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    Brucher sauer: Bis zu 200 Lkw fahren täglich Logistikhalle an

    Zu viel Lärm und sehr hohes Lkw-Verkehsraufkommen mit oft chaotischen Zuständen beklagen Brucher Bürger beim Logistikzentrum von Montaplast, das noch keine endgültige Baugenehmigung hat.

    Jede Menge Lkw-Verkehr an der ehemaligen Wolf-Halle in Bruche. Zuviel und zu chaotisch, finden Brucher Bürger. Bis zu 200 Lkw würden das Gelände täglich anfahren.
    Jede Menge Lkw-Verkehr an der ehemaligen Wolf-Halle in Bruche. Zuviel und zu chaotisch, finden Brucher Bürger. Bis zu 200 Lkw würden das Gelände täglich anfahren.

    Wenn Werner Symalla aus Betzdorf-Bruche auf der Terrasse hinter seinem Haus sitzt, dann hat er einen schönen Blick in Richtung Wallmenroth. Zwar muss er über die ehemaligen Hallen von Wolf-Garten schauen, aber das hat ihn früher nie gestört. Doch seit einigen Monaten ist für ihn und viele Bürger in Bruche, wie er erzählt, die Welt nicht mehr in Ordnung. Die Wolf-Hallen seien nun komplett ein Logistikzentrum des Automobilzulieferers Montaplast aus Morsbach. Mit der Ruhe ist es vorbei. Bis zu 200 Fahrzeuge täglich, so wird erzählt, fahren hier (Sonntag ausgenommen) vor. „Das sind letztendlich 400 Fahrten“, so Symalla. Die Spedition Brucherseifer aus Wissen hat einen Pendelverkehr zwischen Betzdorf und dem Montaplast-Werk in Morsbach eingerichtet. Aber es sind vor allem viele andere Lkw, so der Brucher, die Material anliefern und abholen, die eher für Kritik sorgen.

    Grundsätzlich sei man nicht dagegen, dass die Hallen wieder komplett genutzt werden. Doch wie das derzeit ablaufe, das sei nicht in Ordnung. Täglich beobachtet und dokumentiert Symalla, was da vor der Halle passiert. Er und viele weitere Brucher, sagt er, wollen Änderungen.

    Ein Punkt ist, dass noch zu viele Lkw (meist von der Steinerother Straße kommend) sich den Weg über Tiergartenstraße, Rainchen, Eberhardystraße und Gäulenwaldstraße zum Brucher Ei bahnen. Da dürfen sie dann eigentlich nur noch weiter über Scheuerfeld in Richtung Wallmenroth und wieder nach Betzdorf über die Industriebrücke in Richtung Brucher Industriegebiet fahren. Aber schnell wird vom Brucher Ei aus der Weg über die Karl-Stangier-Straße (gesperrt für Lkw) oder Friedrich-Ebert-Straße (gesperrt für Lkw) genommen, um nach Bruche zur Logistikhalle zu gelangen. Gefahren wird über Straßen, die zu eng und für Lkw nicht zugelassen sind. „Hier müssen in der Region Betzdorf deutlichere Beschilderungen aufgestellt werden“, fordert der Brucher.

    So zum Beispiel im Bereich der Steinerother Straße (Abzweig Tiergartenstraße). Dort steht ein gelbes Schild, das den Weg Richtung Betzdorf-Bruche weist. Lkw-Fahrer biegen ab. Hier müsste unbedingt der Hinweis stehen, dass der Weg zum Brucher Industriegebiet und Montaplast durch den Barbaratunnel und über die Wilhelmstraße führt. Ebenso gehöre ein Schild in Wallmenroth an dem Abzweig nach Scheuerfeld. Hier müsse für Lkw aus Richtung Wissen deutlich stehen, dass an der Abzweigung weiter Richtung Betzdorf zu fahren ist. „Etliche Lkw haben sich bereits durch die enge Wiesenstraße (am Scheuerfelder Kleinbahnhof vorbei) in Richtung Logistikhallen gequält.“ Doch im Rathaus sei man auf taube Ohren gestoßen, so Symalla. Auf einen Termin beim Bürgermeister warte man noch immer. Dass im Bereich Industriestraße/Wiesenstraße/Im Grund Lkw gewagt wenden und hier schon viele Bordsteine beschädigt sind, ist eine weitere Beobachtung.

