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Kreis Altenkirchen

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

Sonja Roos

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt näher. In Polen und Tschechien wütet die Tierseuche schon. Dort sollen nun Scharfschützen der Polizei Wildschweine abschießen. Ein Ausbruch der hochansteckenden Tierseuche hätte schwere Folgen – auch im Kreis Altenkirchen.

Foto: picture alliance

Die jüngsten Ansteckungsfälle liegen im Umfeld der polnischen Hauptstadt Warschau und in der mährischen Region Zlin in Tschechien. Damit ist ASP nur noch wenige Hundert Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Zahlreiche, über das Land verteilte Waldgebiete mit oft hoher Wildschweinpopulation und die große Anzahl an Schweinezucht- und -mastbetrieben machen die Bundesrepublik nach Ansicht von Experten zu einem Land, in dem sich die Afrikanische Schweinepest schnell verbreiten und auch große Schäden anrichten kann.

Aus diesem Grund beobachten verschiedene Bundesbehörden wie das Friedrich-Loeffler-Institut die Entwicklung genau und geben Hinweise, deren Befolgen die Ausbreitung des Virus verhindern oder verlangsamen sollen. Weil sich die Tiere leicht über kontaminierte Essensreste anstecken können, lässt beispielsweise das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft an den östlichen Landesgrenzen mittlerweile Merkblätter dazu vor allem an die Fernfahrer verteilen. Im Kreis Altenkirchen ist das Veterinäramt zuständig, das einen Krisenplan hat, der im Falle einer Seuche greift.

Noch ist in Deutschland kein Fall bekannt, jedoch scheint das nur eine Frage der Zeit zu sein, denn durch die hohen Wildbestände steigt auch hier die Gefahr, dass Seuchen ausbrechen. Behörden und Jäger sind bereits sensibilisiert. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, steigen seit Jahren mit zunehmender Schwarzwildpopulation auch die Abschusszahlen – auch zur Seuchenbekämpfung. Waren es zum Beispiel im Jahr 2006 noch 513, stieg die Zahl im Jahr 2013 auf über 1000 und liegt für das Jagdjahr 2016/2017 bereits bei 1791. Wie Franz Kick vom Forstamt des Kreises erklärt, gebe es in Rheinland-Pfalz auch aufgrund der hohen Schwarzwildbestände keine Schonzeit mehr. „Zwar darf man keine sogenannten Zuwachsträger, also Bachen, die Junge haben, schießen, aber ansonsten gilt, dass man das ganze Jahr über jagen darf.“ Für die jüngste Forderung des Bauernverbandes, die Abschussrate zu steigern, hat Kick volles Verständnis. Denn ist erst einmal ein Fall von ASP ausgebrochen, so müsste der gesamte Bestand gekeult werden. „Da geht es an die Existenz“, weiß Kick. Deshalb fordern die Landwirte auch eine Abschussrate von 70 Prozent. Das sei aber kaum machbar, so Kick weiter. Die milden Winter und gute Futterbedingungen spielten für die Vermehrung des Schwarzwildes eine große Rolle. „Im Oberkreis, wo es weniger Wiesen und Felder gibt, kommen die Tiere zum Teil bis in die Vorgärten, verwüsten Friedhöfe und Spiel- sowie Sportplätze. Im Unterkreis trifft es die Landwirte, da verwüsten die Tiere die Felder und zerstören die Ernte.“

Altenkirchen Betzdorf
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