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    Alles gelogen? Glaubwürdigkeit des Vergewaltigungsopfers weiter erschüttert

    Altenkirchen/Betzdorf – Eine junge Frau aus der VG Altenkirchen behauptet, vergewaltigt worden zu sein. Das Amtsgericht Betzdorf ist auf schwieriger Wahrheitssuche.

    Im Vergewaltigungsprozess vor dem Betzdorfer Schöffengericht ist die Glaubwürdigkeit der Anzeigenerstatterin weiter erschüttert worden. Wie berichtet muss sich ein junger Mann aus der Verbandsgemeinde Altenkirchen wegen einer Vergewaltigung verantworten, die er nicht begangen haben will. Das vermeintliche oder tatsächliche Opfer Andrea Meier behauptet, Manuel Henning (Namen geändert) habe sie in seinem Zimmer am 9. März 2012 vergewaltigt.Nach dem zweiten Verhandlungstag unter Vorsitz von Richterin Sybille Dünnes-Zimmermann mehren sich die Zweifel an den Aussagen von Andrea Meier. Das Gericht vernahm mehrere Zeugen, die Andrea Meier an dem Abend gesehen haben, an dem die Tat stattgefunden haben soll. Der erste Weg der Anzeigenerstatterin nach dem behaupteten sexuellen Übergriff am späten Abend führte sie demnach an den Bahnhof nach Altenkirchen, von wo aus sie Bekannte aufsuchte. Die Frau, die sie dort in Empfang nahm, berichtete zwar, Andrea habe geheult und gesagt, sie sei vergewaltigt worden. Doch was dann geschah, wundert die Zeugin noch heute: Demnach ist Andrea dann mit ihr in das Wohnzimmer gegangen, in dem sich rund zehn Freunde (bis auf sie alles Männer) getroffen hatten. Dort habe Andrea dann vor allen Leuten von der Vergewaltigung berichtet. Verletzungsspuren habe keiner gesehen. Das deckt sich mit der Aussage des Mannes, mit dem Andrea früher ein Paar war und mit dem sie ein gemeinsames Kind hat. Der 25-Jährige war auch in diesem Wohnzimmer und erklärte vor Gericht, er sei der einzige gewesen, den Andrea aus dieser Runde wirklich gekannt habe. „Mir kam die Sache komisch vor. Sie wirkte so, als ob sie getrunken hatte." Die Vergewaltigungsstory zumindest habe er ihr nicht abgenommen. Er selbst räumte übrigens ein, auch nach der Trennung von Andrea mehrfach mit ihr geschlafen zu haben – auch zu der Zeit, als diese bereits mit ihrem heutigen Lebensgefährten zusammen war.

    Nach der angeblichen Tat im März 2012 hatte noch jemand Andrea Meier gesehen: ihre 23-jährige Freundin aus Köln. Sie schilderte ihre Begegnung am späten Abend mit ihr so: Demnach trafen sich beide am Bahnhof in Altenkirchen. Erst zögerlich berichtete Andrea, was geschehen sein soll. Der Rat ihrer Freundin: Sie solle zum Arzt gehen und sich die Pille danach verschreiben lassen. Allerdings habe sich Andrea geweigert, in die Klinik zu gehen. Erst am nächsten Tag begleitete die 23-jährige Kölnerin Andrea dann zum Bereitschaftsdienst nach Wissen, wo ein Arzt ihr diese Pille verschrieb – ohne Untersuchung. Dieser habe zu einer gynäkologischen Untersuchung geraten, die aber nie stattfand.

    Ein irritierendes Bild gewannen die Prozessbeteiligten, als am Freitag noch Andreas Lebensgefährte aussagte. Danach ergeben sich erhebliche Zweifel daran, ob er seine Lebensgefährtin, mit der er inzwischen auch ein Kind hat, richtig kennt. Während aktenkundig ist, dass sich Andrea bereits mehrfach in psychologischer Behandlung befunden hat, streitet der 26-Jährige dies ab. „Das wüsste ich", gab er zu Protokoll. Auch dass Andrea ihren Ex-Freund vor einigen Monaten in der Justizvollzugsanstalt besucht hat, was dokumentiert ist, bestreitet der Zeuge: „Ich weiß hundertprozentig, dass sie ihn nie besucht hat." Der seinerzeitige Inhaftierte hingegen kann sich noch sehr gut an diesen Besuch erinnern, bei dem auch die angebliche Vergewaltigung Thema war. Dort habe er zu ihr wegen des nahenden Prozesses gesagt: „Mach's nicht; du kommst in Teufels Küche." Ihre Antwort zitierte er so: „Ich kann nicht; die Sache ist schon zu weit fortgeschritten."

    Der Verteidiger des Angeklagten, Wolfgang Walter Horn aus Hamburg, kündigte unterdessen an, er werde ein Glaubwürdigkeitsgutachten beantragen.

    Der Prozess wird in den nächsten Tagen fortgesetzt. (mp)

    Altenkirchen Betzdorf
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