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Betzdorf/Frankfurt

Ehemaliger Betzdorfer Abiturient forscht: Mikrowellen gegen Schilddrüsenknoten

Da ist das Betzdorfer Freiherr-vom-Stein-Gymnasium doch stolz. Einer seiner Abiturienten hat wieder einmal etwas Hervorragendes geleistet. Dr. Hüdayi Korkusuz, Facharzt für Radiologie an der Klinik für Nuklearmedizin am Uniklinikum in Frankfurt, hat die erste Mikrowellenbehandlung bei Schilddrüsenknoten durchgeführt. „Als erstes Krankenhaus in Europa hat die Klinik für Nuklearmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum Mikrowellen gegen Schilddrüsenknoten eingesetzt. Das Verfahren hat große Vorteile für die Patienten“, heißt es in einer Mitteilung der Klinik. Korkusuz stammt aus einer Betzdorfer Familie. Er besuchte das Gymnasium in Betzdorf und bestand dort im Juni 1997 das Abitur. Über die Rhein-Zeitung erfuhr die Schulleitung über den Erfolg ihres ehemaligen Schülers. „Das freut uns, wenn wir von solchen Leistungen hören. Es zeigt, das die Schüler bei uns etwas gelernt haben“, meint der stellvertretende Schulleiter Helmut Münzel.

Dr. Hüdayi Korkusuz ist heute Radiologe an der Uniklinik in Frankfurt. Er war Schüler des Betzdorfer Gymnasiums.
Dr. Hüdayi Korkusuz ist heute Radiologe an der Uniklinik in Frankfurt. Er war Schüler des Betzdorfer Gymnasiums.

Betzdorf/Frankfurt – Da ist das Betzdorfer Freiherr-vom-Stein-Gymnasium doch stolz. Einer seiner Abiturienten hat wieder einmal etwas Hervorragendes geleistet. Dr. Hüdayi Korkusuz, Facharzt für Radiologie an der Klinik für Nuklearmedizin am Uniklinikum in Frankfurt, hat die erste Mikrowellenbehandlung bei Schilddrüsenknoten durchgeführt. „Als erstes Krankenhaus in Europa hat die Klinik für Nuklearmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum Mikrowellen gegen Schilddrüsenknoten eingesetzt. Das Verfahren hat große Vorteile für die Patienten“, heißt es in einer Mitteilung der Klinik. Korkusuz stammt aus einer Betzdorfer Familie. Er besuchte das Gymnasium in Betzdorf und bestand dort im Juni 1997 das Abitur. Über die Rhein-Zeitung erfuhr die Schulleitung über den Erfolg ihres ehemaligen Schülers. „Das freut uns, wenn wir von solchen Leistungen hören. Es zeigt, das die Schüler bei uns etwas gelernt haben“, meint der stellvertretende Schulleiter Helmut Münzel.

Erstmalig in Europa, so die Uniklinik, wurde ein Patient mit der sogenannten Mikrowellenablation (Entfernen von Körpergewebe) an der Schilddrüse behandelt. Dabei werde das kranke Gewebe durch Mikrowellenbestrahlung verbrannt und entfernt. Das Verfahren sei schneller, effizienter und weniger schmerzhaft als alternative Methoden. Durchgeführt wurde diese erste Behandlung am Frankfurter Uniklinikum in der Klinik für Nuklearmedizin (Leitung Prof. Frank Grünwald).
Fast 20 Prozent der Deutschen haben einen oder mehrere Schilddrüsenknoten. Bei den über 65-Jährigen ist sogar fast jeder Zweite von einer Erkrankung der Schilddrüse betroffen. Die Vergrößerung der Schilddrüse durch die Knoten kann sich für die Betroffenen sehr unangenehm auswirken: Ein Gefühl wie bei einem Kloß im Hals, ein unangenehmes Druckgefühl, Heiserkeit oder Räusperzwang können die Folge sein. „Für die Mikrowellenablation ist keine Operation notwendig“, heißt es. Unter lokaler Betäubung werde eine Sonde durch die Haut geleitet. Sie diene dazu, die Mikrowellen direkt auf den Schilddrüsenknoten zu lenken. „Die kranken Zellen werden durch die Wellen erhitzt. Das behandelte Schilddrüsengewebe wird dann vom Körper abgebaut. Der Schilddrüsenknoten wird in kürzester Zeit kleiner. Mithilfe von Echtzeitbildern aus einem Ultraschallgerät wird der Eingriff kontrolliert. Die Dauer der Behandlung beträgt je nach Größe und Zahl der Schilddrüsenknoten zwischen 10 und 15 Minuten. Ein stationärer Aufenthalt von wenigen Tagen ist ausreichend.“
Schilddrüsenknoten werden bis dato vor allem mit der Radiojodtherapie behandelt. Dabei wird dem Patienten radioaktives Jod, meist in Form einer Kapsel, verabreicht. Diese Therapie allein ist jedoch nicht immer ausreichend. Oft werden die Schilddrüsenknoten bislang meistens operativ entfernt. Demgegenüber habe die Mikrowellenablation den großen Vorteil, so das Klinikum, dass die Risiken einer Operation mit Narkose komplett entfallen.
Als Alternative zur Operation wurde in einigen Krankenhäusern bereits die Radiofrequenzablation eingesetzt. Bei dieser Methode wird hochfrequenter elektrischer Strom zur Beseitigung des erkrankten Gewebes eingesetzt. Auch gegenüber diesem Verfahren habe die Mikrowellenablation eindeutige Vorteile, heißt es. Sie sei schneller, effizienter und weniger schmerzhaft. „Die Mikrowellenablation verursacht auch deutlich geringere Nebenwirkungen, weil nur eine örtliche Betäubung und keine Vollnarkose nötig ist. Damit ist sie eine vielversprechende Alternative zu den etablierten Verfahren“, sagt Dr. Hüdayi Korkusuz, Facharzt für Radiologie an der Klinik für Nuklearmedizin, der die erste Mikrowellenbehandlung durchführte. Andreas Neuser

Altenkirchen Betzdorf
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