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    Beispiel aus Wissen zeigt tiefe Gräben auf: Wenn das Mietobjekt zum Streitobjekt wird

    Im ganzen Haus stinkt's, da hilft kein Lüften. Schimmel an den Wänden, mehrere Innentüren fehlen, die Terrasse völlig zugewachsen. Nein, Klaus Krug (alle Namen von der Redaktion geändert) erwartete nichts Gutes, aber damit hatte er nicht gerechnet.

    Nach dem Auszug der Mieterin nahmen die Vermieter ihr Haus in Augenschein und waren schockiert vom Gesamteindruck und vom Zustand einzelner Räume. Die Investitionskosten für notwendige Arbeiten, auch im Garten, dürften nicht gering sein. 
    Nach dem Auszug der Mieterin nahmen die Vermieter ihr Haus in Augenschein und waren schockiert vom Gesamteindruck und vom Zustand einzelner Räume. Die Investitionskosten für notwendige Arbeiten, auch im Garten, dürften nicht gering sein. 
    Foto: Elmar Hering

    Das Einfamilienhaus in Wissen, das seine Frau und er seit den späten 90er-Jahren vermieten und jetzt verkaufen wollen, ist, gelinde gesagt, reichlich verwohnt. An einen lukrativen Immobilienverkauf ist im Moment nicht zu denken. Ein Einzelfall?

    Das 1945 erbaute Haus ist einfach und solide, kein Schmuckstück zwar, aber in Ordnung. Zum Grundstück gehören ferner eine Garage und der nicht übermäßig große Garten vor und hinter dem Haus. Krugs haben vor rund 20 Jahren beträchtlich in das Haus investiert: Dach, Fenster und Heizung neu, dazu ein kleiner Anbau an die Küche. Es handelt sich um das Elternhaus von Heidemarie Krug, die heute mit ihrem Mann in Bergisch-Gladbach wohnt.

    Auf die Mieterin, die seit 2000 dort wohnte, sind die Krugs gar nicht gut zu sprechen. Sie habe zuletzt mit drei Hunden dort gewohnt, vieles verkommen lassen, den Garten bepflanzt, aber nicht gepflegt. Der offensichtliche Frust und Ärger mag auch darin begründet sein, dass die Eheleute Krug seit drei Jahren erfolglos versuchten, den Mietvertrag aufzuheben – inklusive Niederlage vor Gericht. Selbst den Tierschutzverein schaltete Klaus Krug ein, ebenfalls ohne Erfolg. Als letztes Mittel stand jetzt der Vollzug einer Räumungsklage an, doch einen Tag zuvor landeten die Haustürschlüssel im heimischen Briefkasten. Wort- und grußlos zugesandt von der Mieterin, die doch immerhin 17 Jahre lang dort gewohnt hatte. Zum Schluss jedoch häuften sich die Beanstandungen: Nach Klaus Krugs Aussage wurden zwei Monatsmieten nicht bezahlt, ebenso dreimal die Nebenkosten. Seit vergangenem Juni habe die Stadt Wissen einen Teil der Miete übernommen, da die verwitwete Mieterin zwischenzeitlich auf Sozialleistungen angewiesen war.

    Foto: Elmar Hering

    Die jetzige Bestandsaufnahme blieb nicht frei von Überraschungen: Umbauten im Badezimmer waren laut Krug nicht abgesprochen, und im Dickicht des Gartens fand sich sogar ein alter Strandkorb. Die Eheleute hoffen nun, möglichst konfliktlos dieses Kapitel schließen zu können. Kopfschüttelnd bewerten sie ihre Situation, die nach ihrer Meinung von einer Schieflage zuungunsten der Vermieter gekennzeichnet ist.

    Immobilienbesitzer klagen nicht selten über das Verhalten ihrer Mieter. Mal geht es um unbezahlte Rechnungen, mal um vermüllte Wohnungen, im schlimmsten Fall um sogenannte Mietnomaden. Auch wenn Letzteres auf die Wissener Mieterin nicht zutrifft.

    Foto: Elmar Hering

    Häufiger Streitpunkt ist zudem die Frage, wer darf wann in die Wohnung? Michael Schneider, Vorsitzender des Haus- und Grundeigentümervereins für die Kreise Altenkirchen und Westerwald, erklärt dazu: „Der Vermieter hat das Recht, das Mietobjekt von Zeit zu Zeit zu besichtigen, heißt, er kann sich nach Voranmeldung und in begründeten Fällen vom Zustand der Wohnung überzeugen.“ Allerdings dürfe der Vermieter nicht sein persönliches Hygieneempfinden zum Maßstab nehmen, ein Einschreiten sei erst dann möglich, wenn Substanzschäden an dem Mietobjekt zu erwarten seien. Sollten im Falle einer Haus- oder Wohnungsbesichtigung Mängel festgestellt werden, dann liege es am Vermieter, aktiv zu werden, gegebenenfalls bis hin zur Abmahnung. Vorbeugend sei mancher Ärger zu vermeiden, wenn der Eigentümer vorab die Bonität des potenziellen Mieters prüfe. Vom Verein Haus & Grund war außerdem zu erfahren, dass im Landkreis Altenkirchen solche „Fälle leider nicht selten“ vorkommen, oftmals handele es sich um „Wiederholungstäter“.

    Von unserem Redakteur Elmar Hering

    Was ist mit Einrichtungsgegenständen?

    Alle Gegenstände und Einrichtungen, die sich bei Beginn des Mietverhältnisses in der Wohnung befinden, gelten grundsätzlich als mitvermietet. Anders nur, wenn der Mieter die Gegenstände vom Vermieter oder seinem Vormieter übernommen und gekauft hat.

    Hat der Mieter vorsätzlich oder aus Unachtsamkeit Schäden an den Einrichtungsgegenständen verursacht, kann der Vermieter Schadensersatz fordern.

    Quelle: Deutscher Mieterbund

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