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Brachbach

Auf zu Olympia: Brachbach fiebert mit Skeletonsportlerin Jacqueline Lölling

Claudia Geimer

Es ist leicht, ein Fan von Jacqueline Lölling zu sein: Die Weltmeisterin und Olympiafahrerin aus Brachbach ist bescheiden und bodenständig, immer freundlich, mit einem Lächeln im Gesicht. „Sie ist dieselbe geblieben“, kommt das schönste Kompliment von der jüngeren Schwester Celine (17). Heute beginnt für Jacqueline (22) das Abenteuer Olympische Winterspiele in Pyeongchang: Der Flieger hebt von Frankfurt ab – mit dem Ziel Südkorea.

Die Vorfreude ist groß bei Jacqueline Lölling und ihrer Familie in Brachbach. Freund Dominik, Vater Bernd, Schwester Celine und Mutter Simone reisen mit zu den Olympischen Spielen in Südkorea. Das motiviert die Sportlerin natürlich zusätzlich. Foto: Claudia Geimer
Die Vorfreude ist groß bei Jacqueline Lölling und ihrer Familie in Brachbach. Freund Dominik, Vater Bernd, Schwester Celine und Mutter Simone reisen mit zu den Olympischen Spielen in Südkorea. Das motiviert die Sportlerin natürlich zusätzlich.
Foto: Claudia Geimer

Vor dem Abflug zu diesem bedeutendsten sportlichen Wettbewerb der Welt konnte „Jacka“, wie die Fans sie liebevoll rufen, noch ein paar Tage im Kreis der Familie erleben. Die Familie, zu der inzwischen auch ihr Freund Dominik (22) gehört, geben der jungen Sportlerin den nötigen Rückhalt. Training, Wettkämpfe: Die Skeletonpilotin ist das Jahr über viel unterwegs. Ihr Heimatort Brachbach ist der Rückzugsort, „das normale Leben“, wie die angehende Bundespolizistin selber sagt und betont: „Hier bin ich zu Hause.“ Hier leben Vater Bernd (45), Mutter Simone (45) und Schwester Celine. Ob zu Weltcuprennen oder internationale Meisterschaften – kein Weg ist ihnen zu weit, auch nicht nach Asien.

Als der Olympiastart in Südkorea feststand, hat die Familie keinen Moment gezögert. „Wir haben sofort gesagt, da sind wir dabei“, sagt die Mama und lacht. Die Eltern, Schwester und Freund reisen Jacqueline nach. Flug und Unterkunft in der Nähe von Pyeongchang – mit Unterstützung eines Reisebüros haben sich die Löllings selbst um alles gekümmert. Für die Familie ist es die bislang weiteste Reise überhaupt. „Wir sind schon ein bisschen aufgeregt“, gesteht Mutter Simone. Schwester Celine bekommt extra schulfrei, damit sie ihrer großen Schwester hautnah vor Ort die Daumen drücken kann. Die 17-Jährige besucht die elfte Klasse des Gymnasiums auf der Morgenröthe in Eiserfeld. „Der Direktor hat sofort gesagt, dass ich beurlaubt werde“, freut sich die Schülerin.

Bürgermeister Maik Köhler (rechts) und Ortsbürgermeister Josef Preußer wünschten der Brachbacherin Jacqueline Lölling alles Gute und viel Erfolg für die Olympischen Spiele in Südkorea.  Foto: Verbandsgemeindeverwaltung Kirchen
Bürgermeister Maik Köhler (rechts) und Ortsbürgermeister Josef Preußer wünschten der Brachbacherin Jacqueline Lölling alles Gute und viel Erfolg für die Olympischen Spiele in Südkorea.
Foto: Verbandsgemeindeverwaltung Kirchen

Es ist ja für alle auch ein einmaliges Erlebnis, auf das sich alle riesig freuen. In erster Linie sind sie natürlich gespannt auf die Rennen von Jacqueline am 16. und 17. Februar. Darüber hinaus ist Schwester Celine schon sehr neugierig darauf, wie Olympische Spiele ablaufen, die Atmosphäre mitzuerleben, welche Sportler man sieht und die verschiedenen Wettkämpfe. Bob und Eiskunstlauf würde sie gerne sehen. Was die Familie vorab schon weiß, ist, dass es einen Bustransfer vom Hotel zu den Wettkampfstätten gibt. Ob sie Jacqueline vor dem Wettbewerb treffen können, das müssen sie abwarten. Auf jeden Fall werden sie bei den vier Läufen an der Olympiabahn stehen und mitfiebern. Mitfiebern in der Heimat werden die beiden Omas, „Jacka's“ Fanclub und auch Ortsbürgermeister Josef Preußer sowie Bürgermeister Maik Köhler. Sie haben die Hoffnungsträgerin im Kirchener Rathaus mit Geschenken, Blumensträußen und guten Worten Richtung Olympia verabschiedet. „Wie Du weißt, steht ganz Brachbach hinter Dir und drückt Dir alle Daumen“, äußerte sich Preußer.

Im Namen der Verbandsgemeinde Kirchen wünschte Köhler dem sportlichen Aushängeschild „große sportliche Erfolge, vor allem aber auch schöne, spannende und unvergessliche Momente“. Der Zuspruch aus der Heimat ist Jacqueline, das betont sie immer wieder, sehr wichtig. „Ich habe vorab schon viele Glückwünsche und nette Nachrichten bekommen“, erzählt sie. Für die 22-Jährige sind es die ersten Olympischen Spiele. Sie habe sich, sagt sie, mit erfahrenen Sportlern unterhalten: „Sie haben mir erzählt, dass man erst einmal drei Tage mit offenem Mund und Augen durch die Gegend läuft.“

Allein schon das ganze Drumherum ist aufregend: das Zusammentreffen mit den anderen deutschen Olympiateilnehmern bei der Einkleidung in München und die Neugierde auf das Olympische Dorf. Zudem feiert Jacqueline auch noch am 6. Februar in Südkorea ihren 23. Geburtstag – ein Highlight. Und der nächste Höhepunkt folgt auf dem Fuße: die Eröffnungsfeier am 9. Februar mit Einmarsch des deutschen Teams, Fahnenzeremonie und Entzünden des Olympischen Feuers. Jacqueline ist gespannt: „Davon träumt jeder Sportler. Es kribbelt, und ich bin voller Vorfreude.“

Von unserer Mitarbeiterin Claudia Geimer

Hussing, "Mocki" und Co.

Jacqueline Lölling hat prominente Vorgänger: Artur Knautz (Daadener Turnerverein) war der Kapitän der deutschen Feldhandballmannschaft, die bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin die Goldmedaille gewann. Löllings Brachbacher Landsmann Peter Hussing gewann bei den Olympischen Spielen 1972 in München Bronze. Margit Höller, besser bekannt unter dem Mädchennamen Margit Stein (KKS Daaden), war Teilnehmerin der Olympischen Spiele 1988 (Seoul) und 1992 (Barcelona).

Stefan Schütz (LG Sieg) aus Betzdorf nahm 1988 als Ersatzläufer der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel an den Spielen in Seoul teil; Leichtathletin Sabrina Mockenhaupt von der LG Sieg startete bei drei Olympischen Spielen: 2004 in Athen, 2008 in Peking und 2012 in London. Wegen des deutschen Olympia-Boykotts konnte Leichtathlet Hans-Jürgen Orthmann aus Betzdorf nicht an den Olympischen Spielen 1980 in Moskau teilnehmen. clg

Altenkirchen Betzdorf
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