfL im Vorfeld einige alte Fotos zur Verfügung gestellt. Sie geben das Flair des ehemaligen Pfingstturniers wieder. Damals trug der Weiße Sport seinen Namen zu Recht. „Es wurde nur in weißem Dress gespielt“, erzählt Colberg. Er und Hauter gehörten mit ihren damals 20 Lenzen in den 1960er-Jahren zu den Jungspunden im Feld. Das letzte Pfingstturnier wurde 1979 ausgetragen. „Es war eine schöne und interessante Veranstaltung, auf sportlicher und gesellschaftlicher Ebene“, sind sich alle einig. Dass Kirchen überhaupt so ein Turnier seit 1952 ausrichten konnte, hatte der Verein der Unterstützung des Unternehmers Arnold Hintze (Jung-Jungenthal) zu verdanken. Er war von 1950 bis 1980 Vorsitzender des VfL Kirchen und neben dem Tennis auch ein Freund und Förderer des Tischtennissports.
Das Turnier war von der Spielstärke her ein Aushängeschild für die Region. „Es traten Spieler in Kirchen an, die damals in den höchsten Spielklassen, ja sogar in der Tennisbundesliga, aktiv waren“, berichtet Colberg. Neben dem Sportlichen wurde damals viel Wert auf Geselligkeit gelegt. Auch deshalb erinnert sich Mander gern an seine Teilnahme in Kirchen: „Wir haben keine Feiern ausgelassen und wunderten uns dann am nächsten Morgen, dass die Schläger noch nicht recht wollten.“ Auch die Kameradschaft der Spieler untereinander sei damals sehr ausgeprägt gewesen: „Bei der Siegerehrung waren alle vereint. Sie war der abschließende, feierliche Höhepunkt.“ Die Zeiten haben sich geändert, wissen Hauter und Colberg. Heute würden Spieler, die ausgeschieden sind, gleich die Tasche packen und zum nächsten Turnier eilen. Das soll beim MSP-Cup in Kirchen nicht passieren. „Wir wollen auch wieder Wert auf die Geselligkeit legen“, betont Abteilungsleiter Uli Bender. Hauter hofft, dass die Zusage von Dr. Helmut Mander eine Sogwirkung hat, sodass sich noch mehr Mitstreiter von damals anmelden. Die schöne Anlage der Tennisabteilung auf dem Molzberg, gebaut 1984, lädt jedenfalls auf der Terrasse zum Verweilen ein. Hier können sich die Tennisveteranen bei einem Bierchen treffen und über die alten Zeiten plaudern. Claudia Geimer

Altenkirchen Betzdorf
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