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    Auch im Kreis Altenkirchen: Schüler erinnern an deutschen Schicksalstag

    Betretene Stille herrschte in der Aula der August-Sander-Schule in Altenkirchen, als Dr. Peter Thomas in Gedenken an den 9. November 1938 jüdische Lieder und Gedichte vortrug. Im Vorfeld hatten sich die Schüler der zehnten Klassen bereits im Geschichtsunterricht mit dem „Schicksalstag der Deutschen“ in den Jahren 1918 (Novemberrevolution), 1923 (Hitlerputsch), 1938 (Reichspogromnacht) und auch 1989 (Mauerfall) auseinandergesetzt.

    In der Aula der August-Sander-Schule kamen Schüler der zehnten Klassen mit den Landtagsabgeordneten Heijo Höfer und Dr. Peter Enders (rechts stehend) über die Geschehnisse des 9. November und aktuelle politische Ereignisse ins Gespräch. Dr. Peter Thomas (links stehend) begleitete die Veranstaltung musikalisch. Foto: Beate Chris​t
    In der Aula der August-Sander-Schule kamen Schüler der zehnten Klassen mit den Landtagsabgeordneten Heijo Höfer und Dr. Peter Enders (rechts stehend) über die Geschehnisse des 9. November und aktuelle politische Ereignisse ins Gespräch. Dr. Peter Thomas (links stehend) begleitete die Veranstaltung musikalisch.
    Foto: Beate Chris​t

    „Es ist angekommen, dass hinter den Millionen von Toten Menschen stehen“, kommentierte Schulleiterin Doris John diese Stimmung. Sie lud die Jungen und Mädchen ein, von der Vergangenheit der Geschichte in die Gegenwart zu blicken und mit politisch Verantwortlichen der heutigen Zeit zu diskutieren. Die Landtagsabgeordneten Heijo Höfer (SPD) und Dr. Peter Enders (CDU) stellten sich den Fragen der Schüler und berichteten, welche Bedeutung der 9. November und das gemeinsame Gespräch an diesem Tag mit den Schülern für sie persönlich hat. „Es ist ein besonderes Erlebnis, mit Heranwachsenden ins Gespräch zu kommen, um die Demokratie und die Gemeinschaft zu stärken, damit so etwas nie wieder passiert“, sagte Enders. Und auch Höfer wollte die Gelegenheit nutzen, den jungen Menschen zu sagen, wie glücklich sie sich schätzen können, kaum noch Grenzen zu erleben. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir Mauern einreißen, anstatt welche zu bauen“, sagte er. Auf die konkrete Frage, warum es in Altenkirchen keine Stolpersteine gibt, sagte Höfer, der auch das Amt des Stadtbürgermeisters innehat: „Darüber wurde im Stadtrat kontrovers diskutiert, aber es gab keine Mehrheit dafür. Doch es gibt andere Gedenkstätten, die an das Schicksal der jüdischen Mitbürger erinnern.“ Welchen Einfluss das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte heute auf die Politik hat, wollte eine Schülerin wissen. „Die Ereignisse, an die wir heute zurückdenken, sind Mahnung für die Zukunft. Frieden ist nicht selbstverständlich und eine Aufgabe für jede neue Generation“, sagte Enders. Und auch Höfer rief die Schüler dazu auf, sich immer wieder die Erinnerungen wachzurufen. „Es geht nicht nur darum, anzuklagen, sondern zu erinnern, dass sich so etwas nie mehr wiederholt.“

    Auch aktuelle Entwicklungen sprachen die Schüler an, wollten wissen, ob die beiden Politiker im Konflikt zwischen Nordkorea und den USA eine Gefahr für Deutschland sehen, wie sie die Reichsbürgerbewegung einschätzen oder wie sie zum Pflegenotstand stehen. Eine Frage, die an diesem Tag nicht fehlen konnte: „Warum hat die AfD bei der Bundestagswahl so viele Stimmen bekommen?“, wollte ein Schüler wissen. „Mit Sicherheit haben die Politiker in der letzten Zeit auch Fehler gemacht“, gestand Enders. Und auch Höfer vermutete, dass sich viele Menschen in der Vergangenheit nicht gerecht behandelt gefühlt und so ihren Unmut in der Wahl zum Ausdruck gebracht hatten. Beide Landespolitiker erhielten viel Beifall von den Schülern, sie hatten sich offen und ehrlich deren Fragen gestellt.

    Von unserer Reporterin Beate Christ

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