    Neben dem hohen Verkehrsaufkommen und dem damit verbundenen Lärm ärgert weiterhin, dass es an der Zufahrt zu den Hallen ein Tor gibt, das auf Schienen läuft. „Wenn Lkw bei geöffnetem Tor darüber fahren, gibt das immer Krach“, erzählt Symalla. „Besonders in der Nacht ist das nervig.“

    „Nachts wird unser Schlafzimmer hell erleuchtet“, ist ein nächster Kritikpunkt. Denn auf dem Dach der Logistikhalle sind Strahler angebracht, die sehr hell sind und weit strahlen. Bis in Brucher Wohnungen hinein. „Wenn wir abends noch auf der Terrasse sitzen, dann werden wir beim Blick in Richtung Wallmenroth von dem Licht geblendet“, ärgert sich der Brucher. Die Strahler müssten anders ausgerichtete werden.

    Aber dieser starke Lkw-Verkehr, den es früher so nicht zum Brucher Industriegebiet gab, hat auch Folgen für Straßen und Brücken. Massiver Lkw-Verkehr ist hier eine große Belastung. Das gilt vor allem für die Siemag-Brücke. Das ist das Bauwerk über die Sieg im Bereich Mercedes-Bald und B 62. Diese Brücke müsste einmal durch einen Neubau ersetzt werden. Die Stadt hat die Kosten zu tragen. Eine Sanierung, so derzeit die Diskussionen, wird nicht als sinnvoll erachtet. Durch den starken Lkw-Verkehr könnte nun passieren, dass man sich recht zügig an Planungen für einen Neubau begeben muss.

    Baugenehmigung für Logistikhalle: Verfahren läuft noch

    Der Kreis ist in Sachen Baugenehmigung für die ehemaligen Wolf-Hallen zuständig. Zum Planungsstand heißt es: „Ein Bauantrag der Firma Montaplast liegt der Kreisverwaltung vor. Zuletzt ist der Firma Wolf-Garten in 2005 eine Genehmigung zur Nutzung der Hallen als Produktions- und Lagerhallen erteilt worden. Der Antragsteller möchte nunmehr bauliche Änderungen in der Halle vornehmen und sie als reines Logistiklager nutzen. Dieses Baugenehmigungsverfahren läuft derzeit. In diesem Zusammenhang ist auch ein Lärmschutzgutachten erforderlich und bereits erstellt worden. Aufgrund von Rückfragen von Fachbehörden bedarf es allerdings einer Überarbeitung. Diese Neufassung soll in Kürze bei einem Behördentermin vorgestellt werden. Ob eine Genehmigung erteilt werden kann und mit welchen Einschränkungen, ist maßgeblich vom Ergebnis des Lärmschutzgutachtens abhängig, das Bestandteil der Baugenehmigung werden wird.“

    Bürgermeister: Ergebnisse von Gutachten abwarten

    Betzdorfs Bürgermeister Bernd Brato, der als Brucher direkt von dem Verkehr in der Industriestraße zu der Logistikhalle betroffen ist, hält sich bei dem Thema zurück. Als das im Rat besprochen wurde, habe er den Saal verlassen. „In der Sache sehe ich mich als Bürger.“ Dennoch sagt er zu der Kritik von Bürgern, dass sie wegen der Angelegenheit noch keinen Termin haben, dass er verdeutlicht habe, dass man erst Gutachten abwarten müsse, um eine vernünftige Grundlage zu haben. Es geht da u.a. um Lärm- und Umweltgutachten sowie wohl auch grundsätzlich um den Standort. „Was da geplant ist, das passt nicht dahin“, findet Brato. Vorschläge, die Beschilderungen für Lkw zu verbessern, könnte man in dem ein oder anderen Punkt aufgreifen. Aber Durchfahrtsverbote, so die Erfahrung, würden immer wieder missachtet. Bestes Beispiel sei da die Karl-Stangier-Straße. Montaplast will sich in wenigen Tagen äußern und aufzeigen, was vor Ort geplant ist. Andreas Neuser

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